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Kein Sieger, aber viele Gewinner – Science City trotzt polnischem EuroCup-Vertreter Wroclaw mit 87:87-Remis

Eine Premiere erlebte die im Januar 2014 eröffnete Sparkassen-Arena am gestrigen Sonntagnachmittag im Rahmen des diesjährigen Family Days. Das neu formierte Team von Steven Esterkamp und der polnische Rekordmeister Slask Wroclaw trennten sich nach einem äußerst kurzweiligen Duell vor 1.351 Fans mit 87:87 – ohne Verlängerung. Auf Wunsch der Gäste hatten beide Clubs auf die fünfminütige Overtime verzichtet und sorgten so für dieses Novum. Noch als Zuschauer hatte Jenas frisch verpflichteter Point Guard Isaiah Moses auf der Mannschaftsbank Platz genommen, der nach seinen abschließenden Medicals in den kommenden Tagen ins Training einsteigen soll. 

 

Obwohl es in den im Hin- und Rückspiel-Modus absolvierten Europapokal-Wettbewerben im Basketball normalerweise kein Unentschieden gibt, einigten sich beide Kontrahenten in diesem Test auf ein vorzeitiges Remis nach der regulären Spielzeit. Während beim polnischen EuroCup-Team die personelle Situation zum Tragen kam, gab es auch für Science City viele gute Gründe, den Family Day sportlich nicht ausufern zu lassen. Schließlich hatte sich bereits vor der Autogrammstunde eine Warteschlange gebildet, die nach dem Spiel eine beeindruckende Länge erreichte. Ebenso wie zahlreiche Fans, die schon am Kabinenausgang auf die Chance lauerten, ein Selfie mit ihren Lieblingen zu schießen, ging am Ende keiner mit leeren Händen nach Hause. So blieb nicht nur sportlich ein Sonntag ohne Sieger, dafür aber mit vielen Gewinnern zu bilanzieren. Am Ende konnte sich Science City über einen erfreulich stark frequentierten, enorm unterhaltsamen sowie stimmungsvollen Nachmittag freuen, der viel Lust auf die bevorstehende BBL-Saison macht. 

 

Zu Beginn des eigentlich im Fokus stehenden Duells gegen Wroclaw dauerte es gute drei Minuten, bevor die Gastgeber für die ersten Punkte auf dem LED-Würfel sorgten. Robin Christens Dreier zum 3:4 eröffnete eine Begegnung, die sich nach der 8:7-Führung durch Jemarl Baker (5.) überwiegend ausgeglichen entwickelte. Daran änderte auch Jenas 38:45-Halbzeitrückstand nichts, der nach der großen Pause jedoch fast schon vorentscheidend anwuchs. Bis zur 27. Minute hatte sich der niederschlesische Gegner durch einen 10:0-Lauf auf 43:59 absetzen können und schien einem sicheren Sieg entgegenzugehen. Nachdem die Thüringer bis zur letzten Pause zunächst auf 56:68 verkürzen konnten, stemmten sich Christen & Co. im Schlussviertel gemeinsam gegen die sich abzeichnende Niederlage. Mit der widerstandsfähigen DNA des letzten Spieljahres gelang den Thüringern tatsächlich ein charakterstarkes Comeback, um die Partie in der 35. Minute durch den Dreier von Pierre Brooks II endgültig zu kippen – 77:76. Nachdem Tanner Stuckman 16.5 Sekunden vor der Schlusssirene auf 87:84 vorgelegt hatte, verpassten es die Hausherren, den finalen Angriff der Gäste mit einem Foul zu stoppen. Wroclaws Topscorer Anthony Wrzeszcz (21 Pkt.) nutzte diese Offense, um 6.4 Sekunden vor Ultimo aus der Distanz auf 87:87 auszugleichen. Der letzte Jenaer Angriff versandete und obwohl sich beide Kontrahenten auf diesen vorzeitigen Endstand einigten, überwog das gute Gefühl eines Teilerfolges. 

 


Steven Esterkamp (Headcoach Science City Jena): „Es war ein sehr gutes Vorbereitungsspiel für uns. Wir können etwas Gutes finden und auch etwas Schlechtes – wie immer. Am Ende war es für uns wichtig zu sehen, woran wir noch stärker arbeiten müssen. Wir hatten auch in diesem Spiel zu viele Turnover. Unsere Entscheidungen mit dem Ball in der Hand waren das ganze Spiel über sehr schlecht. Zum Ende des heutigen Spiels war für mich wichtig, wie wir in den letzten fünf Minuten gespielt haben. Das war sehr, sehr stark von unseren Jungs. Wir haben unser Konzept beibehalten. Es war kein Eins-gegen-Eins, sondern Teamarbeit – eine sehr gute Teamverteidigung, aber auch Offense. Wir hatten am Ende sogar die Chance zu gewinnen. Wichtig war, dass und wie wir als Team zusammengehalten haben. Wir sind jetzt drei Wochen weiter in unserer Vorbereitung und werden kontinuierlich besser.“

 


Punkteverteilung: Lee 17, Brooks II 15, Baker 14, Stuckman 14, Edwards 9 (10 Ass.), Falkenthal 7, Christen 5, Herrera 4, Bader 2, Bank, Krause, Biel 

 

Spielfilm: 1. Viertel 21:22 – 2. Viertel 38:45 – 3. Viertel 56:68 – 4. Viertel 87:87

 

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