Medipolis SC Jena klettert nach Heimsieg gegen Tübingen zurück an die Tabellenspitze
Mit einem 98:85-Heimsieg verabschieden sich die Zweitliga-Riesen von Medipolis SC Jena erfolgreich aus dem Basketball-Jahr 2021. Das Team von Trainer Domenik Reinboth bezwang die Tigers aus Tübingen am Montagabend nach einem bis ins Schlussviertel umkämpften Duell verdient und klettert aufgrund dieses Sieg zurück an die Tabellenspitze. Während sich der bisherige Spitzenreiter aus Rostock am Sonntag in Karlsruhe geschlagen geben musste (87:86) stand bereits vor der Begegnung in an der Saale fest, dass der Sieger dieses Duells den Jahreswechsel als Spitzenreiter der BARMER 2. Basketball Bundesliga verbringen wird.
Während sich die Thüringer mit den Gästen aus Baden-Württemberg einen über 35 Minuten anhaltenden Schlagabtausch auf Augenhöhe geliefert hatten, sorgte ein Jenaer 10:0-Lauf im Schlussviertel für die Vorentscheidung. Angeführt von Kapitän Julius Wolf, der mit 36 Punkten einen neuen persönlichen Rekord aufstellen konnte, gelang es den Thüringern, die Neckarstädter bis zur Schlusssirene auf Distanz zu halten.
Daniel Jansson (Headcoach Tigers Tübingen): „Es war eine sehr körperliche und bis ins Schlussviertel umkämpfte Partie. Vor der Saison gab es sicher nicht viele, die damit gerechnet hätten, dass wir uns mit einem Duell im Kampf um die Tabellenführung aus dem Jahr verabschieden. Wir hatten einige gute Momente in diesem Spiel, konnten über Tempo, Schnelligkeit und Ballbewegung wichtige Akzente setzen. In der entscheidenden Phase hat Jena seine Stärken ausgespielt und dieses Duell entschieden. Wir gehen am Ende mit 27 Fouls aus dem Spiel, Jena mit 17 und auch die Differenz bei den Freiwürfen haben uns am Ende ganz sicher nicht geholfen. Ich denke, dass wir trotz der Niederlage stolz auf die bisherige Saison zurückblicken können. Unser Team befindet sich weiterhin in einem Entwicklungsprozess. Am Ende kommt es darauf an, dass wir unseren besten Basketball im März oder April spielen oder vielleicht ja sogar erst im Mai.“
Domenik Reinboth (Headcoach Medipolis SC Jena): „Wir haben trotz vorhandener Baustellen eine deutlich bessere erste Hälfte als zuletzt in Rostock gespielt und konnten erfolgreich aus dem Jahr verabschieden. Es ist noch nicht ganz das was wir wollen, dennoch steht unter dem Strich ein Sieg gegen starke Tübinger. Wir können nicht erwarten, dass wir über jedes Team der Liga hinwegrollen. Danny hat in Tübingen einen tollen Kader geformt, ein ganz schwierig zu spielendes Team entwickelt, dass auch schon im bisherigen Saisonverlauf überzeugen konnte. Auch wenn unser Gegner heute, speziell in der ersten Halbzeit, einige wirklich schwere Würfe getroffen hat, konnten wir uns Stück für Stück in das Spiel reinarbeiten. Am Ende haben wir die Ruhe behalten und unsere wichtigen Schüsse verwandelt. Ich bin sehr stolz auf unsere Mannschaft und wie sie heute auf die Niederlage in Rostock geantwortet hat.“
Julius Wolf (Topscorer Medipolis SC Jena): „Das wichtigste in diesem Spiel war neben dem Sieg unseren Rhythmus wiederzufinden, der uns zuletzt in Rostock abhandengekommen war. Wir haben uns in diesem wichtigen Spiel auch von zum Teil schweren Würfen nicht aus der Fassung bringen lassen, in der zweiten Hälfte unsere Stärken ausgespielt und die richtigen Antworten gefunden, um das Duell um die Tabellenführung für uns zu entscheiden. Tübingen war vor allem zu Beginn sehr gut auf uns eingestellt, hat über lange Zeit noch einmal klar unter Beweis gestellt, dass sie zurecht in der Tabellen oben stehen. Auch wenn es sich gut anfühlt, vom 1. Platz in das neue Jahr zu starten, gibt es für uns keinen Grund, sich auf diesem Etappenziel auszuruhen. Im Heimspiel gegen Vechta wartet am 02. Januar ja schon die nächste sportliche Herausforderung, auf die wir uns unabhängig vom derzeitigen Tabellenstand fokussieren müssen. RASTA ist als BBL-Absteiger schlecht in die Saison gestartet und wird sich für die bisherige Saison rehabilitieren wollen. Sie werden ohne Druck auflaufen und gegen uns, wie mittlerweile jeder Gegner, mit 130 Prozent ins Spiel gehen. Diese Intensität werden wir bis zu den Playoffs in jedem Spiel zu matchen haben.“
