Meisterliche Dominanz – Science City Jena kassiert gegen Bayern München historische Heimniederlage
Mit einer 61:106-Niederlage gegen den FC Bayern München Basketball verabschiedete sich Science City Jena am Sonntagabend in die zweite Länderspielpause der Saison. Der BBL-Aufsteiger aus Thüringen konnte dem Tabellenführer in einer am Ende einseitigen Partie nur zu Beginn Paroli bieten, bevor die meisterliche Dominanz der Isarstädter Jenas höchste Heimniederlage besiegelte. Ungeachtet des Endresultats bekamen die mit 3.125 Fans ausverkauften Arena-Tribünen sehenswerten Team-Basketball geboten, jedoch überwiegend von den Gästen.
Während sich die Münchner von ihrer Niederlage in der Euroleague am Donnerstagabend bei Maccabi Tel Aviv (106:111 n.V.) gut erholt und enorm spielfreudig präsentierten, konnte das Harmsen-Team im Auftaktviertel zwar zunächst noch Schritt halten, geriet im Anschluss jedoch immer deutlicher in Rückstand. Im Verlauf des Startviertels hatte Jenas frisch verpflichteter Flügelspieler Javon Franklin seinen Einstand im Trikot der Thüringer gegeben, war im Verlauf der Partie allerdings ebenso machtlos wie UC Iroegbu und Joe Wieskamp, die sich mit je 12 Punkten als beste Jenaer Korbjäger in die Statistik eintrugen.
Nachdem „Made-in-Jena-Export“ Johannes Voigtmann mit viel Applaus und durch einen herzlichen Empfang der Science-City-Fans begrüßt wurde, revanchierte sich der Welt- und Europameister als effektivster Münchner auf seine Art. Am Ende lieferte der 2.11m große Nationalmannschafts-Center in lediglich 19 Minuten eine Kostprobe seiner Variabilität, die mit elf Punkten, fünf Rebounds, vier Assists, drei Steals und einem Block ihren Weg in den Boxscore fand. Jenas Ex-Sportgymnasiast war nach internationalen Stationen in Spanien, Russland und Italien erstmalig als aktiver Spieler an die Saale zurückgekehrt und verbrachte an diesem Abend letztendlich mehr Zeit mit Selfie- und Autogrammwünschen als auf dem Parkett.
Unterdessen zeigten auch alle weiteren Münchner, die mit fast ihrer kompletten Starpower angereist waren, kein Erbarmen mit dem Aufsteiger. Bis auf Nationalspieler Oscar da Silva, der die 20-Minuten-Marke leicht überschritten hatte, verteilte Bayern-Coach Svetislav Pesic die Einsatzzeit seines Kaders ausgeglichen. So punkteten mit Andi Obst und Wenyen Gabriel (je 16 Pkt.), Vladimir Lucic (15), Oscar da Silva (12), Johannes Voigtmann (11) letztendlich auch gleich fünf Akteure der Gäste zweistellig.
Und Jena? Die Gastgeber hatten sich zu Beginn der Partie noch erfrischend mutig und widerstandsfähig präsentiert, lagen früh mit 7:2 (2. Alex Herrera Dunk) in Front und konservierten ihren Vorsprung bis zum 12:11 (5. Keith Braxton). Nachdem Uchenna Iroegbu einen Lucic-Dreier zum 14:14-Ausgleich (6.) egalisieren konnte, hatten die Thüringer an diesem Abend jedoch das letzte Mal Sonnenlicht gesehen. Fortan bestimmte der Deutsche Meister das Geschehen. Nach dem Startviertel zunächst auf 21:28 enteilt, legte das Pesic-Team bis zum 33:60-Pausenstand vorentscheidend nach. Auch wenn Krissi Krause kurz vor der Halbzeitsirene mit seinem Dreier für die letzte erfolgreiche Aktion der ersten Hälfte sorgen konnte, waren zu diesem Zeitpunkt die Rollen längst in Beton gegossen. Wie an der Schnur gezogen und zum Teil traumwandlerisch sicher wanderten die Bälle von einem Roten zum nächsten, um mit einer 66-prozentigen Trefferquote durch den Jenaer Ring zu fallen. So geriet die zweite Halbzeit letztendlich eher zum Schaulaufen der Münchner Qualität(en). Zwar blieb Science City bemüht, die Rückstände nicht komplett ausufern zu lassen, konnte dem Ball dennoch meist nur hinterherschauen, bevor es im eigenen Korb einschlug.
Nach dem Heimspiel gegen Bayern München wartet eine um das kommende Pokal-Wochenende verlängerte Länderspielpause auf Science City Jena, bevor die letzte Etappe der regulären BBL-Saison beginnt. Das Harmsen-Team wird zunächst im Rahmen einer Auswärtsserie in Vechta (06. März, 20.00 Uhr), Hamburg (10. März, 18.30 Uhr) und Ulm (14. März, 18.30 Uhr) gefordert, bevor anschließend vier aufeinanderfolgende Heimspiele gegen Oldenburg (18. März, 18.30 Uhr), Weißenfels (21. März, 16.00 Uhr), Hamburg (26. März, 20.00 Uhr) und Frankfurt (02. April, 18.30 Uhr) warten. Hier geht es zum Ticket-Onlineshop.
Svetislav Pesic (Headcoach FC Bayern München Basketball): „Das war ein sehr gutes Spiel von uns, obwohl es auswärts nie einfach ist. Eine sehr seriöse Leistung der Jungs, von Anfang an. Das freut mich, nächste Woche haben wir wichtige Aufgaben vor uns.“
Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Glückwunsch zum Sieg an Svetislav und sein Team. Die Bayern sind die Übermannschaft der Liga. Für die Zuschauer war es toll, diese Jungs, quasi die halbe Nationalmannschaft, heute in Jena zu erleben. Für uns war andererseits nicht viel zu holen. Auch wenn wir gut gestartet sind und das Spiel anständig beendet haben, konnte München in der Zwischenzeit unter Beweis stellen, wie viele Qualitäten sie in ihrem Kader versammelt haben. Sie haben über 40 Minuten in einem Ligaspiel Ganzfeld bei einem Gegner verteidigt, der um den Klassenerhalt kämpft. So wie die Bayern es machen, muss man es letztendlich aber auch machen, um die Spiele in der Liga zu gewinnen. Ich fand es schade, dass wir im zweiten Viertel nicht die Physis und Intensität gebracht haben, die nötig gewesen wäre, um das Spiel enger zu halten. Da hätten wir uns stärker wehren müssen.“
Punkteverteilung: Iroegbu 12, Wieskamp 12, Christen 8, Bank 7, Braxton 7, Franklin 6, Krause 4, Carter 3, Herrera 2, Bohannon, McNair
Spielfilm: 1. Viertel 21:28 - 2. Viertel 33:60 - 3. Viertel 47:92 - 4. Viertel 61:106


