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Gänsehautentzündung in Burgau – Science City Jena dreht 19-Punkte-Rückstand zum Sieg

Science City Jena bleibt in der aktuellen Saison der BARMER 2. Basketball Bundesliga auch nach dem 4. Spieltag ungeschlagen. Die Mannschaft von Trainer Björn Harmsen bezwang am Sonntagabend den bis dato Tabellenzweiten aus Münster nach einer dramatischen Aufholjagd mit 87:83 und verteidigt die weiterhin makellose Bilanz bei nunmehr 4:0 Siegen. Von 2.626 am Ende maximal euphorisierten Fans getragen, drehten die Thüringer dabei ein bereits verloren geglaubtes Heimspiel durch eine beeindruckende Energieleistung und schickten die Gäste mit enttäuschten Gesichtern auf die Heimreise. Von Rasheed Moore - trotz Nasenbeinbruch - in der entscheidenden Phase offensiv und emotional getragen, sorgte der Schlussabschnitt nach enormer Gänsehautentzündung in Burgau für ausgelassene Stimmung auf den Arena-Tribünen.

 

Die Saalestädter hatten sich nach einer schwachen ersten Hälfte bis zum Schlussviertel noch einmal in Schlagdistanz gebracht, bevor es dem Team gelungen war, eine beeindruckende Aufholjagd hinzulegen. Trotz eines zwischenzeitlichen 46:65-Rückstands (25.) hatte Science City Jena in der Crunchtime zunächst auf 72:76 (34.) verkürzt, bevor der an diesem Abend für die besonderen Momente verantwortliche Rasheed Moore in der 37. Minute auf 78:78 ausglich. Dem Trio Rasheed Moore, Robin Christen und Zach Cooks war es in den anschließenden Minuten vorbehalten, für die entscheidenden Akzente zu sorgen, um die Thüringer spät, aber nicht zu spät als Gewinner vom Parkett gehen zu lassen. Obwohl die Saalestädter erneut auf Lorenz Bank verzichten mussten und etliche weitere Akteure angeschlagen in die Partie gingen, unterstreicht dieser Erfolg einmal mehr den Charakter eines willensstarken Kaders, der am kommenden Samstagabend beim BBC Bayreuth gastieren wird.

 


Robin Christen (Science City Jena): „Auf jeden Fall Respekt an Münster, die uns das Leben sehr, sehr schwergemacht haben. Sie waren uns bis Mitte des dritten Viertels in allen Belangen überlegen. Uns ist es am Ende dennoch gelungen, dieses Spiel mit einer starken Energieleistung zu drehen. Im letzten Viertel sind uns neben richtig guter Defense ein paar echte Big Plays gelungen, die das Spiel gekippt haben. Die Fans haben uns in der entscheidenden Phase einen unglaublichen Push gegeben, um dieses Spiel nach Hause zu holen. Unabhängig vom Resultat hat das Spiel aber auch gezeigt, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben. Auch wenn nach dem Sieg die Freude und das schöne Gefühl mit den Fans feiern zu können, erst mal überwiegt, war es eine wichtige Lektion, aus der wir lernen müssen, um uns weiterzuentwickeln.“

 

Rasheed Moore (Science City Jena): „Es war kein gutes Spiel von uns und trotzdem ist unser Team als Gewinner vom Parkett gegangen. Nach der schlechten ersten Halbzeit war es wichtig, als Team zusammenzustehen und die Köpfe oben zu behalten. Wir wussten vor dem Spiel schon, dass Münster eine wirklich gute Offensivmannschaft ist. Sie haben uns speziell in der ersten Hälfte und über einen Großteil des 3. Viertels große Probleme bereitet. Wir konnten über unsere Erfahrung, Qualität und mit viel Kampf einen Weg finden, den Rückstand nicht zu groß werden zu lassen. Wir haben Münster vor allem in der zweiten Hälfte zu mehr Ballverlusten gezwungen und bei den Offensiv-Rebounds großartige Arbeit geleistet, um uns zusätzliche Wurfchancen zu verschaffen. Am Ende haben wir die notwendigen Stopps erzwungen, die für so ein starkes Comeback notwendig sind.“

 


