Historischer Premieren-Hitchcock: Culture City Weimar schlägt SKYLINERS Juniors im Bundesliga-Debüt mit 81:77
Herzlich willkommen im Bundesliga-Zirkus, Culture City Weimar! Der ProB-Aufsteiger aus Thüringen feierte am Samstagabend im Verlauf eines gleichermaßen nervenaufreibenden wie verdienten 81:77-Heimsieges gegen Frankfurt einen Saisonstart nach Maß. Das Team von Farsin Hamzei bezwang die SKYLINERS Juniors in einem lange offenen und zwischenzeitlich nur kurz in Richtung der Hessen pendelnden Duell, das sich auf den letzten Metern zum erfolgreichen Premieren-Hitchcock entwickelte. Vor einer stimmungsvollen Kulisse bewiesen die Ilmstädter in den entscheidenden Momenten die nötige Nervenstärke – getragen von einem erfolgreich aufspielenden Duo aus Skandinavien.
Während Weimars schwedischer Point Guard Mikai Klintman mit 20 Punkten zum Topscorer avancierte, glänzte Center Peter Beier-Christiansen als dänischer Fels unter den Körben mit einem Double-Double, bestehend aus 14 Punkten und zwölf Rebounds. Von Youngster Johann Grau mit 13 Punkten als drittem zweistellig scorenden Thüringer unterstützt, war es am Ende dennoch der pure Siegeswille des gesamten Teams. Am Ende konnten sich fast alle Spieler des Gastgebers mit mindestens einem Korberfolg in den Boxscore eintragen. Am Ende trug vor allem Weimars Dominanz im Kampf um die Rebounds (49:34) zum letztendlich verdienten erfolgreichen ProB-Debüt bei.
Nachdem sich im Startabschnitt beim zwischenzeitlichen Score von 23:19 ein überwiegend eng umkämpfter Schlagabtausch abgezeichnet hatte, gelang es Culture City, seinen Vorsprung bis zum 45:39-Halbzeitstand zu konservieren. Wesentlich dynamischer entwickelte sich die Partie dann jedoch im Verlauf des dritten Viertels. Zwar konnten die Hausherren bis zur 22. Minute mit einem 12:0-Lauf bis auf 53:41 (Klintman, 3er) enteilen, doch die Gäste antworteten ihrerseits durch einen 11:0-Run, der das Duell vor der letzten Viertelpause auf 60:59 (29., Nikolic, Dunk) stellte. Weiterhin von marginalen Vorsprüngen und sechs Führungswechseln geprägt, bewiesen die Thüringer in der Crunchtime jedoch genug Nervenstärke, um ihren Sieg über die Zeit zu bringen. Für einen würdigen letzten Korb des Weimarer Auftaktsieges sorgte Fabian Baumgarten mit einem Dunk zum Endergebnis wenige Sekundenbruchteile vor der Schlusssirene.
Troy Culley (Headcoach SKYLINERS Juniors): Ich habe ein Spiel wie dieses erwartet. Zunächst einmal ist Culture City ein Verein, der nach der letzten Saison aus der Regionalliga aufgestiegen ist und in der Sommerpause einige interessante Talente hinzugewonnen hat. Deshalb erwarte ich in der ProB keine einfachen Spiele. Es ist eine professionelle Liga, und wir treten dort mit jungen Spielern an. Natürlich wird das eine Herausforderung. Kompliment an Weimar – sie haben heute sehr gut gespielt. Ich denke, wenn man einer Mannschaft 18 Offensiv-Rebounds gestattet und das Rebound-Duell mit 15 verliert, wird es ein schwieriger Abend. Wenn dann noch acht verworfene Freiwürfe hinzukommen, sind das genau die kleinen Unterschiede, die einem am Ende wehtun.
Farsin Hamzei (Headcoach Culture City Weimar): Erst einmal freut es mich, dass wir als Sieger aus dem Spiel gehen konnten. Wir haben glücklich gewonnen, das muss ich sagen. Die SKYLINERS waren wirklich ein fantastischer Gegner. Das Spiel stand auf Messers Schneide. Es freut mich, dass die vielen Anstrengungen der vergangenen Monate jetzt mit einem Sieg belohnt wurden. Dadurch kommt Freude auf – als Belohnung für all die Bemühungen der Stadt und der einzelnen Helfer, die hier so etwas zustande gebracht haben. Das Spiel lief zunächst relativ gut für uns. Die ersten beiden Viertel waren gut. Im dritten Viertel haben wir den Faden völlig verloren. Wir hatten im dritten Viertel neun Turnover und nur einen Assist. Der Ball lief nicht gut und Frankfurt hat intensiv Druck gemacht. Wir haben einige Änderungen vorgenommen, konnten wieder punkten und der Ball lief etwas besser. Am Ende waren es Kleinigkeiten: Der eine trifft, der andere trifft nicht. So kommen die vier Punkte Unterschied zustande – und unser erster Sieg in der 2. Basketball-Bundesliga.


