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Halbfinal-Hitchcock mit Happy End – Science City Jena feiert in Gießen Rückkehr in die BBL

Science City Jena ist wieder erstklassig. Die Mannschaft von Trainer Björn Harmsen gewann am Donnerstagabend vor 2.921 Zuschauern in der Sporthalle Gießen Ost knapp mit 97:95 und beendete die Halbfinal-Serie vorzeitig mit 3:1. Während die Saalestädter im bevorstehenden Sommer für das kommende Spieljahr 2025/2026 in der easyCredit BBL planen können, stehen noch die beiden Finalspiele um die Meisterschaft der BARMER 2. Basketball Bundesliga am 29. Mai in Trier und 31. Mai in der Sparkassen-Arena bevor.

 

In einer gleichermaßen engen wie umkämpften Partie schrammte Science City Jena nur haarscharf an einem fünften Entscheidungsspiel vorbei. Zwischenzeitlich mit 13 Punkten (18., 47:34) in Rückstand liegend, drehten die Thüringer das Duell im Verlauf der zweiten Hälfte aufgrund einer deutlichen Leistungssteigerung, während die stark kämpfenden Hessen dem Kräfteverschleiß zunehmend Tribut zollen mussten. In den entscheidenden Phasen erwies sich Zach Cooks mit 30 Punkten und seinem Gamewinner zwei Sekunden vor der Schlusssirene einmal mehr als Unterschiedsspieler.

 


Zach Cooks (Topscorer, Science City Jena): „Es war ein unglaubliches und absolut verrücktes Spiel vor einer herausragenden Kulisse. Beide Fangruppen haben ihren Teams einen unglaublichen Support geliefert. Auch wenn ich nach dem Gamewinner gerade noch voller Adrenalin bin und mit meinen positiven Emotionen gar nicht weiß wohin, war es am Ende nur wichtig, dass wir gewinnen konnten und jetzt in die BBL aufgestiegen sind. Es ist ein absolut verrücktes Gefühl und ich freue mich für unser Team, die Coaches, die ganze Organisation, unsere Fans und die Stadt.“

 


 

Groß war die Anspannung, vor dem vierten Aufeinandertreffen dieser Serie und das Duell sollte eindrucksvoll belegen, warum. Während sich die 46ers nach ihrer deutlichen 99:66-Klatsche in Spiel 3 mit einer beeindruckenden Mischung aus Trotz, Mut und Selbstbewusstsein zurückmeldeten, den Hauptrunden-Primus zum Ritt auf einer Rasierklinge zwangen, besaßen die Gäste in der Schlussphase einfach nur das glücklichere Händchen... in Person von Zach Cooks. 

 

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte das Ignjatovic-Team den Thüringer einen intensiven und dramatischen Playoff-Fight geliefert, den keiner der Anwesenden so schnell vergessen dürfte. Von Beginn an wesentlich fokussierter und treffsicherer als noch zwei Tage zuvor, bissen die 46ers um jeden Ball und Zentimeter der Sporthalle Gießen Ost. So ging ein punktearmes Auftaktviertel trotz einer schönen Kombination von Chris Carter auf Alex Herrera mit 16:14 an die Hausherren. Nach dem Start in das zweite Viertel zogen die Hessen noch einmal an, enteilten zwischenzeitlich auf 26:20 (13., Luis Figge) und 32:25 (15., Aiden Warnholtz), bevor Robin Benzing mit seinem Dreier zum 47:34 (18.) für den höchsten Gießener Vorsprung der gesamten Halbfinal-Serie sorgen konnte. Potenzielle Sorgenfalten in den Reihen eines stattliche gefüllten sowie lautstarken Gästeblocks mit über 130 Anhängern konnte Jenas Kapitän Chris Carter bis zur Halbzeitsirene zumindest wieder etwas entspannen. Dem nun viermaligen Aufstiegs-Point-Guard (Vechta, Chemnitz, Rostock und Jena) war es innerhalb der letzten 41 Sekunden in der ersten Hälfte gelungen, auf 47:38 zu verkürzen. 

