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Herzschlagfinale in Hamburg – Science City feiert dramatischen 84:82-Auswärtssieg bei den Towers

Moin Auswärtssieg. Der war richtig wichtig. Mit einem 84:82-Sieg nach einem dramatischen Herzschlagfinale wird Science City Jena die fünfeinhalb stündige Heimfahrt an die Saale antreten. Das Team von Headcoach Björn Harmsen gewann im wohl kürzesten Hitchcock der Saison nach dem Fehlwurf der Hamburger in der Schlusssekunde, entführte mit seinem achten Saisonerfolg zwei überaus wertvolle Pluspunkte und atmet nach zuletzt vier Niederlagen in Folge wieder frische Luft im Tabellenkeller.  Von Keith Braxton (21 Punkte), Joe Wieskamp (18), Uchenna Iroegbu (15) sowie Neuzugang Jack Pagenkopf (12) als zweistellig punktendes Quartett angeführt, geht das Lob für eine enorm kämpferische Leistung allerdings an das gesamte Team. 

 


Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Für uns war wichtig, dass wir wie schon zuletzt in Vechta heute wieder gut starten. Wir konnten ein bisschen länger regenerieren als Hamburg. Uns war aber klar, dass Hamburg wieder ins Spiel finden wird. Sie haben Qualität und in den letzten Wochen sehr gut gespielt. Wir sind ein bisschen müde geworden, haben auch die Mannschaft ein bisschen umgebaut. Und dann ist es klar, dass unter Stress und in so einer Drucksituation noch Fehler passieren. Es wird besser, aber es passiert immer noch. Am Ende hätten beide Mannschaften gewinnen können. Wir haben ein bisschen was liegen lassen, aus dem unsportlichen Foul nur einen Punkt geholt. Aber zumindest dann in der Defensive die Stopps bekommen, die wir dann noch gebraucht haben.“

 

Benka Barloschky (Headcoach Veolia Towers Hamburg): „Ich bin nicht damit zufrieden, wie wir das Spiel zu Ende gebracht haben. Meines Erachtens dürfen wir dieses Spiel nie und nimmer verlieren. Wir gewinnen das Possession-Game klar, rebounden besser, passen besser auf den Ball auf – kreieren Chance um Chance. Wir müssen dieses Spiel gewinnen. Unsere Trefferquoten sind aber nicht hoch genug, wie in Ludwigsburg. In beiden Spielen graben wir uns am Anfang ein Riesenloch. Das darf nicht passieren. Wenn das nicht wäre, dann gewinnen wir das Spiel womöglich in einer kontrollierten Art und Weise. Wir waren über weite Strecken die bessere Mannschaft, haben am Ende viel richtig gemacht, uns aber nicht belohnt. Es ist jetzt ein sehr schmaler Grat für die nächsten Spiele.“ 

 

 


 

Nachdem das Harmsen-Team, wie schon am Freitag in Vechta, einen Start nach Maß erwischt hatte, von Neuzugang Jack Pagenkopf mehrfach mustergültig assistiert auf 2:13 (3., Joe Wieskamp) enteilen konnte, wuchs der Vorsprung auch in den Folgeminuten fast schon besorgniserregend. Towers-Coach Benka Barloschky hatte in dieser frühen Phase bereits zwei Auszeiten nehmen müssen, die bei den Gastgebern allerdings nur temporär für Linderung sorgten. Mit atemberaubenden Tempo, allerdings nur einer bis dato konstant klickenden Offense, die der Gäste, ging es in Richtung der ersten Pause des wahrscheinlich besten Jenaer Auftaktviertels dieser Saison. In der 7. Minute hatte Lorenz Bank einen Dreier zum 12:32 (7.) eingestreut und sowohl in der Inselpark Arena als auch an den Dyn-Bildschirmen für ungläubiges Staunen gesorgt, bevor sich die Hanseaten pünktlich zur Schlusssirene auf 22:34 (Ross Williams, FTs) etwas entrunden konnten. Einmal mehr zeigte sich im Verlauf der nächsten zehn Minuten, dass Basketball ein Spiel der Läufe ist. Trotz Jenas zwischenzeitlich dominanter Führung, nahm die Partie bis zur Halbzeit aus Sicht der Hausherren einen deutlich harmonischeren Verlauf. Die Hamburger wehrten sich und waren nach einem Dreier von Martin Breunig zum 32:39 (14.) zurück im Spiel. Unmittelbar davor hatte der Towers-Center mit einem spektakulären Dunk auch den letzten Mitspieler sowie Zuschauer geweckt. Während sich die Norddeutschen nicht mehr abhängen ließen, gefährlich blieben und auch ein Jenaer 38:48-Führung bis auf 42:48 (20., Kenneth Ogbe) schmolzen, ging es beim Stand von 44:50 in die Kabinen.

