Starkes Schlussviertel sichert Sieg im RASTA Dome – Medipolis SC Jena bezwingt Vechtas BBL-Reserve mit 93:83
Mit zwei Pluspunkten sowie dem vierten Auswärtssieg der Saison kehrte Medipolis SC Jena in der Nacht zum 3. Adventssonntag aus Vechta an die Saale zurück. Die Thüringer wurden am Samstag im RASTA Dome ihrer Favoritenrolle gerecht und schlugen die BBL-Reserve der Niedersachsen vor 580 Zuschauern mit 93:83. Während das Team von Headcoach Björn Harmsen seinen aktuellen Platz als Tabellenzweiter der BARMER 2. Basketball Bundesliga untermauert, warten am 23.12. ab 19.00 Uhr gegen Düsseldorf und am 27.12. ab 19.00 Uhr gegen Dresden noch zwei Heimspiele bis zum Jahreswechsel.
Erst unmittelbar nach Beginn des Schlussabschnitts kippte die Partie zunehmend in Richtung der Gäste, die, von Topscorer Amir Hinton (27 Pkt.) offensiv getragen, als Sieger das Parkett verlassen konnten. Wenn man es positiv ausdrücken möchte, sprang das „Jenaer Pferd“ am Ende nur so hoch wie es musste. Zuvor hatte der junge Anschlusskader aus Vechta dem Favoriten einen großartigen Kampf geliefert und bis hinein ins Schlussviertel von einer Überraschung träumen dürfen.
Nachdem die Saalestädter zunächst gut ins Spiel fanden und sich nach einem Dreier von Blake Francis zur 12:20-Führung (7.) früh auf Kurs wähnten, kippten die Hausherren im Anschluss immer gröberen Sand ins Getriebe ihres Kontrahenten. Vom Trio Kaden Anderson (24 Pkt.), Kevin Smit (13) und Jack Kayil (14) nicht nur statistisch angeführt, bereitete die Vechtaer BBL-Reserve den Gästen immer stärkere Probleme, an beiden Enden des Parketts. So pendelte ein ab Mitte des 2. Viertels ausgeglichenes Duell bis zur großen Pause in Richtung der Hausherren, die zur Halbzeitsirene mit 45:40 in Front lagen. Medipolis SC Jena hatte es nach dem konzentrierten Start verpasst, Druck, Tempo und Physis des Auftaktviertels zu konservieren, um einen immer selbstbewusster werdenden Kontrahenten auf Distanz zu halten.
Mit dem Etappensieg der Halbzeitführung den dritten Abschnitt eröffnend, verteidigten die Niedersachsen zunächst ihren Vorsprung, bevor sie unmittelbar vor der letzten Pause endgültig zu enteilen drohten. Vechtas Flügelspieler Leon Okpara hatte sein Team mit einem Dreier zum 65:55 (28.) erstmals zweistellig in Front gebracht und die Tür zum Heimsieg weit geöffnet. Um Anschluss bemüht, gelang es Medipolis SC Jena durch Lorenz Bank und Blake Francis noch vor dem Start in das Schlussviertel auf 67:61 zu verkürzen.
Nachdem die letzten zehn Minuten zunächst mit einem Layup von Kaden Anderson zur 69:61-Führung starteten, übernahm anschließend Jenas One-Two-Punch, Amir Hinton und Blake Francis, ebenso erfolgreich wie spektakulär. Mit einem energischen Dunk zum 69:63 (31.) hatte Amir Hinton das Signal zur Aufholjagd gegeben und parallel dazu einen fulminanten Jenaer 22:2-Lauf eröffnet, durch den die Gäste ihrem Kontrahenten den Stecker zogen. Zwischenzeitlich bis auf 71:76 gedreht (34., Hinton), legten Alex Herrera und Vuk Radojicic (36., 71:83) erfolgreich nach, um auf den letzten Metern dieses hart erkämpften Auswärtssieges nichts mehr anbrennen zu lassen. Aufgrund individueller Qualitäten war es Medipolis SC Jena spät, aber gerade noch rechtzeitig gelungen, einen siegbringenden U-Turn hinzulegen.
Hendrik Gruhn (Headcoach Vechta): „Glückwunsch an Björn und sein Team. Ich würde sagen, dass wir dreieinhalb Viertel auf Augenhöhe gespielt haben. Ohne Johann, Luc und Kaya war es für uns ein extrem schwieriges Spiel. Es freut mich sehr, dass wir trotzdem so konkurrenzfähig waren - Kompliment an die Jungs. Im 4. Viertel haben wir dann die individuelle Klasse Jenas zu spüren bekommen. Da konnten wir einfach nichts mehr entgegensetzen. Ich bin trotzdem sehr stolz auf die Jungs, die das gegen ein absolutes Top-Team sehr gut gemacht haben.“
Björn Harmsen (Headcoach Jena): „Wir sind ganz ok gestartet, haben anschließend jedoch den Faden verloren. Diese Phase hat Vechta genutzt, um sich einen guten Rhythmus zu erspielen. Sie haben gut aus der Distanz getroffen und mit jedem verwandelten Dreier mehr Selbstvertrauen bekommen. Der Gegner musste auf drei wichtige Spieler verzichten und hatte nichts zu verlieren. Für uns war es ein schwieriges Spiel, da wir es erst im Schlussviertel wieder geschafft haben, unsere Intensität zu erhöhen.“
Amir Hinton (Topscorer Medipolis SC Jena): „Ich denke, dass wir es uns nach dem guten Start in erster Linie selbst schwergemacht haben. Speziell in der Verteidigung sind uns zu viele Fehler unterlaufen, von denen der Gegner profitiert hat und dann besser ins Spiel gekommen ist. Trotz der schwächeren Phasen während dieses Duells spricht unsere Leistung im Schlussviertel für den Charakter und den Willen, alles dafür zu investieren, um am Ende auch solche Spiele zu gewinnen.“
Alex Herrera (Center Medipolis SC Jena): „Natürlich ist das ein guter und wichtiger Auswärtssieg. Zufrieden können wir letztendlich aber nur mit dem Ergebnis sein. Nachdem wir in den ersten drei Vierteln nicht konsequent genug gespielt haben, uns zu viele Fehler unterlaufen sind, ist Vechta besser ins Spiel gekommen. Daran sieht man, dass noch jede Menge Arbeit vor uns liegt, um in den kommenden Wochen auch andere Kaliber schlagen zu können.“
Vuk Radojicic (Point Guard Medipolis SC Jena): „Das war ein am Ende hart erkämpfter Sieg gegen einen jungen und talentierten Kader. Wir haben sehr lange nach unserem Rhythmus gesucht, konnten erst im Schlussviertel die Aggressivität auf das Parkett bringen, die von Beginn an notwendig gewesen wäre. Es gibt gute und weniger gute Spiele im Verlauf einer Saison. Auch wenn wir am Ende gewinnen konnten, nehmen wir heute viele Dinge mit, an denen wir vor unserem Heimspiel gegen Düsseldorf zu arbeiten haben.“
Punkteverteilung: Hinton 27, Francis 19, Herrera 18, Lodders 7, Moore 5, Radojicic 5, Alberton 4, Bank 4, Haukohl 4, Falkenthal
Spielfilm: 1. Viertel 21:24 – 2. Viertel 45:40 – 3. Viertel 67:61 – 4. Viertel 83:93


