Der wichtigste Sieg des Jahres - Science City Jena gewinnt Halbfinal-Auswärtsspiel in Gießen mit 87:77
Mit einem am Ende souveränen 87:77-Auswärtssieg bei den GIESSEN 46ers gab Science City Jena am Samstagabend eine erfolgreiche Antwort auf die 80:84-Heimniederlage am 15. Mai in der Sparkassen-Arena. Das Team von Björn Harmsen gewann vor 3.307 Zuschauern in der ausverkauften Osthalle letztendlich verdient und gleicht die Halbfinal-Serie auf 1:1 aus.
Während Zach Cooks mit 25 Punkten zum Topscorer avancierte, Raymar Morgan, Robin Christen sowie Rasheed Moore ebenfalls zweistellig punkten konnten, überzeugten die Thüringer im Verlauf der spannenden 40 Minuten mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Weiterhin ohne Lorenz Bank, der seit Mitte der Woche an einem Magen-Darm-Infekt laboriert, präsentierten sich die Jenaer, von knapp 80 lautstarken Fans unterstützt, von Beginn an enorm kämpferisch und ließen sich im Verlauf der Partie nur selten aus dem Rhythmus bringen.
Bereits am kommenden Dienstag, dem 20. Mai, kommt es um 19.30 Uhr zum erneuten Wiedersehen beider Kontrahenten, wenn die Hessen zum 3. Playoffspiel dieser Serie in der Sparkassen-Arena gastieren. Science City Jena hat dann die Chance, sich mit einem Heimsieg den ersten Halbfinal-Matchball zum Aufstieg in die easyCredit BBL zu besorgen, trifft dabei jedoch auf einen erneut gefährlichen Gegner, der mit denselben Ambitionen in die Partie starten wird. (hier Tickets online)
Im 2. Playoff-Halbfinale, in dem man schnell merkte, wie viel für die Thüringer auf dem Spiel stand, setzte das Harmsen-Team von Beginn an die markanteren Akzente. Offensiv geduldig spielend und in der Defense intensiv verteidigend, gelang es Science City trotz der keineswegs einfachen Atmosphäre früh auf dem Parkett der Osthalle anzukommen und die Fans der 46ers zu beruhigen. Nach zwei Freiwürfen von Raphael Falkenthal zum 6:14 (4.) hatten sich die Saalestädter ihren bis dato höchsten Vorsprung erkämpft, ohne sich jedoch weiterhin absetzen zu können. So blieb Gießen statistisch weiterhin in Sichtweite und konnte nach einem Dreier von Robin Benzing acht Sekunden vor der Sirene wieder auf 21:22 verkürzen.
Deutlich besser lief es für Jenas Team in der sich anschließenden Phase bis zum Kabinengang. Nach einem Dreier von Rasheed Moore zum 25:35 (14.) hatte sich Science City erstmals zweistellig abgesetzt und bohrte in der Folge weiter nach. Trotz eines Dreiers durch Gießens „emotionalen Defibrillator“ Luis Figge zum 28:39 (17.) blieb Jena das spielbestimmende Team und erzielte 23.4 Sekunden vor dem Ende der ersten Hälfte durch Raphael Falkenthal via Tip In zum 28:45 die höchste Führung des gesamten Spiels. Zwar gelang es Viktor Kovacevic unmittelbar vor der Pause, die knapp zweiminütige Durststrecke der 46ers zu beenden, Jenas relativ komfortabler Vorsprung war da allerdings schon in Stein gemeißelt.
Weiterhin intensiv und kräfteraubend setzte sich das Duell nach Beginn des dritten Abschnitts fort. Während Science City marschierte, versuchten die Gastgeber ihrem Kontrahenten auf den Fersen zu bleiben. Konstant inkonstant pendelten die Zwischenstände nun zwischen einem deutlichen Jenaer Plus in der 23. Minute (Rasheed Moore, 35:50) über die 27. Minute (Kyle Castlin, 47:56) bis zur letzten Minute dieses Viertels. Nach einem Distanzwurf von Zach Cooks kurz wieder mit 50:65 in Front gehend, beatmete Gießens Aufbauspieler Aiden Warnholtz mit fünf aufeinanderfolgenden Punkten zum 55:65 das Spiel der Lahnstädter und die Hoffnung auf weiterhin mögliches Comeback.
