Zurück in der Erfolgsspur – Science City Jena bezwingt Tigers Tübingen verdient mit 79:65
Mit einem Heimsieg gegen die Tigers Tübingen kehrte das Team von Science City Jena am Samstagabend in die Erfolgsspur zurück und verteidigt seine Tabellenführung in der BARMER 2. Basketball Bundesliga. Die Thüringer bezwangen den Gast aus Baden-Württemberg vor 2.176 Zuschauern aufgrund einer deutlichen Leistungssteigerung im Verlauf der zweiten Hälfte und kompensierten ihre offensive Durststrecke der beiden bis dahin absolvierten Viertel. Von Rasheed Moore mit 16 Punkten als Topscorer angeführt, überzeugten die Thüringer nach der Halbzeit mit einem kämpferische Auftritt, aus dem Kapitän Chris Carter sowie Kristofer Krause als wichtige Impulsgeber herausragten.
Chris Carter (Kapitän Science City Jena): „In Summe war das ein anständiges Spiel mit zwei unterschiedlichen Gesichtern. Nach einer furchtbaren ersten Hälfte konnten wir uns nach der Pause deutlich steigern. Wir haben zunächst kaum Würfe getroffen und selbst bei Korblegern zu viele Punkte liegengelassen. Völlig gegensätzlich dazu lief dann die zweite Halbzeit. Kurz nach der Pause haben wir das Spiel gedreht, haben schneller gespielt, besser verteidigt und auch den Ball besser bewegt. Zudem haben wir bei den Rebounds einen wirklich guten Job gemacht. Ich bin natürlich glücklich über den Sieg unseres Teams. Vor uns liegt nun eine kürzere Woche, bevor wir zwei Spiele innerhalb von drei Tagen zu absolvieren haben. Mit dem Auswärtsspiel in Gießen und zu Hause gegen Kirchheim warten zwei spannende Gegner, auf die wir uns anständig vorbereiten müssen.“
Rasheed Moore (Science City Jena): „Wir hatten in der ersten Halbzeit enorme Probleme, um uns gegen Tübingens Verteidigung durchzusetzen und Würfe zu verwandeln. Unabhängig davon sind wir bei uns geblieben, haben auch in dieser schwierigen Phase nach Lösungen gesucht und den Rückstand nicht zu groß werden lassen. Ich glaube, dass genau das der Schlüssel zu unserem Erfolg war. In der zweiten Halbzeit sind unsere Schüsse deutlich besser gefallen. Zudem haben wir besser verteidigt und konnten über defensive Stopps zu einigen einfachen Körben kommen. Das hat uns geholfen, dieses Spiel heimzubringen.“
Kristofer Krause (Science City Jena): „Es war eine harte erste Hälfte, weil der Korb wie zugenagelt schien. Aber manchmal ist es eben so. Dennoch hatten wir gute Plays, da wir den Ball gut bewegt und alle Spieler eingebunden haben. Dies konnten wir in der zweiten Hälfte konservieren, haben in der Defense noch mehr Energie nachgelegt und dann sind auch unsere Würfe immer besser gefallen. Nachdem auch die Halle noch lauter wurde, sind wir immer besser ins Rollen gekommen. Eine unserer Lehren aus der Niederlage gegen Trier bestand darin, Tübingen nicht wieder ins Spiel zurückkehren zu lassen und dem Duell bis zum Schluss unseren Stempel aufzudrücken. Der Zusammenhalt im Team und der Glaube an uns hilft enorm, um trotz Rückständen die Ruhe zu bewahren, selbst wenn unsere Würfe mal nicht wie gewünscht fallen. Mit viel Energie und Intensität bei den Rebounds kann man dann auch solche Phasen kompensieren. Es war ein enorm wichtiger Sieg, in dem wir einmal mehr zeigen konnten, dass in unserer Mannschaft sowohl Teamchemie als auch Kampfgeist stimmen. Wenn wir unsere Qualität auf das Parkett bringen und dann auch noch den Support der Halle im Rücken spüren, sind das am Ende die Extra-Prozente, um erfolgreich zu sein.“
