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Keine Feier ohne Dreier - Science City Jena unterliegt Vizemeister Ulm mit 70:92

Mit einer letztendlich klaren 70:92-Heimniederlage ist Science City Jena am Samstagabend aus der zweiwöchigen Länderspielpause zurückgekehrt. Das Team von Trainer Björn Harmsen unterlag dem deutschen Vizemeister ratiopharm ulm vor 3.125 Zuschauern in einer erneut ausverkauften Sparkassen-Arena, war personell gehandicapt in die Partie gestartet und konnte nur phasenweise überzeugen. Zu den Lichtblicken des Abends gehörte der Einsatz des 18-jährigen Nachwuchs-Nationalspielers Daniel Biel, der seine Premieren-Punkte in der easyCredit BBL erzielte. Zudem gab der erst 17-jährige Maxim Bader sein Debüt in Deutschlands Beletage. 

 

Während die Saalestädter mit Great Osobor, Robin Christen und Chris Carter gleich drei Eckpfeiler ihres erfolgreichen Saisonstarts zu kompensieren hatten, musste Ulm mit Chris Ledlum und Tommy Klepeisz ebenfalls auf zwei Leistungsträger verzichten. Am Ende gelang es den Schwaben ihre beiden Ausfälle deutlich besser aufzufangen. Der sowohl für die nationalen Wettbewerbe als auch den Eurocup zusammengestellten Kader der Gäste überzeugte im Verlauf der Partie mit intensiver Verteidigung und einer im Vergleich zu Science City wesentlich stabileren Offense. Zudem präsentierten sich die Donaustädter auch im Kampf um die Rebounds (43:33) aggressiver, profitierten dabei nicht selten von Jenas unterirdischer Dreierquote, die sich am Ende bei überschaubaren 19 Prozent (6/31) eingependelt hatte.

 


Ty Harrelson (Headcoach ratiopharm ulm): „Es war ein guter Auswärtssieg für unser Team heute Abend. Wir wussten, dass es für Jena ohne ihren Topscorer ein schwieriges Spiel sein würde. Alle gute Wünsche gehen auch von uns an Great Osobor. Ich bin stolz auf meine Mannschaft, wie sie nach der Heimniederlage im Eurocup heute Abend geantwortet hat und den Sieg erkämpfen konnte. Wir haben vor allem defensiv einen guten Job gemacht und gut rotiert. Das war letztendlich der Schlüssel zum Sieg.“

 

Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Glückwunsch an Ulm zu einem verdienten Sieg. Wir hatten von Anfang an Probleme mit der Geschwindigkeit und Physis des Gegners. Insbesondere in der ersten Hälfte, aber auch am Ende haben uns die Ulmer Offensiv-Rebounds extremst wehgetan. Wir wollten uns eigentlich darauf fokussieren, sie von diesen zweiten Chancen wegzuhalten, haben es allerdings nicht wie geplant hinbekommen. Ohne drei Jungs - mit Great, Robin und Chris - war es zusätzlich eine schwierige Situation. Da wird die Rotation schon etwas eng. Wir haben versucht, am Anfang etwas passiver zu spielen, um Energie zu sparen. Ulm hat diese Passivität sehr effektiv genutzt. Dazu kam die Problematik der frühen Foul-Belastung bei Lorenz Bank und Krissi Krause. Das Team konnte im dritten Viertel seinen Charakter zeigen, aber heute hatte Ulm letztendlich zu viel Klasse und Tiefe, die wir nicht matchen konnten.“

 


 

Die Rückkehr der Thüringer aus dem ersten FIBA-Break der Saison hatte sich zunächst schwierig entwickelt und trotz einiger positiver Phasen bis zur Halbzeit fortgesetzt. Nachdem die Gäste früh auf 2:10 (3., Chris Sengfelder) vorgelegt hatten, übernahm Eric Washington für die Hausherren. Bis zum zwischenzeitlichen 11:11 (6.) hatte der Kapitän von Science City bereits neun Punkte erzielt und die offensive Last quasi im Alleingang geschultert. Doch abermals setzten die Schwaben zu einem Zwischenspurt an, fanden in Malik Osoborne einen willigen Vollstrecker, um bis auf 15:22 (8.) zu enteilen. Unmittelbar vor der ersten Viertelpause halfen vier aufeinanderfolgende Punkte durch Keith Braxton und Tavian Dunn-Martin, um diesen Rückstand zu kaschieren – 19:22.


Allerdings setzte sich die Ulmer Spielstärke auch im zweiten Abschnitt fort. Durch einen Sengfelder-Dreier zum 21:31 (12.) war Science City das erste Mal zweistellig in Rückstand geraten und musste sich ordentlich strecken, um in dieser Phase nicht den Anschluss zu verlieren. Nach einigen vergebenen Chancen auf beiden Seiten verabschiedeten sich die Kontrahenten mit einem 30:42-Zwischenstand in Halbzeit-Kabinen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten die Gastgeber jenseits der 6,75m-Linie kaum ein Scheunentor getroffen (2/16 – Ulm 5/11). Lediglich Eric Washington beim Ausgleich in der 6.Minute und Krissi Krause (13., 24:31) hatten es geschafft, zwei Dreier erfolgreich zu versenken.


Doch Science City biss nach Beginn der zweiten Hälfte, erst zaghaft, dann etwas kräftiger. Immer an der Borderline eines zweistelligen Rückstandes kratzend, konnte das Harmsen-Team zwischendurch auf 37:44 (22., Alex Herrera), 45:52 (25., Keith Braxton) und 50:57 (27., Naz Bohannon) verkürzen. Doch ebenso oft fand ratiopharm ulm eine entsprechende Antwort, um den frisch aufkeimenden Jenaer Optimismus zu dämpfen. Nachdem Daniel Biel in der 28. Minute einen Offensiv-Rebound mit seinem Premieren-Korb zum 52:60 veredelt hatte, ging es beim Score von 54:62 in die letzten zehn Minuten.


Nach dem Start in das Schlussviertel blieben die Thüringer zunächst noch widerstandsfähig genug, um Schlagdistanz zu wahren und die Hoffnung auf ein spätes Comeback am Leben zu halten. Bis zum zwischenzeitlichen 65:74 (35., Lorenz Bank) brannte die kleine Jenaer Flamme der Zuversicht, bevor Ulm dieses Licht mit einem 9:0-Lauf endgültig löschte und das Duell mit einem Dreier von Nelson Weidemann zum 65:83 (37.) vorzeitig entschied.

 


 

Punkteverteilung: Braxton 19, Washington 17, Wieskamp 10, Krause 6, Dunn-Martin 4, Bohannon 4, Bank 4, Herrera 4, Biel 2, Bader, Lang

 

Spielfilm: 1. Viertel 19:22 – 2. Viertel 30:42 – 3. Viertel 54:62 – 4. Viertel 70:92

 

Kompletter Boxscore

 

Die Highlights im Dyn-Video  

 

 

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