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Heimsieg mit Herz: Science City Jena schlägt NINERS Chemnitz im Ostderby Deluxe mit 82:76

Mehrheitlich in Weiß gehüllt, voller Emotionalität und bebend vor Leidenschaft gab es für Jenas Fans am Sonntagabend in der ausverkauften Sparkassen-Arena nach der Schlusssirene kein Halten mehr. Um 18:24 Uhr herrschte Gewissheit. Science City hatte soeben den langjährigen Rivalen aus Chemnitz vor 3.125 Zuschauern mit 82:76 geschlagen und dem „Derby Deluxe“ ein weiteres denkwürdiges Kapitel hinzugefügt. 

 

Das Team von Headcoach Steven Esterkamp bezwang die Gäste aus Sachsen in einem intensiven, phasenweise nervenaufreibenden und umkämpften Abnutzungskampf verdient und erkämpfte sich den zweiten Saisonsieg in Folge. Nach dem gelungenen Heimspielauftakt gegen RASTA Vechta nur wenige Tage zuvor konnten die Jenaer nachlegen und ihr Punktekonto in der easyCredit BBL ausgleichen. Mit massiver Lufthoheit unter den Körben (45:32 Rebounds) sowie einer mannschaftlich geschlossenen Leistung belohnten sich die Thüringer selbst, um im Anschluss gemeinsam mit ihren Fans feiern zu können. 

 

Individuell durch Topscorer Jemarl Baker Jr. mit 22 Punkten angeführt, war es am Ende letztendlich doch ein Erfolg des gesamten Teams. Während mit Kapitän Robin Christen (Knieverletzung), Tanner Stuckman (muskuläre Probleme) sowie Pierre Brooks II (Trainerentscheidung) drei Akteure nur in Zivil auf der Bank Platz nahmen, hatten auch die NINERS auf Leistungsträger zu verzichten. Allen voran Aufbauspieler Cobe Williams, der aufgrund einer Liga-Sperre aussetzen musste. Seine Premiere feierte unterdessen Jenas Neuzugang Sacar Anim, der seine Qualitäten bereits andeuten konnte, aber noch Zeit benötigen wird, um tatsächlich anzukommen.

 


Rodrigo Pastore (Headcoach NINERS Chemnitz): „Zunächst einmal Gratulation an Jena und Steven Esterkamp zum verdienten Sieg. Es war das erwartet hart umkämpfte Match. In der ersten Halbzeit haben wir den Ball noch gut kontrolliert und den Kampf um den Ballbesitz positiv gestaltet. Im dritten Viertel ist uns das Spiel dann jedoch entglitten. Wir haben die Kontrolle verloren, und die Ballverluste wurden zu einem massiven Problem. Hinzu kam unsere anhaltende Schwäche beim Rebounding. Es ist extrem frustrierend zu sehen, wie oft wir dem Gegner zweite oder sogar dritte Wurfchancen gestattet haben. Man darf aber auch nicht vergessen, dass uns die personellen Ausfälle auf den Guard-Positionen stark belasten. Die Müdigkeit war den Spielern im Laufe des Spiels deutlich anzumerken. Wir haben im dritten Viertel versucht, mit einer Zonenverteidigung Kräfte zu sparen – das hat heute leider nicht so funktioniert wie noch am Dienstag in der Türkei. Im Schlussviertel haben die Jungs noch einmal alles reingeworfen und einen Lauf gestartet, aber Jena war heute das bessere Team. Sie haben die Eins-gegen-eins-Situationen inside konsequent genutzt und die wichtigen Würfe getroffen. Wir müssen nun die Fehler analysieren und an unserer Konstanz arbeiten.“

 

