Packendes Saalederby zum Neujahrsauftakt - Science City gewinnt beim Pokalsieger in Weißenfels mit 95:86
Neustart gelungen, sportliche Durststrecke beendet und ein packendes Saalederby gewonnen - Science City Jena kehrt am Samstagabend mit einem 95:86-Auswärtssieg beim Pokalsieger Syntainics MBC aus Sachsen-Anhalt zurück und hatte nach der Schlusssirene viele Gründe, um mit den knapp 500 mitgereisten Fans zu feiern. Das Team von Headcoach Björn Harmsen gewann in der mit 3.000 Zuschauern ausverkauften Stadthalle Weißenfels nach einem starken Schlussviertel verdient und darf optimistischer auf die zukünftigen Herausforderungen blicken.
Während Routinier Robin Christen nach seiner mehrwöchigen Pause im ersten Pflichtspiel des Jahres sein Comeback feiern konnte, überzeugte die Thüringer mit einer kollektiv geschlossenen Leistung. Von Keith Braxton mit 22 Punkten angeführt, konnten sich ebenfalls Joe Wieskamp mit Double-Double (20 Pkt., 13 Reb.), Eric Washington (18), Tavian Dunn-Martin (11) sowie Lorenz Bank (10) mit einem zweistelligen Score in die Statistik einreihen.
Das erste Heimspiel des Jahres findet bereits am kommenden Donnerstagabend des 08. Januar um 20.00 Uhr statt, wenn die ROSTOCK SEAWOLVES in der Sparkassen-Arena gastieren. (Tickets online)
Marco Ramondino (Headcoach SYNTAINICS MBC): „Glückwunsch an Jena zum Sieg. Wir hatten zu viele Hochs und Tiefs während des Spiels und haben es nie geschafft, dass alle den richtigen Beitrag leisten konnten. Wir schaffen es nicht, den Sieg zu holen, wenn wir nicht an allen Enden unsere Leistung erbringen. Es ist für uns sehr wichtig, dass wir uns wieder als Gruppe zusammenfinden und unseren Fokus wieder finden. Wir müssen für uns die richtigen Antworten finden, um wieder zu alter Stärke zurückzukehren.“
Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Es war ein wichtiger Sieg für uns. Wir haben im Dezember alles verloren, nachdem wir im November unseren Center verloren haben. Jetzt war es wichtig, dass wir uns wieder mehr Stabilität erspielen und mental mit dem letzten Jahr abschließen. Wir haben hier gegen eine Mannschaft gespielt, die uns qualitativ ebenbürtig ist und in einem Derby ist immer alles möglich. Wir haben in der ersten Halbzeit gut gespielt, diese jedoch sehr schlecht beendet. Im dritten Viertel sind wir sehr schlecht gestartet, haben es dann aber geschafft Kontrolle in unser Spiel zu bringen und es am Ende gewinnen zu können.“
Keith Baxton (Topscorer Science City Jena): „Es war ein wichtiger Auswärtssieg, der sich nicht nur gut anfühlt, sondern uns wieder in die Spur gebracht und einen positiven Start ins neue Jahr ermöglicht hat. Diesen Sieg zu erkämpfen war nicht einfach. Wir haben die Herausforderung als Team angenommen und auch die schwächeren Momente erfolgreich bewältigt. Ich bin stolz darauf, wie unsere Mannschaft mit den schwierigen Phasen umgegangen ist, auf Rückstände reagiert hat und hoffe, dass wir auf diesen Sieg aufbauen und zu unserem Vorteil nutzen können.“
Eric Washington (Kapitän Science City Jena): „Das war ein super Kampf von den Jungs. Wir haben hart um diesen Sieg gefightet. Allerdings will und möchte ich mich auch bei unseren Fans bedanken. Ihre Energie und die lautstarke Unterstützung haben einen großen Teil zum Sieg beigetragen, vielleicht am Ende sogar den entscheidenden Impuls gegeben. Wenn wir diese Energie auch in unsere nächsten Heimspielen spüren können, hilft uns das ungemein.“
Joe Wieskamp: „Ich bin stolz auf die Mannschaft. Wir haben uns in diesem Spiel auch von Rückständen nicht beeindrucken lassen und bis zum Ende durchgehalten. So konnten wir nach einer kurzen Anreise einen großartigen Auswärtssieg holen, unsere Fans für ihren Support belohnen und zwei wichtige Punkte nach Hause mitnehmen.“