Doch Science City Jena blieb in der Schlussphase dieser Partie stabil und konzentriert genug, um sämtliche Anläufe einer erneut späten Aufholjagd des Ignjatovic-Teams abzuwehren. Trotz eines Figge-Korblegers zum 62:68 (32.) sowie zweier Freiwürfe von Kevin McClain zum 67:74 (36.) präsentierten sich die Thüringer in den Schlüsselsituationen der Crunchtime so kalt wie eine Hundeschnauze. Im Gegensatz zu Spiel 1, als man innerhalb von vier Minuten kurz vor Ultimo einen 16-Punkte-Vorsprung verspielte, war es dem Harmsen-Team gelungen, immer wieder kollektiv zu kontern und den Hessen vor allem mental den letzten Nerv zu ziehen. Nachdem Zach Cooks, Ray Morgan, Robin Christen und Alex Herrera in der Schlussphase den 1:1-Ausgleich dieser Halbfinal-Serie in Beton gegossen hatten, feierte das Team anschließend mit dem größtenteils unter das Hallendach verbannten Jenaer Fanblock seinen wichtigsten Sieg des Jahres.
Alex Herrera: „Das war heute ein großartiger Auswärtssieg, der uns den Heimvorteil zurückgebracht hat. Wir haben die richtigen Anpassungen vorgenommen und die nötige Energie sowie den nötigen Einsatz gezeigt. Wir haben das Tempo am Ende gut kontrolliert und gleichzeitig den Kampf um den Rebound gewonnen. Zeit für eine Analyse und eine Rückkehr am Dienstag, um in dieser Serie die Führung zu sichern.“
Rasheed Moore: „Im heutigen Spiel ging es um die Einstellung und Entschlossenheit. Wir wollten in dieser Serie nicht mit 0:2 in Rückstand geraten, wussten, dass wir von Beginn an alles geben mussten, um hier zu gewinnen. Auch wenn wir alles gegeben haben, war es trotzdem nicht unser bestes Spiel. Aber wir haben zusammengehalten und einen wichtigen Sieg errungen. Unsere Intensität war von Anfang bis Ende entscheidend. Wir haben noch viel zu verbessern, aber solange wir mit dieser Entschlossenheit spielen, glaube ich an eine positive Zukunft unserer Mannschaft in den nächsten Spielen.“
Raymar Morgan: „Ich denke, dass wir ein ganz gutes zweites Spiel abgeliefert haben. Man hat gemerkt, das jedem unserer Spieler die Bedeutung dieses zweiten Halbfinals bewusst war, für die Serie, für die Köpfe und den weiteren Verlauf. Letztendlich haben wir unsere Art von Basketball gespielt, verdient gewonnen und ausgeglichen.“
Robin Christen: „Das war ein enorm wichtiger Sieg in Gießen, den wir durch unsere starke Teamleistung auch verdient mitnehmen konnten. Wir sind mit vollem Fokus ins Spiel gestartet, haben uns eine wichtige Führung herausgespielt und diese, auch wenn es mal etwas knapper wurde, bis zum Ende gehalten. Unsere Mannschaft ist fokussiert geblieben, hat die Ruhe bewahrt und immer wieder gute Lösungen gefunden. Ein Dankeschön geht an die zahlreichen Fans, die uns in der Osthalle gut unterstützt haben. Für uns war es wichtig, den Heimvorteil zurückzuholen. Nach Spiel 2 geht es jetzt darum, wieder kurz zu regenerieren, um im nächsten Duell am Dienstagabend wieder mit aufgeladenen Akkus angreifen zu können. Die Arena muss in diesem 3.Halbfinale atmosphärisch brennen. Der Push durch jeden einzelnen Fan und Zuschauer ist gerade jetzt so wichtig, um in dieser Serie erstmals vorlegen zu können.“
Punkteverteilung: Cooks 25, Morgan 15, Christen 12, Moore 10, Herrera 7, Falkenthal 6, Carter 3, Haukohl 3, Krause 2, Nelson 2, Lodders 2 – Lang (DNP)
Spielfilm: 1. Viertel 21:22 – 2. Viertel 30:45 – 3. Viertel 55:65 – 4. Viertel 77:87
Das Spiel im Re-Live auf Sportdeutschland TV
Die Pressekonferenz nach dem Spiel.