In dem mit Spannung erwarteten Duell zwischen Science City Jena als ProA-Spitzenreiter und dem Tabellenvierten aus Tübingen trugen beide Teams offensiv zunächst eher engere Hosen. Über sparsame Wurfquoten aus dem Feld entwickelte sich ein an Höhepunkten gemessen schmuckloser Startabschnitt, der nach einer Jenaer 9:8-Führung (7., Chris Carter, FT) zur Pause mit 11:17 in Richtung der Gäste ausschlug. Mit dem soliden Vorsprung im Rücken marschierten die Tigers auch im zweiten Viertel voran, enteilten zwischenzeitlich sogar zweistellig über 17:27 (13., Cooper) bis auf 22:34 (17., Idowu). Die Saalestädter haderten derweil schon seit der Anfangsphase mit völlig verstellten Visieren – sowohl aus der Distanz als auch bei vermeintlichen Layups, die über den Ring rollten oder am Brett verhungerten. Dass sich Science City Jena mit einem verhältnismäßig erträglichen 30:38-Rückstand in Halbzeitkabine verabschiedete, hatte die Mannschaft in dieser Phase Rasheed Moore zu verdanken. Der auch in dieser Partie mit Maske auflaufende Flügelspieler führte das Scoreboard der Thüringer zur Pause mit elf Punkten an, war jenseits des Perimeters jedoch ebenso erfolglos geblieben, wie Jenas restlicher Kader. Mit Blick auf die Kategorie Dreier hatte Science City 12 Mal abgedrückt, dabei allerdings aus dem Boot das Meer nicht getroffen.
Ob die bis dato beängstigende Quote an einem imaginären Brett über dem Korb lag, dürfte nachträglich nicht mehr zu ermitteln sein. Mit dem Start in die zweite Hälfte wandelte sich das Blatt der Partie jedoch grundsätzlich. Innerhalb von zweieinhalb Minuten hatte das Harmsen-Team die Begegnung gedreht und lag nach einem intensiven 12:0-Lauf erstmalig seit dem 2:0 (1.) wieder in Front. Nicht nur in dieser Phase, sondern über das gesamte dritte Viertel verteilt, holten die Hausherren vieles nach, was zuvor liegengeblieben war. Ob Jenas erster Dreier der Partie zum 38:39 (21., Zach Cooks) oder ein Alley-Oop-Dunk von Alex Herrera zum 40:39, bevor Robin Christen via Floater auf 42:39 (23.) erhöhte, neben der Führung hatte längst auch das Momentum die Seiten gewechselt. Ein spezielles Lob konnte sich auch Kristofer Krause verdienen, der den Thüringern nicht nur mit wichtigen Distanzwürfen Sicherheit verlieh, sondern auch am defensiven Ende des Parketts glänzte. Die Neckarstädter versuchten, sich unterdessen gegen einen zunehmend besser ins Laufen kommenden Gegner zu stemmen, mussten bis zur 30. Minute allerdings auf 63:54 abreißen lassen. Der letzte Korb dieses Viertels, ein Dreier von Rasheed Moore nach einem mustergültigen Behind-the-Back-Pass von Krissi Krause 31.7 Sekunden vor der Pausensirene, war letztendlich der passende Brustlöser, um mit einem stabilen Mindset in den Schlussabschnitt zu starten.
Obwohl die Hausherren zu Beginn der letzten zehn Minuten noch einen Niedermanner-Dreier (32.) zum 63:57 (32.) schlucken mussten, brannte in dieser Begegnung nichts mehr an. Vielmehr waren es die Jenaer, die sowohl defensiv mit einem Block von Raymar Morgan an Till-Joscha Jönke (35.) als auch unterm Tigers-Korb für die spektakulären Momente sorgten. Das „Play of the Game“ war letztendlich dem Duo Chris (Carter) und Krissi (Krause) vorbehalten, um die Zuschauer mit dem nächsten Alley Oop zum 74:64 (37.) von den Sitzen zu reißen. Fans, die am Samstagabend nicht vor Ort waren, haben im Re-Live auf Sportdeutschland TV die Gelegenheit, diese Szene nachträgliche zu genießen.
Punkteverteilung: Moore 16, Carter 12 (11 Reb.), Krause 12, Christen 11, Herrera 8, Cooks 6, Lodders 5, Bank 4, Morgan 3, Falkenthal 2 - Lang (DNP)
Spielfilm: 1. Viertel 11:17 – 2. Viertel 30:38 – 3. Viertel 63:54 – 4. Viertel 79:65
Die Pressekonferenz nach dem Spiel


