Respektabler Saisonstart beim Meister – Science City unterliegt in München mit 93:77
Zweieinhalb Viertel konnte BBL-Aufsteiger Science City Jena dem großen Favoriten in München erfolgreich Paroli bieten. Am Ende setzte sich dennoch der amtierende Deutsche Meister von der Isar durch. Der FC Bayern Basketball bezwang das Team von Trainer Björn Harmsen vor 6.700 Zuschauern letztendlich verdient mit 93:77 und untermauerte trotz einiger personeller Ausfälle seinen Status als Anwärter Nummer 1 auf den erneuten Meistertitel.
Während Science City wie schon im Pokalspiel am Mittwoch auch zum Start der easyCredit BBL-Saison auf Joe Wieskamp (Bänderverletzung) verzichten musste, avancierte Tavian Dunn-Martin mit 20 Punkten zum Topscorer der Partie. Als positive Randnotiz bleibt zudem die BBL-Premiere des erst 18-jährigen Nachwuchstalents Daniel Biel zu verzeichnen.
Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Ich finde, dass wir in der ersten Hälfte sehr couragiert aufgetreten sind. Wir haben in den letzten 16 Minuten in Crailsheim 48 Punkte gemacht, heute sind uns 47 Punkte bis zur Halbzeit gelungen. Die Mannschaft hat auf jeden Fall die notwendige Qualität und Energie, auch wenn uns die Kraft am Ende ausgegangen ist. Man hat gesehen, dass wir am Mittwoch bereits ein Spiel absolviert haben und nicht mehr so viel Konzentration und Energie aufbringen konnten, um in der entscheidenden Phase dagegenzuhalten. Am Ende war es eben auch Bayern München auf der anderen Seite. Wir müssen noch besser zusammenwachsen, Joe muss zurückkommen und dann macht das Team auch noch mehr Spaß.“
Tavian Dunn-Martin (Topscorer): „Wir haben beim amtierenden Champion ein hart umkämpftes Duell gespielt und gezeigt, dass wir mit den Besten der Liga durchaus mithalten können. Auch wenn wir am Ende nicht das gewünschte Ergebnis erzielt haben, können wir viel aus dieser Niederlage mitnehmen. Wir werden aus unseren Fehlern lernen, um sie im Training kontinuierlich zu minimieren und für nächste Woche noch besser vorbereitet zu sein.“
Eric Washington (Kapitän Science City Jena): „Ich mag unser Team, die Physis und den Ehrgeiz aller Spieler. Wir haben gegen das beste Team der Liga gespielt, konnten recht früh in der Saison sehen, wo wir stehen. Die ersten beiden Viertel konnten wir stark dagegenhalten, anschließend wurden nach dem harten Pokalspiel die Beine schwer. München war nach der Haöbzeit einfach frischer. Das gehört dazu. Unsere Zeit kommt noch. Auch die anderen Jungs haben alles versucht. Great Osobor hat für seine erste Profi-Saison wirklich gut gespielt, kann von außen und innen punkten. Tavians spektakuläre Dreier halfen in der ersten Halbzeit. Wir werden uns alle noch steigern. Das stimmt mich optimistisch“
Great Osobor (Center Science City Jena): „Das Spiel in München war ein guter Schritt für uns als Mannschaft. Wir haben gegen einen starken Gegner gespielt und gezeigt, dass wir auf dem Niveau mithalten Ich habe versucht, Energie zu bringen und meinen Teil dazu beizutragen, aber eigentlich ging es darum, als Team zusammenzuhalten. Wir werden das Positive mitnehmen, weiter lernen und unsere Konstanz weiter ausbauen.“
In einer Partie, in der die Rollenverteilungen bereits seit Bekanntgabe des Spielplans aufgrund völlig gegensätzlicher Zielsetzungen klar definiert war, konnte sich der Jenaer David beim Münchner Goliath zunächst erstaunlich widerstandsfähig präsentieren. Trotz der Doppelbelastung des Pokalspiels am Mittwochabend hielt Science City Jena die erste Hälfte komplett offen. Vielmehr noch, lag das Harmsen-Team nach dem Startviertel mit 21:23 in Front und sorgte auch beim Stand von 29:34 (13.) für viel Stirnrunzeln unter den Bayern-Fans. Letztendlich hatten die Gastgeber es nur einem Buzzerbeater von Xavier Rathan-Mayes nach einem Dreier aus zehn Metern zu verdanken, dass sie mit einer knappen 48:47-Führung in die Halbzeitkabine gehen konnten.
Obwohl Science City kurz nach dem Start des dritten Viertels noch einmal auf 48:49 kontern konnte, drehten die Bayern im weiteren Verlauf des Abschnitts die Zwischenständen in die vorab erwartete Richtung. Bis zum 64:54 (26.) hatte das Team von Weltmeister-Coach Gordon Herbert die Kräfteverhältnisse geradegerückt, um mit einem 70:62-Vorsprung in die letzten zehn Minuten zu starten. In dieser Phase ließen die Münchner nichts mehr anbrennen und enteilten schließlich vorentscheidend auf 89:69 (36., Jessup FTs), bevor Jenas Nachwuchsspieler Daniel Biel in der 37. Minute zu seiner BBL-Premiere kam.
Nach dem zweiten Spiel innerhalb von 48 Stunden haben die Thüringer nun bis zum kommenden Donnerstag Zeit, um etwas länger zu regenerieren, bevor das nächste sportliche Doppelpack wartet. Dann muss das Team erneut auf Reisen gehen, wenn Jena am 02. Oktober beim letztjährigen Playoff-Halbfinalisten in Heidelberg gastiert, bevor am 05. Oktober der mit Spannung erwartete Heimspielauftakt gegen Ex-Serienmeister ALBA Berlin bevorsteht. (hier geht es zu dem noch verfügbaren Ticket-Kontingent)
Punkteverteilung: Dunn-Martin 20, Washington 15, Osobor 13, Bohannon 9, Braxton 9, Krause 4, Carter 4, Bank 3, Biel, Herrera, Christen
Spielfilm: 1. Viertel 21:23 – 2. Viertel 48:47 – 3. Viertel 70:62 – 4. Viertel 93:77


