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Zwischen Stolz und Enttäuschung – Science City unterliegt beim Vize in Ulm nach tragischer Crunchtime mit 93:90

 

Knapp 40 Minuten hielt Erstliga-Aufsteiger Science City Jena der individuellen Klasse von ratiopharm ulm stand, musste sich am Ende dennoch der Qualität und Tiefe des BBL-Vizemeisters beugen. Die Thüringer unterlagen am Samstagabend vor 5.553 Zuschauern an der Donau nach einer beeindruckenden Aufholjagd in der Crunchtime unglücklich mit 93:90, präsentierten sich trotz der Niederlage enorm kämpferisch und widerstandsfähig.

 

Zu Beginn des letzten Viertels mit 15 Punkten (32., Justin Simon, 85:70) in Rückstand liegend, startete Science City in der Folge ein charakterstarkes Comeback und konterte zunächst durch einen 11:0-Run bis auf 85:81 (36., Alex Herrera). Noch dramatischer entwickelte sich das Duell in der Schlussminute, nachdem Keith Braxton an der Freiwurflinie 55 Sekunden vor der Sirene auf 91:90 verkürzen konnte. In der folgenden Angriffssequenz und auf dem Weg zum Ulmer Korb dribbelte sich Jenas Nummer 13 den Ball auf seinen Fuß, welcher anschließend in den Händen der Gastgeber landete. Ulms Mark Smith nutzte die Möglichkeit zum Fastbreak an und erhöhte trotz Foul auf 93:90. Nachdem sein Freiwurf das Ziel verfehlte, bekam Science City noch einmal die Chance zum Ausgleich, fand in den verbleibenden fünf Sekunden jedoch keinen freien Dreierschützen mehr, um die Partie auszugleichen und in eine Verlängerung zu schicken. 

 

Ungeachtet der Niederlage und dem tragischen Finish kann Science City Jena einige positive Aspekte aus diesem Duell in die nun vier anstehenden Heimspiele mitnehmen. In den kommenden beiden Wochen empfängt das Harmsen-Team zunächst Oldenburg (Mi., 18.03. - 18.30 Uhr), den SYNTAINIS MBC aus Weißenfels (Sa., 21.03. - neu: 16.00 Uhr), die Towers aus Hamburg (Do., 26.03. - 20.00 Uhr) und die Skyliners aus Frankfurt (Do, 02.04.) in der Sparkassen-Arena (Tickets online). Für die beiden Heimspiele gegen Oldenburg und Hamburg besteht die Möglichkeit eines Freundschaft-Ticketangebots.

 


 

Ty Harrelson (Headcoach ratiopharm ulm): „Jena hat stark gekämpft und sich gute Chancen erarbeitet. Wir waren anfangs gut im Spiel und haben ihnen im Pick and Roll wehtun können – nachdem sie in der Verteidigung dann einige Dinge angepasst hatten, funktionierte unsere Offensive nicht mehr so gut. Für uns war es ein intensives Spiel unter hohem Druck. Am Ende bin ich froh, dass wir trotzdem einen Weg gefunden haben, das Spiel zu gewinnen.“ 

 

Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Glückwunsch an Ty und Ulm. Ich finde, dass sie das Spiel vor allem durch eine starke Verteidigung gewonnen haben. In der ersten Halbzeit waren sie besonders effektiv, holten immer wieder Offensiv-Rebounds und setzten unsere Mannschaft unter defensiven Druck. Meine Spieler haben jedoch nicht aufgegeben. Am Ende hatten wir sogar noch die Chance, das Spiel zu gewinnen, deshalb bin ich insgesamt zufrieden.“

 


 

Starker Auftritt, falsches Ende – so lässt sich der Auftritt von Science City Jena am Samstagabend in der Ulmer ratiopharm arena auf vier Worte verkürzt zusammenfassen. Das Harmsen-Team lieferte dem amtierenden Vizemeister der easyCredit BBL am 24. Spieltag einen beherzten Kampf und stolperte erst in den Schlusssekunden über individuelle Fehler. Bis zu diesem Zeitpunkt war es den Saalestädtern gelungen, die Partie offenzuhalten und Ulms Qualität sowie Tiefe erfolgreich zu matchen. Nicht konstant über die vollen 40 Minuten, jedoch statistisch immer in Sichtweite bis auf Augenhöhe dagegenhaltend.

