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Wer trifft hat recht und foult seltener – Science City unterliegt Braunschweig im Charity Game mit 82:93

 

Einen erfolglosen und bitteren Abend erlebte Science City Jena sowie ein Großteil der 2.682 Fans am Dienstag in der Sparkassen-Arena gegen die Basketball Löwen aus Braunschweig. Das anlässlich des diesjährigen Charity Games in orangefarbenen Sondertrikots auflaufende Harmsen-Team unterlag dem um seinen letzten Strohhalm kämpfenden Tabellenletzten aus Niedersachsen mit 82:93 und bangt weiterhin um den Verbleib in der easyCredit BBL.

 

Während die Okerstädter in der Nachholpartie des 23. Spieltages zum Siegen verdammt waren, um ihre vagen Hoffnungen auf den Klassenerhalt am Leben zu halten, vergaben die Thüringer einen wichtigen Matchball, der ihren Vorsprung auf den Abstiegskeller konserviert hätte. Dabei blieb der Braunschweiger Mannschaft des Spaniers Ramón Díaz nach ihrer Auswärtsniederlage am Sonntag in Bonn weniger Zeit, um zu regenerieren und sich auf das Duell an der Saale vorzubereiten. Trotzdem waren es die Braunschweiger, die nach einer knappen Jenaer 41:40-Pausenführung im Verlauf der zweiten Hälfte wesentlich präsenter agierten und mutig die Flucht nach vorn antraten. 

 

Neben einem intensiven Kampf um die Rebounds (JEN 46, BSW 49) sprachen trotz 40 hart umkämpfter Minuten lediglich 16 Fouls (Jena 27) für die äußerst reservierte Spielweise der Gäste, die sie an der Freiwurflinie jedoch nur mit einer 48-prozentigen Quote (15/31) vergolden konnten. Science City erhielt zehn Freiwürfe von denen sieben ihr Ziel fanden.

 

Unterdessen wird Jenas orangefarbener Trikotsatz des Charity Games 2026 demnächst in einigen Online-Auktionen zu ersteigern sein. Wir informieren zeitnah über den Start der virtuellen Versteigerung und die konkrete Entwicklung der Spendensummen für den AndersGleich e.V. und das Jenaer Ronald McDonald Haus.

 


 

Ramon Diaz Sanchez (Headcoach Basketball Löwen Braunschweig): Ich bin sehr glücklich, denn es war ein äußerst wichtiges Spiel für uns. Es war unsere letzte Chance, in der Liga zu bleiben, und wir haben außerdem den direkten Vergleich gewonnen. Ich muss meiner Mannschaft gratulieren. Obwohl wir nicht unseren besten Basketball gespielt haben – vor allem in der ersten Halbzeit –, haben wir einen Weg gefunden. Vor allem in der Verteidigung haben wir sehr, sehr solide gearbeitet, vielleicht war es unser bestes Spiel, seitdem ich hier bin. Aber was ich den Spielern in der Umkleidekabine gesagt habe, ist, dass wir diese Mentalität beibehalten müssen. Wir müssen die Vergangenheit vergessen und von Spiel zu Spiel denken. Aber eins steht fest: Ich werde bis zur letzten Sekunde kämpfen.“ 

 

Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Uns ist es nicht gelungen, die Rebounds zu kontrollieren. Braunschweig hatte weniger Regenerationszeit, schafft es aber trotzdem, so eine Physis auf das Parkett zu bringen, mit der sie fast 20 Offensiv-Rebounds holen. Diese haben uns sehr wehgetan, weil sie daraus auch immer wieder Dreier getroffen haben. Wir hatten eine Phase im zweiten Viertel, in der wir ihnen immer wieder Freiwürfe gegeben haben. Dadurch ist das Spiel langsam geworden. Sonst hätten wir sie vielleicht müde spielen können. So hatten sie die Kraft für die zweite Halbzeit und ihre 27 Rebounds, darunter 13 Offensiv-Rebounds. Mit 19 Zweitchancen ist es fast unmöglich ein Spiel zu gewinnen. Wir hatten in der Vorbereitung viel Wert darauf gelegt, dass dies der entscheidende Faktor ist, es aber trotzdem nicht unter Kontrolle bekommen.“

 


 