Steven Esterkamp (Headcoach Science City Jena): „Über einen Sieg muss man sich immer freuen, und ich bin glücklich, dass wir auch unser zweites Heimspiel gewinnen konnten. Ein ganz entscheidender Faktor war heute wieder unser Heimvorteil. Die Energie, die Lautstärke und die Begeisterung von den Rängen tragen unsere sehr junge Mannschaft im Moment enorm. Diese Kulisse hilft den Spielern dabei, den nächsten Entwicklungsschritt zu machen und vor eigenem Publikum auf einem ganz anderen Level zu agieren. Wir hoffen sehr, dass diese Euphorie anhält und wir diesen Schwung für unseren weiteren Weg mitnehmen können. Dennoch bin ich nicht mit allem zufrieden. Wir müssen lernen, solche Partien deutlich cleverer und sauberer zu Ende zu spielen, als uns das heute gelungen ist. Auch unsere Ballverluste bleiben ein Thema, an dem wir dringend arbeiten müssen. Positiv stimmt mich aber, wie das Team das Spiel trotz der späten Probleme letztlich ins Ziel gerettet hat – das ist ein wichtiger Lernprozess für die Jungs. Ein Sonderlob verdient heute unsere Defensive: Mit der gezeigten Mentalität, der Einstellung und dem unbedingten Einsatz in der Verteidigung bin ich über das gesamte Spiel hinweg hochzufrieden.“

 


Bereits von Beginn an war zu spüren, dass dieses prestigeträchtige Aufeinandertreffen einen höheren Stellenwert besaß. Jena startete wach, Chemnitz hielt dagegen und so entwickelte sich früh ein Spiel auf Augenhöhe. Nach dem Startviertel lag Science City knapp mit 21:19 in Front, bevor es beim Stand von 40:38 mit einem identischen Zwei-Punkte-Vorsprung in die Halbzeit ging. Phlan Fleming hatte parallel zum Buzzer aus neun Metern verkürzt und den in Schwarz gekleideten Gästeblock mit seinem erfolgreichen Dreier gut gelaunt in die Pause geschickt. 

 

Nach dem Start in das dritte Viertel setzte Science City allerdings intensiv nach. Mit mehr Zugriff in der Defense, klareren Aktionen in ihren Angriffen und der spürbaren Energie von den Rängen hatten die Thüringer auf 56:47 (25., Baker, 3er) vorgelegt, um beim zwischenzeitlichen Score von 62:54 in den Schlussabschnitt zu starten. Doch die NINERS blieben bis zum Ende gefährlich, erhöhten den Druck und zwangen das Esterkamp-Team, sich diesen Sieg redlich zu verdienen. 

 

In der finalen Phase zeigte Science City seine vielleicht wichtigsten Charakterzüge in dieser Partie: Moral, Stabilität und Mentalität. Nachdem Chemnitz in der 32. Minute durch einen Dunk von Urald King auf 62:59 verkürzt hatte, antwortete Jena mit einem energischen 13:0-Lauf. Durch Körbe von Terrence Edwards, Jemarl Baker, Raphael Falkenthal und einen lautstark umjubelten Dreier von Kristofer Krause wieder bis auf 75:59 enteilt (35.), war das Fundament zum Derbysieg gelegt. Als die Gäste in der Crunchtime noch einmal auf 77:70 (38., Seric, 3er) verkürzen konnten, hielt Science City dagegen und brachte den Vorsprung mit Konzentration und kühlem Kopf über die Ziellinie. So leuchtete am Ende ein 82:76-Triumph vom LED-Würfel, der wertvoller ist, als die beiden Pluspunkte in der Tabelle.

 

Punkteverteilung: Baker 22, Edwards 12, Lee 10, Krause 9, Moses 8, Falkenthal 7, Bank 4, Herrera 4, Skladanowski 4, Anim 2 – Biel, Bader (DNP)

 

Spielfilm: 1. Viertel 21:19 – 2. Viertel 40:38 – 3. Viertel 62:54 – 4.Viertel 82:76

 

Kompletter Boxscore

 

Die Dyn-Highlights des Spiels

 

 

 

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