 

So hatten die Baden-Württemberg Jenas frühes 0:2 durch Joe Wieskamps Freiwürfe bereits in der Startminute korrigiert, um in der Folge bis auf 11:4 (3. Chris Ledlum, 3er) zu enteilen. Doch Science City blieb mutig, lies den Vorsprung der Schwaben nicht abreißen und konterte in dieser Phase primär durch Lorenz Bank, Krissi Krause und Robin Christen. Kollektiv war es dem Trio gelungen, in der 8. Minute auf 24:24 (Robin Christen, 3er) auszugleichen, bevor es beim Stand von 29:24 in die erste Pause ging. Ein ähnliches Bild bot sich im zweiten Spielabschnitt. Ulm marschierte vornweg, Jena folgte hartnäckig und couragiert, die Rollenverteilung als Underdog komplett ignorierend. Zwar erwischten die Spieler von Coach Ty Harrelson immer wieder Momente, in denen das Spiel endgültig in ihre Richtung zu kippen drohte. Doch ebenso oft kehrte Science City in Schlagdistanz zurück, um sich beim Halbzeitstand von 59:52 in die Kabine zu verabschieden. „Schuld“ an den hohen Score waren die überaus treffsicher abschließenden Offensiv-Abteilungen beider Kontrahenten. Während man den Ulmern im Vorfeld solch stabile Quoten (39% 3er – 5/13, 57% FG – 20/35) zugetraut hatte, überraschten Jena mit offenem Visier und zum Teil noch besserem Zielwasser (50% 3er – 8/16, 53% – 18/34 FG). Selbst die Kategorie der Rebounds (Ulm 17, JEN 15) hatte sich nach zunächst besorgniserregender Dominanz der Gastgeber bis zur 20. Minute bei einem fast ausgeglichenen Level eingependelt.

 

Während ratiopharm ulm mit viel Elan aus der Kabine kam, durch einen Dreier seines dänischen Nationalspielers Tobias Jensen auf 64:52 (22.) vorgelegt hatte, konservierten die Donaustädter ihren zweistelligen Vorsprung bis zum 69:59 (24., Jensen). Obwohl sich Science City auch in dieser Phase erneut zurückbeißen konnte, nach Distanzwürfen von Lorenz Bank (69:64) und Joe Wieskamp (26., 72:67) den Rückstand in Grenzen hielt, ging es nach einem Layup von Malik Osborne parallel zum Buzzer mit einer 79:70-Führung der Schwaben in den Schlussabschnitt.

 

Hier brachten die Ulmer nun ihre variablen PS aus Erfahrung und Qualität aufs Parkett. Zunächst hatte Nationalspieler Chris Sengfelder mit fünf aufeinanderfolgenden Punkten auf 83:70 erhöht, bevor Justin Simon mit seinem Korb zum 85:70 (32.) Ulms höchsten Führung des Spiels erzielte. Mit dieser 15-Punkte-Differenz und während der von Björn Harmsen umgehend genommenen Auszeit dürften nicht wenige der über 5.500 Besucher mit dem erwarteten Verlauf gerechnet haben. Doch auch diesmal erwiesen sich die Jenaer als strapazierfähige Stehaufmännchen. Nach einem weiteren Dreier von Lorenz Bank und Keith Braxtons Korb zum 85:75 hatte Joe Wieskamp zwischenzeitlich auf 85:77 (34.) verkürzt, bevor Alex Herreras an der Linie und via Korbleger zum 85:81 (36.) traf. Plötzlich war Science City zurück in Sichtweite. Ungeachtet eines Dreier von Point-Guard-Veteran Tommy Klepeisz, durch den die Schwaben wieder auf 91:84 (37.) vorlegten, hatten die Thüringer das Momentum auf ihre Seite gekippt. So folgte auf ein Jenaer Timeout der Korbleger von UC Iroegbu zum 91:86, bevor Will McNairs Roller 76 Sekunden vor Ultimo zum 91:88 durch den Ulmer Ring fiel. Zwei Freiwürfe von Keith Braxton 55 Sekunden vor der Sirene schrumpften Jenas Rückstand final auf 91:90, bevor das eingangs erwähnte Drama für einen Mix aus Stolz und Enttäuschung sorgte.

 

Während es gilt, die Frustration der tragischen Schlusssekunden in positive Energie zu bündeln, bekommt Science City in der kommenden Woche gleich zwei Gelegenheiten, mit dem Support der Jenaer Fans gegen Oldenburg (Mi., 18.März) und Weißenfels (Sa., 21. März) an einem erfolgreicheren Finish zu arbeiten.

 


 

Punkteverteilung: Bank 18, Wieskamp 18, Braxton 16 Krause 11, Christen 8, Franklin 5, Pagenkopf 4, Iroegbu 4, Herrera 4, McNair 2

 

Spielfilm: 1 Viertel 29:24 – 2. Viertel 59:52 – 3: Viertel 79:70 – 4. Viertel 93:90

 

Kompletter Boxscore

 

Die Dyn-Highlights des Spiels

 

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