 

Nach dem Start in die zweite Hälfte verbissen um Kurskorrektur kämpfend, war es schließlich Osaro Rich, der einen Dreier zum 55:55-Ausgleich verwandelte und den Score wieder auf Null stellte. Nun waren die Thüringer gefordert, den Gegner unter Kontrolle zu halten, was bis zu Martin Breunigs zweitem Dreier des Abends und dem 60:60-Ausgleich (26.) gelang. Während Devon Daniels knapp eine Minute später via Distanzwurf zum 63:60 die erste Hamburger Führung erzielte, übernahm der mentale Faktor in dieser Partie. Bis auf 68:61 (29.) distanzierten die Towers den Erstliga-Aufsteiger, bei dem an diesem Abend die Köpfe im Vergleich zum Vechta-Spiel jedoch oben blieben. 

 

Während das Nervenspiel mit 68:63 in die finale Runde abbog und auf beiden Seiten für die komplette Bandbreite an Emotionen sorgte, schienen die Hanseaten ihren Vorsprung über die Zeit bringen zu können. Bis zur 35. Minute und den zwischenzeitlichen Stationen 74:67 (33., Turudic) und 80:74 (35., Daniels) mehr oder weniger komfortabel vorn liegend, kippte Joe Wieskamp den Hitchcock auf den letzten Metern und brachte Science City mit sieben aufeinanderfolgenden Punkten mit 80:81 (37.) in Führung. Nach einem schnellen Timeout der sichtlich geschockten Towers wollten den Gastgebern bis zur Schlusssirene aber nur noch zwei Punkte gelingen, beide durch Freiwürfe. Auf Seiten des Harmsen-Teams war es unterdessen Keith Braxton, der die schmale Gratwanderung zwischen Hero oder Zero wagte und in der 38. Minute mit einem toughen Bounce zum 81:83 traf. Ein Block von Will McNair gegen Leonard Thorpe hatte defensiv für einen wertvollen Crunchtime-Stopp gesorgt, bevor Jenas Nummer 3 an die Linie musste und 59.7 Sekunden vor Ultimo auf 81:84 erhöhte.

 

Während Hamburgs Niklas Wimberg 35 Sekunden vor Schluss  an der Linie das 50-prozentige-Schicksal des Science-City-Centers teilte, lediglich auf 82:84 verkürzte, hielt das Harmsen-Team die Entscheidung in seinen Händen, verpassten es jedoch, das Nervenkostüm seiner Fans zu schonen. Nach einem Turnover sowie einem Fehlwurf kam Hamburg zehn Sekunden vor dem Gong noch einmal in Ballbesitz, musste aufgrund eines eher gebrauchten Schlussphasen-Managements jedoch einen Notwurf nehmen, der aus Sicht der Saalestädter glücklicherweise zu kurz geriet.

 


 

Keith Braxton (Topscorer): „Es war ein großartiger Teamerfolg, der uns wieder in die Spur zurückgebracht hat. Wir sind früh in Führung gegangen und obwohl der Gegner das Spiel zwischenzeitlich drehen konnte, haben wir weitergekämpft, als Team zusammengehalten, um uns mit diesem wichtigen Erfolg zu belohnen. Dieses Momentum gilt es zu konservieren, für die kommenden Wochen, grundsätzlich aber bis zum Saisonende.“ 

 

Joe Wieskamp: „Das war ein enorm wichtiger Sieg für die Mannschaft, um wieder in die Erfolgsspur und zu einem guten Rhythmus zurückzufinden. Diesen Schwung müssen wir jetzt in die nächsten Spiele mitnehmen. Schon am Samstag bietet sich die nächste große Chance.“ 

 

Lorenz Bank: „Nachdem unser Team mit sehr guter Intensität und viel Willen in das Spiel gestartet ist, sind wir im zweiten Viertel etwas eingebrochen. Hamburg hat da einen guten Job gemacht und uns physisch gematcht. In der zweiten Hälfte wurde die Physis ein wenig rausgenommen, was uns ein paar Probleme bereitet hat. Dafür konnten wir im Schlussviertel zeigen, dass wir mit gutem Teamgeist, starker Moral und viel defensiver Energie in der Lage sind, solche schwierigen Spiele zu drehen.“

 


Punkteverteilung: Braxton 21, Wieskamp 18, Iroegbu 15, Pagenkopf 12, McNair 7, Bank 6, Carter 3, Herrera 2, Krause, Christen – Franklin (DNP) 

 

Spielfilm: 1. Viertel 22:34 – 2. Viertel 44:50 – 3. Viertel 68:63 – 4. Viertel 82:84 

 

Kompletter Boxscore 

 

Die Dyn-Highlights des Spiels

 

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