Nur nicht Feuer fangen lassen – Science City Jena gastiert am Samstagabend bei angeschlagenen Drachen
Nach dem dramatischen Heimsieg am 1. Adventssonntag gegen die Merlins aus Crailsheim wartet am morgigen Samstagabend das nächste Pflichtspiel auf ProA-Tabellenführer Science City Jena. Die Thüringer gastieren am 07. Dezember um 19.30 Uhr im niedersächsischen Quakenbrück, um sich mit den auf Platz 12 abgerutschten Artland Dragons zu duellieren.
Die Begegnung des 12. Spieltags wird wie gewohnt von Sportdeutschland TV übertragen. Die Kommentatoren starten am Samstagabend ab 19.15 Uhr live in ihre Vorberichterstattung.
Nachdem das Team von Björn Harmsen bei längeren Auswärtsfahrten wie gewohnt einen Tag früher in Richtung Niedersachsen aufbricht, wartet am Sonnabend eine ziemlich kernige Herausforderung auf den Spitzenreiter der BARMER 2. Basketball Bundesliga. Objektiv betrachtet und losgelöst von aktuellen Tabellenständen, Bilanzen oder Sieges- und Niederlagen-Serien gehört das Parkett der Artland Arena seit etlichen Jahren schon zu den - aus Jenaer Sicht - unangenehmsten und gefährlichsten der Liga. Insofern wird es für Science City Jena von Beginn darum gehen, die aufgrund ihrer sportlichen Durststrecke zweifellos angeschlagenen Drachen nicht ausgerechnet gegen den Tabellenführer „Feuer fangen zu lassen“.
„In Quakenbrück war es nie einfach zu gewinnen. Letzte Saison hat am Ende nur ein einziger Punkt den Unterschied ausgemacht. Insofern müssen wir uns konzentriert vorbereiten, diesen Fokus ins Spiel mitnehmen und konservieren. Da der Gegner seine Stärken beim Offensiv-Rebound besitzt, sollten wir hier besser arbeiten als zuletzt gegen Crailsheim. Die Dragons haben ein gutes Team, das, wenn alle fit sind und vollständig aufläuft, über viele variable Qualitäten verfügt. Sie konnten ihre ersten vier Spiele gewinnen, haben zuletzt sieben Mal in Serie verloren“, sagt Björn Harmsen vor der Partie bei einem angeschlagenen Kontrahenten. „Sie haben balldominanten Guards, die wir nicht unterschätzen dürfen und eben auch Brandon Thomas auf dem Flügel, der keine freien Würfe bekommen sollte“, so Harmsen abschließend.
Ein kurzer Rückblick in die Crunchtime der Vorsaison dürfte recht anschaulich verdeutlichen, was auch am morgigen Abend auf Science City Jena warten könnte. Lorenz Bank hatte die Saalestädter vier Sekunden vor Schluss durch einen erfolgreichen Dreier mit 90:89 in Führung gebracht, bevor Rasheed Moore den letzten Wurf des Griechen Nikolaos Chouchoumis mit der Sirene blockte und einen hauchdünnen Sieg sicherte. Es war einer der wenigen erfolgreichen Ausflüge ins Artland, wie die fast ausgeglichene Bilanz direkter Vergleiche belegt. Nach 14 absolvierten Duellen hat Jena mit 8:6 Siegen (Korbverhältnis 1179:1149) die Nase knapp vorn.
Während über Basketball-Jena die sportliche Sonne scheint und das Team von Kapitän Chris Carter nach zuletzt fünf Siegen in Folge an der Tabellenspitze thront, droht den Artland Dragons trotz ihres 4:0-Starts die Konkurrenz aus dem Keller. Der Grund dafür sind sieben aufeinanderfolgende Niederlagen seit dem 19. Oktober, die letztendlich personelle Konsequenzen nach sich zogen. Zunächst traf es Mitte November den britischen Headcoach Vince Macaulay, für den Sportdirektor Pat Elzie erst interimistisch einsprang, um ab dem 24.11. das Ruder im Artland komplett zu übernehmen. Am gestrigen Donnerstag verständigten sich die Drachen auf eine Vertragsauflösung mit ihren beiden US-Importen Anthony Watkins und Troy Cracknell und so wäre es nicht überraschend, wenn am Samstagabend ein komplett neues Gesicht im Trikot der Drachen aufläuft.
Die namhafteste Konstante bei den Drachen trägt unterdessen die Nummer 14 und ist auch bei den Thüringern kein Unbekannter. Mittlerweile 40 Jahre alt, oder besser jung, verwandelt Veteran Brandon Thomas (von 2021 bis 2023 Jenas Kapitän) auch weiterhin zuverlässig seine Dreier (41.5 Prozent, 10.0 PpG) und gehört zu einem Quakenbrücker Quintett, dass im bisherigen Saisonverlauf auf zweistellige Punktewerte blicken kann.


