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Historischer Kellerfund nach 19 Jahren - Aufstiegspokal und Netz von 2007 sind zu Hause

Es war der 21. April 2007, als die damaligen POM Baskets Jena ihren ersten BBL-Aufstieg feiern konnten, anschließend einen Meisterpokal erhielten und in Lobeda-West die Netze von den Ringen abschnitten. Nach einem nervenaufreibenden 78:73-Heimsieg n.V. gegen Chemnitz war es dem damaligen Team von Trainer Björn Harmsen gelungen, erfolgreiche Fakten zu schaffen. Der 1. FC Kaiserslautern, Jenas ärgster Widersacher in dieser Saison, hatte parallel zum Sieg der Thüringer in Rastatt verloren (85:88) und so hatte das direkte Duell am letzten Spieltag in der Halle der Basketball-Teufel nur noch statistischen Charakter. Die Saalestädter unterlagen als bereits feststehender Süd-Meister der 2. Basketball Bundesliga gegenüber des Betzenberg mit 79:94, ließen es nach dem Duell in Rheinland-Pfalz gemeinsam mit zahlreichen mitgereisten Fans und Sponsoren dennoch ordentlich krachen.

 

Natürlich wurde dieser überraschende Erfolg des BBL-Aufstiegskaders um Ali Seggelke, Al Elliott, Sean McCaw, Gregor Linke und Mischa Zlotowski auch an der Saale ausgiebig sowie mehrfach gefeiert. Die größte Party fand damals beim Namenssponsor in Jena-Ost unterhalb des Jenzig statt, in der Badminton-Halle des Planet of Motion, auf dessen Areal nach dem Aufstieg über den Sommer auch die provisorische Leichtbauhalle, im Volksmund nur „das Zelt“ genannt, errichtet wurde. Bei der Saisonabschluss-Party mit dabei waren sowohl Spieler, Coaches, Staff als auch zahlreiche Fans. Allerdings fehlte seit diesem „Feierabend“ bis zuletzt jegliche Spur zum Meisterpokal und dem Netz aus der altehrwürdigen Seelenbinder-Sporthalle. Bis vor wenigen Wochen. Nach 19 Jahren sind beide historischen Trophäen des Jenaer Premieren-Aufstiegs in die Basketball-Beletage wieder aufgetaucht und nach Burgau heimgekehrt. Jenas ehemaliger Flügelspieler Mischa Zlotowski hatte Pokal und Netz eher zufällig bei einer Aufräumaktion in seinem Keller gefunden.

 

„Wir haben zwar später ein Meisterschaftsbanner von der Liga bekommen, aber keinen wirklichen Meistercup. Um den Pokal hatte sich damals Kristin Döpel vom Fotostudio ebenBild gekümmert. Es gab nach dem Aufstieg eine große Saisonabschlussparty im POM. Alles war an diesem Abend mit dabei. Die Veranstaltung war unglaublich voll. Logischerweise waren alle gut gelaunt und im Feiermodus. Auch wir haben damals im Team mit ein paar etwas mehr Getränken angestoßen. Ich bin extra mit dem Fahrrad meiner Frau zur Party gefahren, wollte etwas trinken und das Rad anschließend entweder stehenlassen oder heimschieben. Irgenwann gegen 5.00 Uhr, es kann aber auch später gewesen sein (lacht) stand der Pokal ganz einsam und verlassen auf der Bühne. Um der Gefahr aus dem Weg zu gehen, dass er verschwindet oder ihn irgendjemand als Souvenir mitnimmt, habe ich ihn dann gerettet, das Netz in den Pokal gelegt und sicher auf dem Fahrrad verstaut“, sagt Mischa Zlotowski.

 

„Optimalerweise hatte das Damenrad auf dem Gepäckträger einen etwas größeren Korb. So konnte ich alles im Korb verstauen und das Rad etwas bequemer am Wenigenjenaer Ufer entlang nach Hause schieben. Fahren ging wirklich nicht mehr und es gibt ja das Sprichwort: Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt. Nach diesem Morgen sind Pokal und Netz in Vergessenheit geraten, waren nun knapp 20 Jahre in unserem Keller, bevor ich ihn letztens beim Umräumen wiederentdeckt habe. Da es ja nicht mein Eigentum ist, sondern als sporthistorisches Jenaer Zeitdokument unseres damaligen ersten BBL-Aufstiegs in eine Vitrine gehört, sind Pokal und Netz jetzt nach Burgau heimgekehrt. Ich habe ihn vor einigen Wochen an Benjamin Engelhardt in der Geschäftsstelle von Science City Jena übergeben und da wird er einen würdigen Platz bekommen“, so Jenas ehemaliger Flügel, der zwischen 1996 bis 2010 für die Saalestädter über 300 Pflichtspiele absolvierte.

 

In der ehemals zweigleisigen 2. Bundesliga Süd, dem heutigen Vorläufer der ProA, waren die POM Baskets Jena ohne größere Erwartungen in das Spieljahr gestartet, steigerten sich während der sieben Monate allerdings zu einem Titel- und Aufstiegsaspiranten. Bei einem Zuschauerschnitt von 900 Fans, der die Werner-Seelenbinder-Halle in Lobeda-West bei Heimspielen in einen Hexenkessel verwandeln konnte, war es dem Team des damals erst 24-jährigen Björn Harmsen gelungen, das Spieljahr als Spitzenreiter und Aufsteiger zu beenden. Vom Zieleinlauf als Tabellenerster (24:6 Siege, 48:12 Punkte) vor dem 1. FC Kaiserslautern (23:7 Siege, 46:14) sowie dem punktgleichen Duo aus Bayreuth und Langen (22:8 Siege, 44:16) wurden sowohl Mannschaft, Verein als auch Fans vom Erfolg überrascht.

 

Der Kader der POM Baskets Jena 2006/2007: Björn Blossey, Lars Buss, Jernavis Draughn, Al Elliott, Fabian Franke, Tony Granz, Friedrich Lennartz, Gregor Linke, Sean McCaw, Ermen Reyes-Napoles, Alexander Seggelke, Mischa Zolotowski

 

 

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