Während Science City Jena im Duell gegen Münster zunächst einen äußerst gebrauchten Tag erwischt hatte und sich Ballverluste, Fehlwürfe sowie Abstimmungsprobleme abwechselten, nutzten die Gäste ihre Qualitäten in voller Bandbreite. Früh bis auf 1:14 (4.,Hodges) enteilt, fand das Harmsen-Team nur schwerfällig in die Partie. Immerhin war es den Thüringer gelungen, Anschluss zu halten und nicht schon während dieser Phase noch deutlicher in Rückstand zu geraten. Bedanken konnten sich die Gastgeber bei Raphael Falkenthal. Jenas Youngster hatte bis zur ersten Viertelpause (18:24) einen couragierten Auftritt hingelegt und den Gäste-Vorsprung mit neun Punkten in einem noch erträglichen Rahmen gehalten. Doch die Uni Baskets knüpften auch im zweiten Abschnitt an ihre starke Vorstellung des Auftaktviertels an. Vom Trio Sigu Jawara, Adam Touray und Cosmo Grühn getragen, konservierte das Rohdewald-Team seine Führung im zweistelligen Bereich und enteilte nach einem11:0-Lauf sogar bis auf 25:43 (15., Touray), bevor die Saalestädterdurch Flügelspieler Robin Christen antworteten. Nach der ersten Hälfte sah sich Science City Jena mit einem 37:51-Rückstand konfrontiert, der sich aufgrund der Leistung beider Mannschaften jedoch wesentlich deutlicher anfühlte.

 

Analog des Spielverlaufs im zweiten Abschnitt verteidigten die Münsteraner ihren Vorsprung nach Beginn des dritten Viertels, um nach einem 4-Punkt-Spiel von Jasper Günther zur Vorentscheidung anzusetzen. Der 25-jährige Aufbauspieler war bei seinem erfolgreichen Dreier zum 46:64 (25.) gefoult worden und verwandelte den fälligen Bonusfreiwurf zur höchsten Führung der Partie. In genau diesem Moment mit dem Rücken zur Wand stehend, gelang es den Jenaern jedoch, eine Aufholjagd zu starten, die sich in einer rückblickenden Saisonbetrachtung einen Ehrenplatz verdient haben dürfte. Von Zach Cooks mit sieben schnellen Punkten wieder auf 53:65 herangebracht, legte Robin Christen einen schwierigen Fadeaway aus der Drehung nach und verkürzte auf 55:65, bevor es beim Score von 58:69 in den Schlussabschnitt ging.

 

Dass für Science City Jena Rückstände in diesem Bereich durchaus zu drehen sind, hatte das Team bereits im bisherigen Saisonverlauf unter Beweis gestellt. Entsprechend intensiv und griffig präsentierte sich das Harmsen-Team nun auch (endlich) in dieser Phase. Bis zum Stand von 63:72 (32.) hatte das Bollwerk der Uni Baskets standgehalten, bevor Jenas Flügel-Tandem Robin Christen und Rasheed Moore Jenas offensive Schleusen öffneten. Mit dem Comeback-Momentum im Rücken, angetrieben von einer lautstarken Arena-Kulisse und zahlreichen Emotionen schrumpfte der Gäste-Vorsprung im Minutentakt. Exakt 140 Sekunden vor Ultimo war die statistische Lücke dann tatsächlich geschlossen, nachdem Rasheed Moore aus der Distanz auf 78:78 ausgeglichen hatte. Von den stimmungsvollen Tribünen euphorisiert, überwand Science City in den Schlusssekunden auch die beiden letzten Versuche von Münsters Center Adam Touray, der das Blatt dieser Begegnung noch einmal kurzzeitig auf 80:81 und 82:83 (39.) gewendet hatte. Als finaler Gamechanger präsentierte sich letztendlich Rasheed Moore, der sowohl bei seinem Korb zum 84:83 als auch defensiv mit einem Steal gegen Timetric Hodges 2.1 Sekunden vor der Sirene zum Mann des Abends avancierte.

 


Scoring: Christen 22, Moore 17, Cooks 16, Carter 9, Falkenthal 9, Lodders 7, Krause 4, Morgan 2, Herrera 1, Haukohl – Lang (DNP)

 

Spielfilm: 1. Viertel 18:24 – 2. Viertel 37:51 – 3. Viertel 58:69 – 4. Viertel 87:83

 

Kompletter Boxscore

 

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