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Bärenstarker Sieg bei den Tigers – Science City Jena gewinnt in Tübingen hoch und verdient mit 99:73

Science City Jena rollt im neuen Jahr weiterhin erfolgreich durch die Hallen der Republik und war auch am Samstagabend bei den Tigers Tübingen nicht zu stoppen. Das Team von Headcoach Björn Harmsen gewann am Neckar gleichermaßen hoch wie verdient mit 99:73 und feierte vor 2.367 Zuschauern in der Paul Horn-Arena seinen mittlerweile siebten Sieg in Folge. Bedingt durch die weiteren Resultate des 20. ProA-Spieltages setzt sich Science City Jena um einen weiteren Sieg vom Tabellenzweiten aus Trier (86:87 vs. Crailsheim) ab und befindet sich auf einem guten Weg in Richtung Playoffs. Aktuell rangieren die Saalestädter mit 36 Punkten vor den Rheinland-Pfälzern (30 Pkt.), bevor ein  sieben Mannschaften umfassendes Verfolgerfeld der BARMER 2. Basketball Bundesliga beginnt.

 

Von Zach Cooks mit 23 Punkten als Topscorer angeführt, überzeugte Science City auch beim BBL-Absteiger der Vorsaison mit einer mannschaftlich geschlossenen Leistung, die vor allem in der zweiten Hälfte einige Highlights bereithielt. Während Tyler Nelson sein Debüt im Jenaer Trikot feiern konnte, in knapp sieben Minuten zwei Punkte und drei Assists beisteuerte, wird der 29-jährige Import allerdings noch etwas Zeit benötigen, um endgültig anzukommen.

 

Derweil zeigte sich Science City Jena auch bei einem Kontrahenten aus der oberen Tabellenhälfte enorm spielfreudig, mannschaftsdienlich und treffsicher. Mit 26 Assists gelang es dem Harmsen-Team in den Mannschaftsstatistiken zudem einen neuen Saison-Bestwert aufzustellen. Bereits am kommenden Samstabend wartet das Heimspiel gegen die PS Karlsruhe Lions. Das Duell gegen den amtierenden Meister der BARMER 2. Basketball Bundesliga findet am 01.02.2025 um 18.30 Uhr in der Sparkassen-Arena statt. (hier geht es zu den Online-Tickets)

 


Zach Cooks (Topscorer): „Das war ein weiter wichtiger Sieg für uns, insbesondere auswärts und bei einem potenziellen Playoff-Team. Wir waren im Verlauf der ersten Halbzeit noch nicht so griffig wie in der zweiten Hälfte, haben in der Pause aber die richtigen Anpassungen vorgenommen, um das Spiel zu gewinnen. Es war auf jeden Fall ein guter erster Sieg, um Tyler einzubinden. Jetzt brauchen wir nur noch Krissi zurück, um die nächsten Wochen mit unserem kompletten Kader Rhythmus aufzubauen.“

 

Raymar Morgan: „Das war eine starke Teamleistung unserer Mannschaft heute Abend. Wir sind nie in Panik geraten, haben uns gegenseitig vertraut und uns an den Gameplan eingehalten. In der zweiten Halbzeit konnten wir unsere Intensität steigern und eine potenzielle Playoff-Mannschaft wie Tübingen ausschalten. Ich bin stolz auf meine Jungs.“

 

Lorenz Bank: „In der ersten Hälfte konnten wir noch nicht das abrufen, was wir uns vorgenommen hatten. Die Zonenpresse der Tübinger hat uns dabei schon ein paar Probleme bereitet. In die zweite Hälfte sind wir besser gestartet und konnten den Druck in der Defense erhöhen. Dadurch haben wir den Vorsprung vergrößert und schlussendlich den Auswärtssieg verdient mit nach Hause genommen.“

 

Robin Christen: „Das war eine starke zweite Hälfte von uns. Wir haben super als Team zusammengespielt, konnten uns nach der Halbzeitpause defensiv steigern und letztendlich auch in dieser Höhe verdient gewinnen. Es hat Spaß gemacht. Jetzt geht es darum, von Spiel zu Spiel zu arbeiten, weiterhin unseren Fokus zu halten und Tyler zu integrieren. Ich hoffe, dass auch Krissi bald wieder ist, damit wir uns mit der kompletten Mannschaft entwickeln können.“

 

Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Wir haben in der ersten Halbzeit nicht physisch genug gespielt, waren relativ soft und haben speziell im zweiten Viertel viel zu viel zugelassen. In dieser Phase sahen wir beim Rebound nicht gut aus, haben den Ball nicht gut bewegt und waren auch bei den Abschlüssen zu nachlässig. Tübingen konnte vor der Pause 27 Punkte gegen uns erzielen, was uns nicht passieren darf. In der Halbzeit haben wir ein paar Inhalte taktisch umgestellt, aber das Entscheidende war die Intensität, mit der wir in das dritte Viertel gestartet sind. Die Premiere für Tyler war heute sicher nicht einfach für ihn. Dennoch hat er den Ball gut gepasst und wenig Fehler gemacht. Es wird sicher noch Zeit brauchen, um ihn vollständig zu integrieren, aber da habe ich keine Sorge, dass das nicht funktioniert.“

 

