Derbe Packung in Niedersachsen - Science City unterliegt im RASTA Dome mit 101:64
Stark begonnen, noch stärker nachgelassen, so lässt sich das Auswärtsspiel von Science City Jena am Freitagabend in Niedersachsen in Kürze zusammenfassen. Die Thüringer mussten am 22. Spieltag der easyCredit BBL bei RASTA Vechta eine deutliche 101:64-Niederlage einstecken und verspielten im Verlauf einer gebrauchten zweiten Hälfte die Differenz des direkten Vergleichs aus ihrem 95:78-Hinrundensieg.
Von einer Dreier-Gala des Vechtaer Topscorers Tevin Brown (30 Punkte, 7/8 3PTs) überschattet, fand Science City primär im Verlauf der ersten Halbzeit erfolgreiche Antworten auf das Spiel der Hausherren. Trotz starker Jenaer Auftaktminuten und einer schnellen 13-Punkte-Führung (4., 0:13, Robin Christen) hatten die Niedersachsen das Duell bis zur ersten Viertelpause bereits auf 28:22 gedreht. Auch im zweiten Abschnitt verlief die Partie über einen längeren Zeitraum noch ausgeglichen und obwohl es Lorenz Bank 90 Sekunden vor der Sirene gelungen war, auf 46:43 zu verkürzen, verlor Science City anschließend den Faden, um sich bis zum 53:43-Halbzeitstand zweistellig abhängen zu lassen. Noch deutlicher wuchs Vechtas Vorsprung trotz eines zwischenzeitlichen Dreiers von Neugang Jack Pagenkopf zum 65:55 (25), nachdem Tevin Brown mit vier aufeinanderfolgenden Dreiern nicht auf auf 77:55 erhöhte, sondern auch echte Wirkungstreffer erzielt hatte. Von diesem Rückstand erholte sich das Harmsen-Team in der verbleibenden Spielzeit nicht mehr und musste sich letztendlich in dieser Deutlichkeit geschlagen geben.
Christian Held (Headcoach RASTA Vechta): „Wir sind nicht gut in das Spiel gestartet, mit der Einschränkung, dass wir auch in den ersten Minuten sehr offene Würfe hatten. Die haben wir aber alle nicht getroffen. Wenn man dann so eine Saison hat, wie wir sie haben, kommen natürlich direkt die Zweifel. Wir sind aber bei uns geblieben und haben dann einen sehr guten Job gemacht - vor allem in der Defense. In der 2. Halbzeit hatten wir eine Phase mit 17 Stopps in Serie. Das hat uns das Spiel gewonnen, Jena hat in der 2. Halbzeit nur 21 Punkte gemacht. Es freut mich extrem für die Mannschaft, weil sie wirklich hart arbeitet. Wir haben viel an unserer Defense gearbeitet und heute konnte sich das Team dafür belohnen. Es freut mich aber auch für die Fans, die uns, das habe ich schon nach dem Ulm-Spiel gesagt, immer fantastisch unterstützen. Die Stimmung war heute wieder überragend. Dass wir da jetzt endlich auch mal was zurückgeben konnten, das freut uns ungemein.“
Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Ich hätte nach dem Beginn überhaupt nicht gesagt, dass es nicht noch für Vechta klappen kann. Ich denke, dass nach den ersten zwei Minuten weniger mit meiner Mannschaft passiert ist, als dass es was mit den Vechtaern gemacht hat. Man hat beiden Teams die Pause angemerkt. Da ist es dann auch egal, wie viel man trainiert oder ob man vielleicht ein Testspiel gemacht hat. Es fehlt dann ein bisschen an Rhythmus. Wir sind zwar besser ins Spiel gestartet. Aber Vechta hat natürlich unglaubliche Qualität, insbesondere auf den Guard-Positionen. RASTA ist dann erst einmal durch unsere Ballverluste ins Spiel gekommen, was ärgerlich war. Entscheidend war dann das Ende des 2. Viertels, wo RASTA auf zehn Punkte weggezogen ist. In dieser Minute hatten wir defensiv und offensiv leider zu viele Fehler hintereinander. Und im 3. Viertel hatte Vechta einfach viel mehr Energie als wir, sie haben sich offensiv in einen Rausch gespielt. Tevin Brown hat unglaublich getroffen, gerade in Transition. Und deswegen war es am Ende auch so deutlich.“
Während Science City beim Tabellennachbarn einen Start nach Maß erwischte, durch erfolgreiche Würfe von Robin Christen, Joe Wieskamp, Geburtstagskind Krissi Krause und Will McNair trotz eines Vechtaer Timeout bis auf 0:13 (4.) enteilt war, konterten die Hausherren innerhalb von zwei Minuten mit all ihrer Wucht. Vechtas späterer Topscorer Tevin Brown hatte praktisch im Alleingang zunächst auf 8:13 verkürzt, bevor auch Alonzo Verge im Spiel angekommen war und beim 15:15 (6.) erstmalig ausglich. Nachdem die Partie nun zunehmend in Richtung der Niedersachsen kippte, Uchenna Iroegbu 35 Sekunden vor der ersten Viertelsirene auf 27:22 verkürzen konnte, ging es beim Stand von 28:22 in die Pause.
Von umkämpften Zwischenständen flankiert und nach zwei Freiwürfen von Joe Wieskamp zum 37:39 (15.) kurz auf die Seite der Thüringer pendelnd, verlief die Partie bis unmittelbar vor dem Kabinengang allerdings eng und und weitestgehend ausgeglichen. Obwohl es Lorenz Bank in der 18. Minute gelungen war, den 46:43-Anschluss zu erzielen, sorgte Vechta in den verbleibenden 90 Sekunden bis zur Halbzeitpause für lange Gesichter im Jenaer Lager. Tevin Brown und RASTA-Neuzugang Malik Parsons hatten drei Jenaer Unzulänglichkeit konsequent bestraft, ihr Team erstmalig zweistellig in Front gebracht und mit einer 53:43-Führung in die Kabine gehen lassen.
Nachdem es den Gastgebern mit Beginn der zweiten Hälfte gelungen war, ihren Vorsprung anfänglich zu konservieren, lief in den folgenden Sequenzen Jenas Nummer 10 Joe Wieskamp heißt. Mit sieben Punkten in dieser Phase hatte der Flügelspieler sein Team wieder auf 60:52 herangebracht, bevor Nachverpflichtung Jack Pagenkopf aus der Distanz zum 65:55 (25.) verwandeln konnte. Während Joe Wieskamp im folgenden Vechtaer Angriff einen Korbleger von Alonzo Verge ans Brett genagelt hatte, landete der Ball anschließend erneut bei Hausherren. Dann brach das Unheil über die Saalestädter fast im Sekundentakt herein. Zunächst hatte Tevin Brown mit Ablauf der Shotclock aus der Distanz wieder auf 68:55 erhöht, um auch seine nächsten drei Würfe jenseits des Perimeters zu verwandeln. Eine zwischenzeitlich genommene Jenaer Auszeit nach Browns Dreier zum 71:55 (26.) verpuffte dabei jedoch ebenso wirkungslos wie die folgenden Minuten nach Browns viertem Dreier zum 77:55 (27.). Bis zur letzten Viertelpause waren die Saalestädter über fünf Minuten ohne offensive Durchschlagskraft geblieben und beim Stand von 82:55 vor dem Schlussviertel bereits geschlagen.
Spielfilm: 1. Viertel 28:22 – 2. Viertel 53:43 – 3. Viertel 82:55 – 4. Viertel 101:64


