Anfänglicher Krampf endet mit erfolgreichem Kampf – Science City Jena zieht nach 85:78-Sieg in 2. Pokalrunde ein
Geschafft. Nach gleichermaßen viel Krampf wie Kampf steht Science City Jena in der 2. Runde des BBL Pokals. Das Team von Trainer Björn Harmsen schlug am Mittwochabend in der Arena Hohenlohe den ProA-Ligisten der HAKRO Merlins Crailsheim mit 85:78 und gastiert in der bereits ausgelosten nächsten Runde des Cup-Wettbewerbs bei den Rostock Seawolves. Das Duell an der Ostsee wird am Wochenende des 18./19. Oktober in der Stadthalle Rostock stattfinden.
Von Aufbauspieler Eric Washington mit 26 Punkten angeführt, benötigten die Saalestädter eine Leistungssteigerung nach der Halbzeitpause, um einen zwischenzeitlichen 51:38-Rückstand (25.) zu drehen und erfolgreich in die Pflichtspielsaison zu starten. Nachdem das Harmsen-Team im heutigen Duell auf Flügelspieler Joe Wieskamp (Bänderverletzung) verzichten musste, wartet bereits am Freitagabend der Saisonstart der easyCredit BBL beim amtierenden Deutschen Meister FC Bayern Basketball. Der Kampf des Thüringer David beim Münchner Goliath im BMW Park beginnt um 20.00 Uhr.
In einer Partie, die trotz des Klassenunterschieds bis in die Schlussphase ausgeglichen verlief, war beiden Kontrahenten die Last des ersten Pflichtspiel-Auftritts anzumerken. Sowohl Science City als auch die heimstarken Gastgeber zeigten sich zwar immer wieder um Rhythmus bemüht, blieben durch mäßige Wurfquoten jedoch in ihren Ansätzen stecken. Nach einem punktearmen Startviertel war es Jenas Point Guard Eric Washington in der 13. Minute zwischenzeitlich gelungen, die Thüringer beim 18:20 erstmalig in Führung zu bringen. Doch Crailsheim konterte unmittelbar vor der Halbzeitpause bis auf 36:28 (19., Langley), bevor Chris Carter parallel zur Pausensirene auf 36:30 verkürzen konnte.
Nachdem die zum Aufstiegsfavoritenkreis der ProA zählenden Baden-Württemberger mit Beginn des dritten Viertels nachlegten und über 47:36 (23., Blunt 3er) bis auf 51:38 (25., Gaines) enteilt waren, nahm Jenas Cheftrainer Björn Harmsen seine bereits zweite Auszeit nach der Pause. Mit Erfolg, wie der weitere Verlauf dieses Spiels bewies. Im Anschluss an das Timeout waren es nun die Saalestädter, die sich mit einer kämpferisch starken Vorstellung wieder kontinuierlich annäherten und beim 56:56 (28. Keith Braxton, 3er) ausgleichen konnten. Vom zuletzt aufgrund einer Viruserkrankung über zwei Wochen ausgefallenen Eric Washington herrausragend angeführt und dirigiert, hatte Science City Jena dem Druck der Hausherren standgehalten, bevor es beim Score von 61:60 in den Schlussabschnitt ging. Durch einen weiteren Dreier des US-Imports mit 61:63 (31.) in Front gegangen, erhielt Jenas Kapitän den so wichtigen offensiven Support seiner Mitspieler.
Vor allem Tavian Dunn-Martin, Keith Braxton und Naz Bohannon hatten in dieser Phase für Entlastung im Scoring gesorgt und den Vorsprung konserviert, bevor Crailsheim noch einmal zum Comeback ansetzte. Durch einen Freiwurf von Center Marvin Ogunsipe war es den Merlins gut vier Minuten vor der Schlusssirene gelungen auf 77:77 auszugleichen. In einer umkämpften Crunchtime gelang es Science City dann jedoch vor allem über die Verteidigung, den verdienten Sieg über die Ziellinie zu bringen. Während das Jenaer Center-Guard-Duo Great Osobor und Eric Washington alle acht verbleibenden Punkte der Thüringer erzielen konnte, hatte man Crailsheim nur noch einen verwandelten Freiwurf zum zwischenzeitlichen 78:81 (38., Harris) gestattet.
Björn Harmsen (Cheftrainer Science City Jena): „Es war das vorab erwartet schwere Duell gegen eineb sehr aggressiv spielenden Gegner mit Heimvorteil. Wir haben am Anfang leider unsere gut herausgespielten freien Würfe nicht getroffen und während der ersten Halbzeit nur einen Dreier verwandelt. Wichtig war, dass wir dennoch über unsere Defensive im Spiel geblieben sind. In der zweite Hälfte hatten wir eine Phase, in der dann für uns gar nichts lief und Crailsheim sich bis auf 13 Punkte absetzen konnte. Erst als wir im Anschluss deutlich besser verteidigt und schneller gespielt haben, konnten wir uns einen Vorsprung herausarbeiten, der letztendlich bis zum Ende gereicht hat. Gerade Eric hat nach seinem Infekt und dem längeren Ausfall in den zurückliegenden Wochen ein wenig Zeit benötigt, um wieder Rhythmus zu finden. In dieser Phase hat man gesehen, wie wichtig er für uns ist.“
Eric Washington (Topscorer): „Ein war ein guter, wichtiger und wertvoller Erfolg in diesem ersten Härtetest zum Saisonstart. Das Team zeigte große Widerstandsfähigkeit. Uns fehlte Joe, der ein wichtiger Teil unseres Team-Puzzles ist. Dafür sind heute andere Jungs eingesprungen, die mit Charakter, Härte und Leidenschaft dagegengehalten haben. Ein toller Sieg, der die nächste Pokalrunde garantiert und uns in diesem Wettbewerb am Leben erhält.“
Keith Braxton: Das Spiel gestern Abend war ein guter Test für uns. Wir mussten viele Herausforderungen meistern. Eine laute Atmosphäre, viele Rückstände und Foulprobleme. Wir haben es geschafft, zusammenzuhalten und am Ende das Spiel zu gewinnen. Nicht jedes Spiel ist einfach oder läuft zu unseren Gunsten, deshalb bin ich stolz darauf, dass wir nicht aufgegeben und bis zum Ende gekämpft haben.
Punkteverteilung: Washington 26, Braxton 22, Dunn-Martin 12, Bohannon 11, Osobor 8, Carter 2, Bank 2, Krause 2, Christen, Herrera – Biel (DNP)
Spielfilm: 1. Viertel 13:13 – 2. Viertel 36:30 – 3. Viertel 61:60 – 4. Viertel 78:85


