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Heimvorteil futsch – Science City Jena unterliegt Gießen zum Playoff-Halbfinal-Auftakt mit 80:84

Trotz einer komfortablen 16-Punkte-Führung im Schlussviertel des ersten Playoff-Halbfinales musste Science City Jena am Donnerstagabend das Parkett der Sparkassen-Arena mit langen Gesichtern verlassen. Die Thüringer unterlagen den 46ers aus Gießen vor 3.038 Zuschauern mit 80:84 und müssen sich die Frage gefallen lassen, wie und warum sie nach ihrem 76:60-Vorsprung in der 34. Minute einen bereits sicher geglaubten Heimsieg noch aus den Händen gaben.  

 

Trotz einer enorm stimmungsvollen Kulisse verpatzten die Jenaer den Auftakt der Best-of-Five-Serie, die bereits am Samstagabend um 19.30 Uhr in der Gießener Osthalle ihre Fortsetzung findet. Ungeachtet des 0:1-Serien-Rückstandes heißt es für das Harmsen-Team nun Ruhe bewahren, die Heimniederlage abhaken und schnell zu regenerieren, um  mit dem Lernkurve des Nackenschlags am kommenden Samstagabend eine entsprechende Reaktion zu zeigen.

 


Tyler Nelson (Topscorer, Science City Jena): „Das war eine harte Niederlage, vor allem nach dem Verlauf im Schlussviertel. Wir haben uns eine 16-Punkte-Führung erspielt und anschließend ist es uns nicht mehr gelungen, die wichtigen Rebounds zu holen, die notwendigen Stopps in der Defense zu bekommen und die richtigen Plays zu machen. Anerkennung an den Gegner für die starke Leistung. Jetzt kommt es für unsere Mannschaft darauf an, am Samstag eine passende Antwort zu geben.“

 

Robin Christen: „Natürlich haben wir uns den Start ins Halbfinale anders vorgestellt. Obwohl es uns im Verlauf der zweiten Hälfte gelungen ist, einen guten Vorsprung zu erkämpfen, wurde das Spiel in der Schlussphase noch einmal komplett auf den Kopf gestellt. Gießen hat in dieser Phase das Momentum genutzt. Wir haben noch viel Verbesserungspotenzial, werden das Spiel analysieren, am Samstag zurückkommen und eine bessere Version unserer Mannschaft erleben. Ich bin guter Dinge, dass wir den Auswärtssieg holen und ausgleichen können. Mit dem großartigen Support unserer Fans wollen wir als Team diese Serie in unsere Richtung drehen. Wir haben die Köpfe auch weiterhin oben und glauben an uns. Abgerechnet wird zum Schluss.“

 

Rasheed Moore: „Wir wussten, dass es ein hartes Spiel werden würde, und haben 35 Minuten lang gut gespielt. In den letzten fünf Minuten haben wir das Spiel dann aber schleifen lassen. Man muss Gießen Anerkennung zollen, denn sie haben wirklich gut gespielt und ihre entscheidenden Würfe getroffen, als es darauf ankam. Wir können uns keinen 20:0-Lauf erlauben und dann erwarten, so ein Spiel zu gewinnen. Unsere Mannschaft kann und muss besser sein und das werden wir im nächsten Spiel am Samstag auch zeigen.“

 


In einer von Beginn an hochintensiven Partie neutralisierten sich beide Teams sowohl defensiv als auch in ihren Angriffen. Jenas erste Führung erzielte Raymar Morgan mit seinem Korbleger zum 8:7, bevor Stephan Haukohl mit einem Dunk auf 10:7 (5.) nachlegen konnte. Während Gießens Center Mladen Vujic die Partie 43 Sekunden vor der ersten Viertelpause auf 19:1 gedreht hatte, setzte sich das Duell im zweiten Abschnitt ähnlich umkämpft fort. Trotz eines Dreiers von Krissi Krause zum zwischenzeitlichen 29:29-Ausgleich (14.) blieb weiterhin nur wenig Zeit, um durchzuatmen. Sowohl defensiv als auch in ihren Angriffen bissig und aggressiv, gestatteten sich beide Kontrahenten weiterhin nur wenig freie Würfe. Unmittelbar vor der großen Pause erwischten die Hessen ihre bis dahin beste Phase. Einen Wimpernschlag vor der Sirene war es Viktor Kovacevic, Gießens stärkster Akteur dieses Viertels, der zum 39:46-Halbzeitstand traf.

 

Analog der ersten Hälfte knüpften beide Mannschaften auch im dritten Viertel an die äußerst intensive Spielweise der ersten Hälfte an. Bis zur 25. Minute hatten die Lahnstädter in Front gelegen (51:55), bevor Science City in zunehmend bessere Abschlussaktionen kam. Die Folge, ein minimaler Kurswechsel der Partie, eingeleitet durch Rasheed Moores Mitteldistanzwurf zur 56:55-Führung verstetigte sich bis zur Viertelsirene und darüber hinaus. Ab dem 60:60-Ausgleich von Gießens Kevin McClain (27.) kannte der Schlagabtausch, zumindest statistisch, nur noch eine Richtung. Während Science City die verbleibenden 159 Sekunden des dritten Abschnitts nutzen konnte, um bis auf 67:60 (Zach Cooks, 3er) zu enteilen, setze das Harmsen-Team auch zu Beginn des Schlussviertels zunächst erfolgreich nach. Von Kristofer Krause offensiv getragen, legten die Thüringer bis zur 34. Minute mit einem viertelübergreifenden 16:0-Lauf auf 76:60 nach. Was in dieser späten Phase der Partie nach einer Vorentscheidung roch, erwies sich jedoch als böse Stinkbombe.

 

Wie schon im ersten Duell der Gießener Viertelfinalserie bei den Eisbären Bremerhaven, als man nach einem ebenfalls deutlich zweistelligen Rückstand das Duell in Verlängerung noch mit 109:98 gewann, zündeten die Hessen nun auch in der Sparkassen-Arena noch einmal den Turbo und schmolzen Jenas Vorsprung auf großer Flamme Punkt um Punkt. Durch Kyle Castlin initiiert und aus allen Rohren feuernd, konterten sich die 46ers mit einem gleichermaßen späten wie gewaltigen 20:0-Run zu ihrem Auswärtssieg. Aufbauspieler Simon Krajcovic hatte 79 Sekunden vor Ultimo an der Freiwurflinie zumindest einmal die Nerven behalten, um auf 76:80 zu erhöhen. Wie ein Großteil des Publikums wurden auch die Thüringer vom Comeback der Gäste kalt erwischt, konnten lediglich auf 80:82 verkürzen, bevor Ex-Nationalspieler Robin Benzing zwei Sekunden vor der Sirene den Gießener D-Block in eine kollektive Jubeltraube verwandelte.

 


Punkteverteilung: Nelson 17, Krause 13, Cooks 9, Christen 9, Moore 8, Carter 7, Herrera 6, Falkenthal 5, Haukohl 4, Morgan 2 – Lodders, Lang (DNP)

 

Spielfilm: 1. Viertel 19:21 – 2. Viertel 39:46 – 3. Viertel 67:60 – 4. Viertel 80:84

 

Kompletter Boxscore

 

Das Spiel im Re-Live auf Sportdeutschland TV

 

Die Pressekonferenz nach dem Spiel

 

 

 

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