Neustart im Januar 2026 - Science City verabschiedet sich mit Heimniederlage gegen Bonn aus dem Aufstiegsjahr
Das Warten auf eine Trendwende bei Science City Jena hält an. Im letzten Duell des Jahres mussten sich die Thüringer den Telekom Baskets Bonn mit 80:92 geschlagen geben und verlängerten ihre sportliche Durststrecke auf fünf Niederlagen in Folge. Nachdem beide Kontrahenten ihr zweites Spiel innerhalb von 48 Stunden zu absolvieren hatten, war es den Rheinländern im Verlauf der 40 Minuten gelungen, diese Belastung besser zu kompensieren. Von Konzentrationsschwächen und Abstimmungsprobleme geprägt, leisteten sich die Hausherren mit 20 Ballverlusten am Ende mehr als doppelt so viele Turnover im Vergleich zu den Gästen (9).
Während das Team von Headcoach Björn Harmsen personell erneut dezimiert auflaufen musste und auf Entlastung in den ersten Januarwochen hofft, bleiben auch die konstant schwachen Quoten aus der Distanz ein relevantes Thema. Lediglich acht Dreier bei 32 Versuchen fanden ihr Ziel und ließen die Hausherren unter ihrem bisherigen Saisonschnitt von 29,9 Prozent aus dem Spiel gehen. Auch hier erwiesen sich die Bonner als das stabilere Team, trafen mit 38 Prozent (11/29) deutlich besser als in ihren bisherigen 13 Spielen zuvor (26.1%).
Dass die Mannschaft von Kapitän Eric Washington trotz ihrer eingeschränkten Rotation im Frontcourt um einen positiven Richtungswechsel bemüht ist, belegt das mit 52:37 gewonnene Duell um die Rebounds. Trotz eines intensiven Kampfs unter den Brettern entschieden in dieser Begegnung letztendlich aber andere Faktoren über Sieg und Niederlage. So halfen auch nicht die individuell starken Vorstellungen von Topscorer Joe Wieskamp, der mit 22 Punkten und 14 Rebounds ebenso ein Double-Double komplettierten konnte, wie auch Lorenz Bank, der neben 17 Punkten mit elf Rebounds überzeugte.
Auf Seiten der Gäste glänzte unterdessen ein Spieler, welcher bei der Mannschaftsvorstellung primär von den Heimtribünen durch lautstarken Applaus begrüßt wurde. Zach Cooks, im Mai 2025 noch Jenaer Aufstiegsheld im 4. Playoff-Halbfinalspiel bei den Gießen 46ers, kannte während seiner Rückkehr im Trikot der Telekom Baskets allerdings kein Erbarmen. Im letzten Sommer aus Thüringen an den Rhein gewechselt, erzielte der 26-jährige US-Amerikaner mit 20 Punkten (4/6 Dreier) nicht nur sein BBL-Career-High, sondern avancierte in einer der kritischsten Phasen mit zwei aufeinanderfolgenden Distanzwürfen zum Wegbereiter des Bonner Auswärtssieges.
Marko Stankovic (Headcoach Telekom Baskets Bonn): „Glückwunsch an meine Spieler zum zweiten Auswärtssieg innerhalb von drei Tagen. Das war keineswegs einfach. Wir haben von Anfang an das Tempo bestimmt und trotz einiger schlechter Phasen im ersten und dritten Viertel das Spiel kontrolliert. Darauf können wir stolz sein. Es war eine gute Atmosphäre hier in Jena. Ein großer Dank geht an unsere Fans, die das Team großartig unterstützt haben.“
Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Wir haben alles reingehauen und gewinnen die Rebounds deutlich. Das zeigt, dass die Mannschaft kämpft. Uns fehlt die Tiefe auf den großen Positionen. Dieses Loch können wir aktuell nicht stopfen. Mit Robin und Great fehlen uns 20 Punkte. Wir müssten ein perfektes Spiel spielen, um diese Ausfälle zu kompensieren und Bonn zu schlagen. Wir haben zwei Viertel gewonnen, eins unentschieden gespielt und eins hoch verloren. Das hat uns den Sieg gekostet. Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Für sie ist es auch schwierig. Wir sondieren den Markt und hoffen, uns schnellstmöglich verstärken zu können, damit wir wieder die notwendige Tiefe bekommen.“
Punktverteilung: Wieskamp 22 (14 Reb.), Bank 17 (11 Reb.), Braxton 13, Bohannon 10, Washington 5, Carter 4, Dunn-Martin 4, Herrera 3, Krause 2, Biel, Lang
Spielfilm: 1. Viertel 16:15 – 2. Viertel 29:44 – 3. Viertel 55:70 – 4. Viertel 80:92