 

Mit Beginn der zweiten Halbzeit änderte sich das Bild der Partie so schnell wie temporär, nachdem Krissi Krause auf 49:45 (22.) verkürzen konnte. Nachdem die Lahnstädter ebenso resolut und intensiv geantwortet hatten, legte Kevin McClain mit seinem Korb zum 55:45 (23.) erneut zweistellig vor. Science City war gefordert, nicht abreißen zu lassen und konterte durch Zach Cooks, Rasheed Moore, Stephan Haukohl und Tyler Nelson, um nach dem 66:66-Ausgleich (29., Tyler Nelson) durch Zach Cooks Korb 38 Sekunden vor der Sirene zum 67:68 erstmalig in Front zu gehen. Für die im Jenaer Block lautstark umjubelte 67:71-Führung hatte Robin Christen gesorgt, der mit seinem Dreier parallel zum Buzzer traf. 

 

Doch Basketball kann enorm kurzlebig sein und so hielt ein vermeintlich komfortabler Jenaer 70:77-Vorsprung (31., Zach Cooks) keine drei Zeigerumdrehungen bis zu einem erneuten Richtungswechsel. Viktor Kovacevic war es in der 33. Minute, der die Hessen wieder mit 82:81 in Führung gehen ließ. In einer extrem nervenaufreibenden Crunchtime hatten sich beide Teams mit hauchdünnen Zwischenständen bis in die Schlussminute gehangelt. Wie in einem 12.Runden-Schwergewichts-Boxkampf begannen die letzte Minute beim Stand von 91:92. Von Tyler Nelson 16.5 Sekunden vor Ultimo an der Linie mit 91:94 in Front gebracht, antwortete Kyle Castlin zum 93:94 – Timeout Jena. Nach einem Foul an Zach Cooks 11.8 Sekunden vor Schluss verwandelte Jenas späterer Gamewinner mit einem Freiwurf zum 93:95, bevor Luis Figge, ebenfalls von der Linie nervenstark auf 95:95 ausgleichen konnte - erneute Auszeit von Coach Björn Harmsen. Bei nur noch 11.3 Sekunden Restspielzeit und Seiteneinwurf von Chris Carter landete der Ball in den Händen von Zach Cooks. Jenas Akteur für die besonderen Momente legte sich im letzten Angriff der Saison Kevin McClain zurecht, verlud seinen Gießener Bewacher, zog an ihm vorbei und ließ den Ball „off the glass“ mustergültig durch den Ring der 46ers rutschen. Im Anschluss zogen die verbleibenden 2.2 Sekunden an den Augen der Zuschauer wie im Film vorbei. Luis Figge versuchte auf Höhe des Liga-Logos vor der Gießener Bank das Spiel mit einem Jahrhundertwurf zu drehen, scheiterte jedoch knapp. Der Rest des Abends ging im Jenaer Jubel auf dem Parkett, der Kabine und dem Auswärtsblock der Osthalle unter....

 

Nach einem echten Hitchcock und mit dem dazu passenden finalen Schuss für die vereinsinternen Geschichtsbücher hatte Science City Jena diese Serie beendet, sich das Comeback in der easyCredit BBL verdient und ganz nebenbei auch die Tickets der beiden Finals gegen Trier gelöst. Völlig unabhängig von den positiven sowie leider auch negativen Eindrücken dieses intensiven Showdowns muss und sollte an dieser Stelle dem sportlichen Gegenüber der GIESSEN 46ers und seinem leidenschaftlich mitgehenden Anhang größtmöglicher Respekt gezollt werden. Schließlich präsentierten sich die Lahnstädter in dieser sprichwörtlich atemberaubenden Halbfinal-Serie als fast ebenbürtiger Kontrahent. 

 


 

Punkteverteilung: Cooks 30, Nelson 23, Carter 12, Christen 10, Krause 6, Herrera 6, Moore 5, Haukohl 5, Morgan, Falkenthal, Lodders, Bank

 

Spielfilm: 1. Viertel 16:14 – 2. Viertel 47:38 – 3. Viertel 67:71 – 4. Viertel 95:97

 

Kompletter Boxscore

 

Das Spiel im Re-Live auf Sportdeutschland TV

 

Die Pressekonferenz nach dem Spiel

 

 

 

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