Obwohl Science City besser in die Partie fand und früh mit 8:2 (3., Joe Wieskamp) vorn lag, konterten die Gäste gleichermaßen effektiv wie treffsicher aus der Distanz und sorgten immer wieder für knappere Zwischenstände, die aus Jenaer Sicht auch deutlicher hätten ausfallen können, vielleicht sogar müssen. Dass die Basketball Löwen letztendlich nur mit einem 5-Punkte-Rückstand in die erste Pause gingen, hatten sie einem Dreier von Joshua Obiesie zu verdanken, der parallel zur Sirene auf 20:15 verkürzte. Fast analog des Auftaktviertels entwickelte sich auch der zweite Abschnitt zu einem Wettlauf, in dem Science City vorlegte, die Niedersachsen jedoch immer wieder passende Antworten fanden, um das Duell knapp zu halten. Primär hatten es die Löwen ihrem Tandem Ferdinand Zylka (14 Pkt. bis zur HZ) und Joshua Obiesie (11) zu verdanken, dass sie bei einer Jenaer 41:40-Halbzeitführung nur minimal zurücklagen. Erneut war es Obiesie mit der Sirene gelungen, einen Buzzerbeater mit viel Happy Bounce im Jenaer Korb zu versenken.

 

Von Jack Pagenkopf mit einem erfolgreichen Dreier die zweite Hälfte eröffnend, konservierte Science City seinen weiterhin knappen Vorsprung, bevor die Partie ab Mitte des dritten Viertels in Richtung der Niedersachsen kippte. Erstmalig in der 26. Minute beim 52:53 durch zwei Freiwürfe von Ferdinand Zylka in Front gehend, waren die Jenaer nun in die Rolle des Verfolgers gerutscht und zum reagieren gezwungen. Nachdem die Gäste beim 56:61 (28., Obiesie) ihre bis dato höchste Führung erzielt hatten, ging es beim Score von 60:65 in den Schlussabschnitt. Zu Beginn der letzten zehn Minuten sorgte Science City mit einem Kraftakt für eine erneut ausgeglichene Partie. Eingeleitet von Keith Braxtons Wurf zum 62:65, sorgte zwar Chip Flanigans Dreier für einen kurzen Stimmungs-Downer, doch spätestens nach Joe Wieskamps Körben zum 67:68-Anschluss stand die gesamte Sparkassen-Arena. Auf den Tribünen lautstark-emotional und auf dem Parkett mit viel Kraft und Will McNair, hatte sich das Duell bei Jenas 69:68-Führung (32.) erneut gedreht, Timeout Braunschweig. In dieser Phase hielt das Harmsen-Team stabil dagegen, beantwortete einen Kajame-Kean-Dreier durch Krisi Krause, ebenfalls aus der Distanz, zum 72:71 und trotze der zu diesem Zeitpunkt statistischen Lücke von 22:14 Fouls.  

 

In dem längst wieder kompletten offenen Schlagabtausch ließen die Thüringer dann jedoch beste Chancen ungenutzt, verwarfen neben Freiwürfen auch reihenweise Dreier. Obwohl sich die Basketball Löwen an der Linie nur überschaubar treffsicher erwiesen, nutzten sie die sowohl offensiven als auch defensiven Blackout-Minuten der Thüringer, um durch Center David NGuessan wieder mit 72:77 (35.) in Führung zu gehen. Zwar verkürzte Keith Braxton anschließend noch einmal aus der Distanz auf 75:77, bevor sich Science City während der anschließenden Aktionen selbst ein tiefes Loch grub. Mit gezwungenem Hero Ball, überschaubarem Teamplay sowie Ballverlusten und Fouls war das Schicksal dieses Duells allerspätestens nach Bryant Crawfords Dreier zum 75:88 (38.) besiegelt.

 


 

Punkteverteilung: Braxton 17, Wieskamp 13 (11 Reb.), Krause 11, Pagenkopf 10 (10 Ass.), McNair 10, Herrera 6, Iroegbu 6, Christen 5, Bank 4, Carter – Franklin, Lang (DNP)

 

Spielfilm: 1. Viertel 20:15 – 2. Viertel 41:40 – 3 Viertel 60:65 – 4. Viertel 82:93

 

Kompletter Boxscore

 

Die Dyn-Highlights des Spiels

 

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