Domenik Reinboth (Headcoach Tigers Tübingen): „Glückwunsch an Jena zu diesem verdienten Sieg. Sie haben gezeigt, warum sie Tabellenführer sind. Wir wussten, dass sie mit einer anderen Intensität aus der Kabine kommen werden. Und dennoch ist es uns nicht gelungen, diese Intensität zu matchen. Wir haben es die ganze Woche trainiert, weil wir wussten, wie Jena spielt und verteidigt. Das ist dann sehr ärgerlich. Wir haben immer wieder die gleichen Fehler gemacht. Gefühlt war jeder Angriff ein Korb für unseren Gegner. Offensiv können wir natürlich nicht zufrieden sein. Da waren 31 Punkte in einer Halbzeit einfach zu wenig und 60 Gegenpunkte viel zu viel. Wir sind ein Team, dass sich über die Defense ihr Selbstvertrauen für die Offense holt. Dies konnten wir in der zweiten Halbzeit aber nicht mehr umsetzen. Mit der ersten Hälfte können wir sehr zufrieden sein. Da ist unser Spielplan voll aufgegangen.”

 


Nachdem sich beide Teams zunächst ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert hatten, gelang es den Thüringern sich durch einen Dreier von Zach Cooks auf 8:14 (5.) abzusetzen und ihren Vorsprung bis zur Viertelpause beim Stand von 15:22 zu konservieren. Ein gegensätzlicher Verlauf entwickelte sich im anschließenden zweiten Abschnitt, den die Schwaben effektiv nutzten, um das Duell in ihre Richtung zu drehen. Tübingens Center Vincent Neugebauer kippte die Partie in der 15. Minute mit einem 3-Punkt-Spiel auf 34:32 und brachte die Gastgeber erstmalig in Front. Science City Jena wirkte in dieser Phase nicht nur beim Kampf um die Rebounds zu nachlässig, sondern hatte sich zudem etliche Turnover geleistet, die bis zum Kabinengang auf zehn Ballverluste angewachsen waren.

 

Ein deutlich verändertes Bild sorgte nach der Pause für einen frühen Umschwung. Speziell Lorenz Bank schien nun kaum zu bremsen. Jenas Youngster war es 109 Sekunden nach Start in die zweite Hälfte vorbehalten, zunächst auf 42:42 auszugleichen, bevor er in offensivstarken Kombination mit Robin Christen, Zach Cooks und Raymar Morgan statistische Fakten schuf. Seine Dreier mit der Routine eines Veteranen versenkend, lieferte Jenas 23-jähriges Juwel allein im dritten Viertel stabile elf Punkte ab und brachte das Harmsen-Team auf Kurs in Richtung Auswärtssieg. Mit optischen Highlights wie dem Bilderbuch-Floater von Zach Cooks zum 52:62 (27.) oder Alex Herreras Dunk zum 55:64 (28.) hatte der Tabellenführer kurzzeitig das Gaspedal durchgetreten und sich eine relativ komfortable Führung erspielt. Die finalen Momente des Abschnitts gehörten dann aber wieder Jenas Nummer 25, als er knapp 30 Sekunden vor der letzten Pause defensiv mit einem Block gegen Till-Joscha Jönke glänzte, um einen Wimpernschlag vor der Sirene einen vergebenen Dreier zu antizipieren und zum 57:68 zu versenken.

 

Trotz der zwischenzeitlichen Pause war Lorenz Bank im Luka-Doncic-Modus geblieben und ließ weitere Körbe regnen. Innerhalb von 58 Sekunden hatte er zwei Dreier zum 59:74 (31.) durch die Tübingen Reuse fallen lassen, bevor Chris Carter auf 59:77 vorentscheidend nachlegte. Nach dieser entscheidenden Phase hatte Tigers-Coach Domenik Reinboth genug gesehen und beorderte sein Team zur Auszeit an die Seitenlinie. Zwar verkürzten die Neckarstädter im Anschluss kurzzeitig auf 63:77, doch bereits im direkten Gegenzug schlug es erneut im Ring der Gastgeber ein. Zach Cooks hatte einen perfekt getimten Alley Oop-Pass auf Alex Herrera gespielt, den Jenas Center zum 63:79 humorlos durch den Ring prügelte und sogar Trainer Björn Harmsen ein kurzzeitiges Lächeln entlockte. Das attraktivste Schmankerl sollte jedoch noch folgen. Zunächst hatte Raphael Falkenthal mit einem schwierigen Off-Balance Jumper auf 65:85 erhöht, bevor Zach Cooks im Fallen mit einem Highlight der Marke Circus Shoot zum 65:67 traf. Was im Boxscore als schnöder „Korbleger“ gelistet wurde, ist mindestens ein halbes Auge im Re-Live wert. Apropos Highlight-Reel: Dass auch Raymar Morgan trotz fortgeschrittenen Alters noch in der Lage ist, einen Sprint anzuziehen, bewies der 36-jährige Veteran mit seinem Coast-to-Coast zum 65:92 (36.).

 

Punkteverteilung: Cooks 23, Bank 20, Christen 17, Morgan 8, Falkenthal 8, Moore 7, Carter 5, Lodders 4, Herrera 4, Nelson 2, Haukohl 1

 

Spielfilm: 1 Viertel 15:22 – 2. Viertel 42:39 – 3. Viertel 57:68 – 4. Viertel 73:99

 

Kompletter Boxscore

 

Das Spiel im Re-Live auf Sportdeutschland TV

 

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