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Daheme gegen Mia san Mia - Science City Jena empfängt den amtierenden Meister und Tabellenführer aus München

Wenn Basketball der Spitzenklasse in der Sparkassen-Arena gastiert und der Tabellenführer seine Visitenkarte in Burgau abgibt, ist klar: Dieses Heimspiel ist weit mehr als ein gewöhnlicher 20. Spieltag in der easyCredit BBL. Auf Science City Jena wartet im Duell „Daheme gegen Mia san Mia“ eines der absoluten Saison-Highlights. Der FC Bayern München Basketball, seines Zeichens amtierender Deutscher Meister, aktueller Tabellenführer und selbstredend Titelfavorit Nummer 1, gibt seine Visitenkarte in der seit Tagen restlos ausverkauften Sparkassen-Arena ab. Die Rollenverteilung dieser Partie war dabei eigentlich schon vor dem Saisonauftakt im September 2025 klar verteilt.

 

Während Jena als Aufsteiger mit durchaus respektablen sieben Siegen und 14 Pluspunkten auf dem 13. Tabellenplatz rangiert, führen die Münchner das Klassement mit einer beeindruckenden 17:2-Bilanz an. Dass der Branchenprimus in dieser Saison erneut Maßstäbe setzt, überrascht dabei nur die Laien. Der Klub verfügt über das höchste Budget der Beletage und besitzt eine enorme Kadertiefe, die bewusst für drei Wettbewerbe (BBL, Pokal, EL) gecastet wurde. 

 

Nach einem erfolgreichen Turnaround kurz vor Jahreswechsel präsentieren sich die Isarstädter mittlerweile auch wieder auf dem internationalen Parkett der Euroleague mit vagen, aber nicht unrealistischen Chancen auf den Playoff-Einzug. Der Trainerwechsel von Weltmeister-Coach Gordon Herbert hin zur lebenden Trainer-Legende Svetislav Pesic Ende Dezember 2025 scheint den Bayern gut getan zu haben, was sich primär im kontinentalen Wettbewerb beobachten lässt. Ein Blick auf den Gäste-Kader unterstreicht auch bei der Mannschaftsstruktur die Ausnahmestellung der Isarstädter. Etliche einheimische Welt- und Europameister sowie genügend Imports aus dem oberen Regal des Basketball-Feinkostladens prägen das Gesicht des Vereins. 

 

Unter all den klangvollen Namen, die während der Turniere in den zurückliegenden Jahren im Adler-Trikot für so viel Begeisterung sorgten, befindet sich auch ein in Jena nicht gänzlich unbekanntes Gesicht. Mit Johannes Voigtmann kehrt heute ein Jenaer Basketball-Aushängeschild an die Saale zurück, das bei Science City vor vielen vielen Monden seine Laufbahn startete. Der gebürtige Eisenacher und ehemalige Absolvent des Jenaer Sportgymnasiums legte hier den Grundstein für seine eindrucksvolle Karriere und wird am Topspiel-Sonntag erstmalig in der Sparkassen-Arena auflaufen - ein ganz besonderes Wiedersehen... für beide Seiten. Ebenfalls im Fokus stehen dürfte der Hallenser Andreas Obst, der im WM-Halbfinale 2023 gegen die USA stolze 24 Punkte einstreute und sich mit nach dem Titelgewinn der deutschen Nationalmannschaft vorzeitig ein – noch imaginäres - Denkmal setzte. 

 

Obwohl diese Aneinanderreihung von Qualität(en), Quantität und Meriten im Vorfeld primär nach Jenaer Schadensbegrenzung klingen dürfte, wird sich auch am Sonntag erst auf dem Parkett entscheiden müssen, welches von beiden Teams den fokussierteren Part übernimmt. Schließlich gastieren die Bayern trotz ihres breiten Kaders zum bereits 17. Pflichtspiel dieses Kalenderjahres an der Saale. Zuletzt am Donnerstag bei Maccabi Tel Aviv bei einer bitteren 106:111 nach Verlängerung gefordert, übernimmt München in der Sparkassen-Arena natürlich dennoch die unumstrittene Favoritenrolle, wird allerdings auf ein Jenaer Team treffen, das sich vor dem FIBA-Break noch einmal beweisen will.  

 

„Wir hatten vor dem Bonn-Spiel einige angeschlagene Spieler im Kader, bei denen die Priorität in dieser Woche darauf lag, dass wir sie wieder gesund bekommen und alle trainieren können. Während der ersten Tage dieser Woche haben wir an unseren Schwächen gearbeitet und den Fokus darauf gelegt, dass unsere Mannschaft weiter zusammenwächst. Die Vorbereitung auf München hat erst etwas später begonnen. Wichtig ist, dass wir vor ausverkauften und stimmungsvollen Tribünen auflaufen und uns auf einen der Höhepunkte dieses Spieljahres freuen können“, so Björn Harmsen. „Nach dem Spiel gegen München, dem anschließenden Pokal-Wochenende und der Länderspielpause geht es in die entscheidende Saisonphase. Aufgrund der Umstrukturierungen im Kader werden wir diese Zeit nutzen, um die neu hinzugekommenen Jungs noch besser zu integrieren und uns als Team weiter zu festigen. Deswegen ist es schön, dass jetzt die Bayern kommen, eine gute Atmosphäre herrscht und die Vorfreude so groß ist, bevor es nach der Pause Schlag auf Schlag geht. Vielleicht kann uns dieser Verlauf der kommenden Wochen zu einer außerordentlichen Leistung gegen München beflügeln, welchen man ganz klar braucht, um den klaren Favoriten mindestens zu ärgern. Zur individuellen Stärke und Tiefe der Bayern muss man sicher nicht allzu viel sagen“, so Jenas Cheftrainer.  

 

Die Bilanz bisheriger Aufeinandertreffen spricht dabei klar für die Isarstädter. Abgesehen von einigen Achtungserfolgen mit drei Siegen während gemeinsamer Spieljahre in der ProA (2008/ 2009, 2009/2010), reisen die Münchner mit einer makellosen BBL-Serie an, die sich aus Jenaer Sicht mit 3:13 (973:1.134 Körbe) nicht ganz so ernüchternd liest, wie die auf Erstliga-Resultate bereinigten 0:7-Bilanz (492:660 Körbe).

 

20. Spieltag der easyCredit BBL: Science City Jena vs. FC Bayern München Basketball, 16.30 Uhr, Sparkassen-Arena, Live auf Dyn. Übertragungsbeginn ist um 16:15 Uhr, Kommentator ist Johannes Hülstrung. Hier findet Ihr den Link zur Live-Übertragung von WELT TV

 

Clara Pohl

 

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