Während sich im Gegensatz zum Liveticker der Stadthalle die Partie zunächst flüssig entwickelt hatte, beiden Kontrahenten die Rucksäcke ihrer Niederlagenserien früh ablegen konnten und einen offenen Schlagabtausch lieferten, endete das Startviertel so wie es begonnen hatte – ausgeglichen. Schuld daran war ein Korbleger von MBC-Flügel Marcus Foster mit dem Viertel-Buzzer zum 19:19, der einen Dunk von Joe Wieskamp zum zwischenzeitlichen 17:19 egalisiert hatte. Auch der zweite Abschnitt blieb eng umkämpft und von engen Spielständen geprägt. Die Thüringer präsentierten sich im Vergleich zum sportlich eher gebrauchten Dezember nicht nur äußerst treffsicher, sondern ebenso widerstandsfähig, um knappe Vorsprünge zu konservieren oder schmale Rückstände zu kontern. Bis zur 16. Minute war es dem Harmsen-Team gelungen, mit einem stabilen 8:0-Lauf die höchste Führung der ersten Hälfte zu erzielen. Tavian Dunn-Martin hatte mit einem gleichermaßen hoch angesetzten wie sehenswerten Layup auf 33:40 vorgelegt und die beiden vorherigen Dreier von Keith Braxton und Joe Wieskamp veredelt. Doch die Wölfe bissen zurück und drehten einen 42:44-Rückstand (19., Keith Braxton, 3er) innerhalb von 75 Sekunden auf 49:44 (Perttu Blomgren). Acht wechselnde Führungen sowie neun ausgeglichene Spielstände standen während der Halbzeit exemplarisch für ein bereits bis dahin packendes Saalederby, in dem auch die zweite Hälfte genügend Dramatik und Spannung entfalten sollte.
Nachdem die Gastgeber zu Beginn des dritten Abschnitts anfänglich griffiger aus der Kabine kamen und sich kontinuierlich absetzten, schien das Duell bis zur 25. Minute in die falsche Richtung abbiegen zu wollen. Collin Welp hatte mit seinem Dreier zum 66:56 nicht nur für die erste zweistellige Führung der Wölfe gesorgt, sondern auch den höchsten Vorsprung des Abends erzielt. Trotz dieser schwierigen Phase behielten die Thüringer ihre Köpfe oben und verkürzten im Anschluss wieder Punkt um Punkt. Ein Dreier von Lorenz Bank 7.8 Sekunden vor der Viertelsirene brachte Science City schließlich beim Score von 72:68 erneut aussichtsreich in Schlagdistanz, bevor die nächste Handkante der Hausherren folgen sollte. Perttu Blomgren hatte kurz vor dem Buzzer den Ball aus gut acht Metern losgelassen, der zur 75:68-Pausenführung des MBC durch die Jenaer Reuse rutschte.
Doch auch diese bittere Pille schluckte das Harmsen-Team, ohne sich aus dem Rhythmus bringen zu lassen. In Anwesenheit von Winterneuzugang Uchenna Iroegbu, der das Duell auf der Jenaer Bank aufmerksam verfolgte, zeigten die Gäste einmal mehr ihre Nehmerqualitäten, bevor man sich selbst ans Austeilen machte. Selbst ein 78:70-Vorsprung (32. Blomgren) des Pokalsiegers ließ Science City nicht ins Wanken geraten. Nach vier aufeinanderfolgenden Punkte von Eric Washington zum 78:74 wieder zurück in der Spur, war es Joe Wieskamp in der 35. Minute gelungen auf 78:78 auszugleichen. Während in diesem Moment die Crunchtime längst eingeläutet war, zogen nun die Thüringer ihre wichtigsten Joker. Keith Braxtons Freiwurf zum 85:84-Anschluss (37.) eröffnete ein gleichermaßen eindrucksvolles wie herausragendes Jenaer 12:1-Finish, welches den Gastgebern letztendlich das Genick brach. Nach zwei Dreiern von Eric „Walking Bucket“ Washington zum 85:87 (38.) und 85:91 bei nur noch 68 Sekunden Restspielzeit gab es auch im längst völlig euphorisierten Auswärtsblock kein Halten mehr. Allerspätestens mit Keith Braxtons Mitteldistanzwurf zum 86:93, hatte dieser denkwürdige Abend einen verdienten Sieger gefunden, bevor Joe Wieskamp zum 86:95-Endstand traf und die Schlusssirene in der Jubel-Party-und-Feier-Traube des weiß gekleideten Gästeblocks unterging.
Spielfilm: 1. Viertel 19:19 – 2. Viertel 49:44 – 3. Viertel 75:68 – 4. Viertel 86:95
Punkteverteilung: Braxton 22, Wieskamp 20 (13 Reb.), Washington 18, Dunn-Martin 11, Bank 10, Bohannon 5, Herrera 3, Carter 3, Christen 2, Krause 1 – Biel, Lang (DNP)