Nachdem sich im Duell um Platz Eins der BARMER 2. Basketball Bundesliga von Beginn an ein Duell auf Augenhöhe entwickelte hatte, die Thüringer etliche Freiwürfe ungenutzt ließen, waren es am Ende des Viertels die Gäste, die zunächst das bessere Ende für sich beanspruchen konnten. Tübingens finnischer Aufbauspieler Aatu Kivimäki hatte mit seinem Buzzerbeater parallel zur Pausensirene für die knappe 20:22-Führung der Tigers gesorgt und einen einbeinigen Flamingo-Shot von Julius Wolf zum 20:20 in die Rubrik Randnotiz verbannt. Einmal in Front liegend, starteten die Baden-Württemberg treffsicher in den anschließenden Spielabschnitt, enteilten dabei sogar kurzzeitig auf 23:31 (13. Mateo Seric), bevor Jenas Coach die taktische Notbremse zog. Erst ab Mitte des zweiten Viertels fand Medipolis SC Jena zunehmend besser in die Partie und verkürzte durch Stephan Haukohl auf 33:34 bevor Rayshawn Simmons in der 17. Minute auf 38:38 ausglich. Jenas Point Guard war auch maßgeblich am schönsten Spielzug der gesamten 40 Minuten beteiligt, als er 37.9 Sekunden vor der Halbzeitsirene Brandon Thomas mustergültig in der Luft bediente und der Veteran per Alley-Hoop abschloss. Dass der zwischenzeitliche 44:41-Vorsprung der Gastgeber nur eine kurze Halbwertzeit besaß und sich stattdessen die Schwaben mit einer 44:45-Führung in die Kabine verabschieden konnten, hatte das Team von Danny Jansson dem erst 20-jährigen Youngster Timo Lanmüller zu verdanken. Erneut war es ein Schuss hinein in die Pausensirene, die durch den Jenaer Korb fiel und für den hauchdünnen Vorsprung der Schwaben sorgte.
Analog zur ersten Hälfte entwickelte sich auch das dritte Viertel zu einem Hase-und-Igel-Showdown, der lange Zeit die Tübinger im Vorteil sah. Nachdem es den Neckarstädter bis zur 28. Minute gelungen war, ihre bis auf maximal vier Zähler pendelnde Führung zu konservieren, war es Kapitän Julius Wolf, der innerhalb von zwei Minuten mit neun Punkten das Momentum zu Gunsten seines Teams drehte und einen 58:61-Rückstand in eine 67:66-Führung umwandelte. Für die dazu passende Note sorgte unterdessen Vuk Radojicic 3.8 Sekunden vor der Sirene mit seinem Dreier zum 70:66. Längst mit dem entsprechenden Rhythmus ausgestattet, eröffnete Julius Wolf aus der Distanz den Schlussabschnitt zum 73:66, bevor die spielentscheidende Sequenz erst noch folgen sollte. So war es zunächst Mateo Seric, der die Tübinger bis zum Stand von 80:78 (34.) im Spiel halten konnte. Erneut nahm Jenas Coach Domenik Reinboth eine Auszeit und schien in der kurzen Ansprache die passenden Worte gefunden zu haben. Innerhalb von 122 Sekunden war es den Thüringern gelungen, einen 10:0-Lauf hinzulegen, um den Schlagabtausch bis zur 36. Minute zu entscheiden. In erster Linie durch Julius Wolf getragen, der mit fünf aufeinanderfolgenden Punkten Jenas Vorsprung zwischenzeitlich auf 85:78 schraubte, legten Alex Herrera und Brandon Thomas auf 90:78 nach.
Punkteverteilung Medipolis SC Jena: Wolf 36, Thomas 14, Simmons 13 (10 Ass.), Herrera 12, Haukohl 12, Radojicic 6, Brauner 5, Plescher, Alberton, Bank
Spielfilm: 1. Viertel 20:22 – 2. Viertel 44:45 – 3. Viertel 70:66 – 4. Viertel 98:85
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