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Jenaer Viertelfinale an der Spree kippt nach der Halbzeit – Alba Berlin schlägt Science City und steht im TOP FOUR 2026

Eine Hälfte lang konnte sich BBL-Aufsteiger Science City Jena berechtige Hoffnungen auf den Einzug ins Halbfinale des BBL Pokals machen, bevor das dritte Viertel zu heftig in Richtung von ALBA Berlin ausschlug. Die Hauptstädter schlugen das Harmsen-Team am Montagabend vor 6.647 Zuschauern in der Uber Arena mit 91:78 und qualifizieren sich verdientermaßen für die TOP-FOUR-Endrunde.

 

Hatte Science City Jena beim Gang in die Halbzeitkabine noch mit 45:51 in Front gelegen, krempelten die Hausherren das Duell im Verlauf des dritten Viertels mit 25:6 komplett auf links, um mit einer 70:57-Führung in den Schlussabschnitt zu starten. Während der letzten zehn Minuten konservierten die Albatrosse ihren Vorsprung und dürfen nun für das Pokal-Wochenende am 21. und 22.Februar planen. Unmittelbar nach der Partie wurden die beiden Halbfinal-Paarungen ausgelost. Während die BMA365 Bamberg Baskets und der FC Bayern Basketball aufeinandertreffen, wird sich ALBA Berlin mit den EWE Baskets Oldenburg um den Finaleinzug duellieren.

 


Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Die erste Halbzeit haben wir gut gespielt, offensiv den Ball ordentlich bewegt und defensiv taktisch gut agiert. Im dritten Viertel hatten wir der Intensität der Berliner nichts entgegensetzen, haben keine Stops erzwungen und es nicht mehr geschafft, bei den Rebounds dagegenzuhalten. Das hat uns auch die Läufe nach vorne erschwert, weil alles immer aus einem Einwurf begann. Was in der ersten Hälfte gut war, hat nach der Pause größtenteils nicht mehr funktioniert. Berlin ist ein gute Mannschaft und sie sind eben auch in der Lage, die Intensität so hochzufahren. Das Gute ist, dass sich bei uns niemand verletzt hat und wir bei den Minuten keinen Spieler überlasten mussten, um noch Energie für Mittwoch zu haben."

 

Pedro Calles (Headcoach ALBA Berlin): „Ich möchte meinen Spielern zu diesem wichtigen Sieg gratulieren. In den ersten zwanzig Minuten ist es uns noch nicht gelungen, Jena die Stärken in der Offensive wegzunehmen. Darauf haben wir aber im dritten Viertel die richtige Antwort gezeigt und uns eine zweistellige Führung erspielt, die wir bis zum Ende verteidigt haben.“

 

Great Osobor (Topscorer Science City Jena): „Das war ein schweres Spiel und eine harte Niederlage, speziell nach einer sehr guten ersten Halbzeit. ALBA hat uns im dritten Viertel gekillt. Während unsere Würfe nicht mehr gefallen sind, haben sie ihren Intensität deutlich erhöht und wir waren in dieser Phase nicht in der Lage, Berlin zu stoppen. Ich bin stolz auf den Kampf unseres Teams im letzten Viertel, aber da war es letztendlich schon zu spät. Wir haben nicht viel Zeit, um über dieses Spiel zu grübeln und müssen uns auf die nächste Partie am Mittwochabend konzentrieren.“

 

Keith Braxton (Science City Jena): „Natürlich sind wir so kurz nach dem Spiel enttäuscht, da wir bis zur Halbzeit gut mithalten konnten und in Führung lagen. Wir haben dennoch gezeigt, dass wir auf diesem Level – egal ob Liga oder Pokal - durchaus mithalten können, aber eben auch noch deutlich konstanter werden müssen. Berlin verfügt über starkes Team und hat im dritten Viertel das Fundament zum Sieg gelegt. Wir werden diese Niederlage abhaken müssen und uns schnell auf das nächste Spiel am Mittwochabend in Trier vorbereiten.“

 


Obwohl die vorgebliche Fußballweisheit „Wer mit 1:0 führt, der stets verliert“ aus Sicht von Science City am Viertelfinal-Montag letztendlich Gültigkeit behielt, waren die Thüringer äußerst griffig in den Do-or-Die-Pokalfight gestartet. Nachdem Great Osobor das Harmsen-Team mit 1:0 an der Freiwurflinie in Front gebracht hatte, entwickelte sich zunächst ein kurzweiliges Duell, in dem sich die Thüringer bis zur Halbzeitpause auf Augenhöhe präsentierten. Lorenz Bank hatte in der 6. Minute aus der Distanz zum 11:15 getroffen, bevor Berlin die Partie mit einem 11:0-Zwischenspurt auf 22:15 (8., Delow) drehen konnte. Doch Jena blieb gleichermaßen widerstandsfähig wie stabil, konterte mit einem 9:0-Run und lag nach einem Dreier von Chris Carter 26 Sekunden vor der Sirene wieder vorn. Während sich das Duell auch im zweiten Abschnitt zu einem umkämpften Schlagabtausch entwickelt hatte, hatte das Richtungspendel der Zwischenstände häufiger zu Gunsten der Saalestädter ausgeschlagen. Nach einem weiteren erfolgreichen Distanzwurf von Lorenz Bank zum 35:41 (15.) war es Science City gelungen, die bis dato höchste Führung zu erzielen, bevor Tavian Dunn-Martin mit seiner 9-Meter-Bombe auf 45:51 erfolgreich nachlegen konnten. Mit diesem Score ging es für beide Teams in die Halbzeitkabine und während unter den mitgereisten Jenaer Fans die Zuversicht wuchs, den historischen Überraschungserfolg am 15. Februar 2017 wiederholen zu können, platzte diese Blase nach der Pause im Minutentakt. 

 

Durch einen „Kopfball“ von Berlins Center Norris Agbakoko zum 47:51 die zweite Hälfte eröffnend, zeigten die Hauptstädter die Qualität(en), mit denen das Team von Pedro Calles seine letzten sieben Pflichtspiele gewann. Während die kontinuierlich steigende Intensität der Berliner Verteidigung den BBL-Aufsteiger aus Thüringen zu immer schwierigeren Würfen zwang, war der Kurswechsel längst eingeleitet. In dieser Phase hatten sich die offensiven Erfolgserlebnisse von Science City an einer Hand abzählen lassen. Inklusive der beiden Freiwürfe von Robin Christen zum kurzzeitigen 55:55-Ausgleich nach über fünf Minuten dieses Viertels waren den Gästen kümmerliche sechs Punkte gelungen, allesamt an der Freiwurflinie. Indes enteilten die Albatrosse mit einem 15:2-Lauf bis zur letzten Pause auf 70:57 und konservierten ihren Vorsprung auch über weite Teile des Schlussabschnitts. Am Ende gelang es Science City während der letzten Minuten zwar noch einmal, Berlins höchste Führung aus der 35. Minute (82:63, Hermannsson, FTs) in ein annehmbares Endresultat von 91:78 münden zu lassen. Mehr als diese Ergebniskosmetik war nach der spielerischen und statistischen Hypothek des dritten Viertels jedoch nicht mehr drin. 

 


Punkteverteilung: Osobor 17, Dunn-Martin 15, Bank 11 (10 Reb.), Wieskamp 10, Washington 7, Braxton 6, Christen 5, Bohannon 4, Carter 3, Krause, Herrera, Lang 

Spielfilm: 1. Viertel 23:24 – 2. Viertel 45:51 – 3. Viertel 70:57 – 4. Viertel 91:78

 

Kompletter Boxscore

 

 

 

 

 

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