Skip to main content

Hauchdünnes Playoff-Comeback - Medipolis SC Jena erzwingt mit 77:76-Hitchcock gegen Frankfurt zweites Heimspiel

Das.war.knapp. Mit einem ebenso hauchdünnen wie erst nach dem letzten Wurf feststehenden Heimsieg meldet sich Medipolis SC Jena in den Playoffs 2024 zurück. Das Team von Trainer Björn Harmsen schlug die FRAPORT Skyliners am Sonntag vor 2.611 Zuschauern letztendlich verdient mit 77:76 und erzwingt ein weiteres Playoff-Heimspiel am kommenden Freitag, den 10. Mai ab 19.30 Uhr. Der Ticket-Vorverkauf für das mit Spannung erwartete Game 4 startet am morgigen Montag.

 

Während sich die Thüringer nach ihrer 89:74-Auswärtsniederlage am Freitag in Frankfurt widerstandsfähig genug präsentierten, um neben Lorenz Bank, Nils Schmitz mit Co-Kapitän Stephan Haukohl (Magen-Darm-Infekt) mittlerweile drei personelle Ausfälle zu kompensieren, avancierte der in Spiel 1 noch glücklose Amir Hinton zu einem der Matchwinner. Weniger aufgrund seiner 19 Punkte als Topscorer beider Kontrahenten, sondern vielmehr durch zwei verwandelte Freiwürfe zum Endergebnis, exakt 20.5 Sekunden vor der Schlusssirene. Obwohl die Gäste in der letzten Aktion des Spiels noch einmal eine freien Wurf bekamen, verfehlte der Dreier von Aiden Warnholtz sein Ziel und besiegelte des Ausgang dieser Partie.

 


Denis Wucherer (Headcoach FRAPORT SKYLINERS): „Wie schon im ersten Spiel ging es auch heute physisch zu, da gab es am Brett oft auf die Pfoten. Dass es trotz des deutlichen Ungleichgewichtes bei den Freiwürfen am Ende sogar noch dazu kommt, dass wir das Ding an der Linie dicht machen können, muss Ironie des Schicksals sein. Insgesamt lässt sich festhalten, dass wir in der Verteidigung präsent waren, müssen uns am Mittwoch aber von Beginn an mehr wehren. Jetzt haben wir ein „Best of Three“, bei dem wir mit den eigenen Fans im Rücken den ersten Stich setzen wollen.“

 

Kendall Chones (Co-Trainer Medipolis SC Jena): „Frankfurt ist ein unglaublich starker Gegner, der uns heute alles abverlangt hat. Sie sind sicher das physischste Team mit der wohl stärksten Defense der Liga. Umso beeindruckender fand ich, wie wir heute geantwortet haben, trotz der Ausfälle. Wir haben ganz sicher noch viel Arbeit auf ganz unterschiedlichen Ebenen vor uns, bevor wir am Mittwoch in das dritte Duell starten. Der Erfolg heute war nicht nur wichtig, sondern hat sich auch gut angefühlt. Sowohl der Kampf, die Einstellung als auch die Herangehensweise unserer Jungs hat deutlich besser gepasst als noch in Spiel 1 am Freitag in Frankfurt.“

 


Während sich beide Kontrahenten zunächst über weite Teile des Startviertels neutralisierten, sechs Führungswechsel sowie fünf ausgeglichene Zwischenstände den engen Verlauf auch statistisch untermauerten, war es Robin Lodders, der die Thüringer mit seinem weiten Zweier und einer 22:19-Führung in der ersten Pause schickte. Diesen Vorsprung verteidigten die Thüringer konstant bis kurz vor der Halbzeitsirene, hatten zwischenzeitlich durch einen Block von Rasheed Moore gegen Marco Völler (15.) für das bis dato optische Highlight der Partie gesorgt. Zwei Dreier durch Amir Hinton und Blake Francis ließen Medipolis SC Jena unmittelbar vor dem Gang in die Kabine auf 47:39 enteilen, bevor Frankfurts Aiden Warnholtz zwei Freiwürfe zum 47:41-Pausenstand traf. Mit dieser fast schon komfortabel anmutenden Führung in den dritten Abschnitt startend, wuchs Jenas Polster nach einem erfolgreichen Dreier von Vuk Radojicic sogar auf 50:41. Obwohl die Hessen anschließend wieder auf 52:46 verkürzten, präsentierte sich das Harmsen-Team stabil und widerstandsfähig genug, um durch Amir Hintons Korb zum 56:46 (23.) erstmals zweistellig in Front zu gehen. Die höchste Führung des gesamten Spiels besorgte Kapitän Rasheed Moore in der 24. Minute mit seinem Distanzwurf zum 61:48. Doch die Skyliners hielten Anschluss und drückten ihren Rückstand nach einem Dreier von Aiden Warnholtz 16 Sekunden vor der letzten Pause beim Stand von 67:59 wieder unter die neuralgische Zehn-Punkte-Marke.

 

Nachdem Jenas Vorsprung zu Beginn des Schlussviertels zunehmend bedenklicher schrumpfte, die Gäste ihre statistische Lücke bis zur 34. Minute beim Score von 71:69 fast vollständig geschlossen hatte, zog Björn Harmsen die taktische Notbremse – Auszeit. Was anschließend folgte, hätte selbst Alfred Hitchcock begeistert applaudieren lassen. Durch Amir Hintons Steal inkl. eines anschließenden Korblegers hatte Medipolis SC Jena wieder auf 75:71 vorgelegt, bevor Marco Völler und David Muenkat die Partie 89 Sekunden vor Ultimo in Richtung der Hessen drehten. Vielmehr noch hielt Marco Völler die Entscheidung 25.6 Sekunden vor der Schlusssirene mit zwei Freiwürfen in seinen Händen. Der Frankfurter Liga-Veteran setzte jedoch beide Schüsse auf den Ring und nachdem Amir Hinton beim Rebound aufgepasst hatte und gefoult wurde, schritt Jenas Nummer 13 an die Linie der Skyliners. Mit noch 20.5 Sekunden verbleibender Spielzeit behielt der wiedererstarkte US-Amerikaner die Nerven, versenkte seine Würfe und kippte das Duell wieder zu Gunsten von Medipolis SC Jena auf 77:76. Timeout von Denis Wucherer für die letzte Angriffs-Sequenz seiner Skyliners. Nach einem Einwurf an der Baseline fand der Ball seinen Weg in die Hände von Aiden Warnholtz. Der Kanadier drückte zwei Sekunden vor der finalen Sirene ab, verfehlte jedoch sein Ziel und besiegelte Jenas so wichtigen Heimsieg. Während der Rebound bei Rasheed Moore landete, verwandelte sich die Anspannung auf den Tribünen in einen kollektiv euphorischen Jubel, den die Sparkassen-Arena in dieser Wucht seit längerem nicht mehr erlebt hatte.

 


Punkteverteilung: Hinton 19, Lodders 14, Moore 11, Saibou 11, Francis 8, Radojicic 8, Herrera 6, Falkenthal, Alberton – Passarge, Metsa (DNP)

 

Spielfilm: 1. Viertel 22:19 – 2. Viertel 47:41 – 3. Viertel 67:59 – 4. Viertel 77:76

 

Kompletter Boxscore

 

 

 

Zurück