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Fünfminütiger Blackout in der Crunchtime besiegelt Jenaer Heimniederlage gegen Ludwigsburg

Mit einer gleichermaßen späten wie bitteren Heimniederlage ist Science City Jena in die Rückrunde der easyCredit BBL gestartet. Das Harmsen-Team unterlag den MHP RIESEN Ludwigsburg am Samstagabend vor 2.917 Zuschauern in der Sparkassen Arena mit 75:84 und verpasste es, seine kleine Serie von zuletzt zwei Siegen in Folge fortzusetzen.

 

Während sich beide Teams bis Mitte des Schlussviertels einen hart umkämpften Schlagabtausch geliefert hatten, entschieden die Gäste das Duell in der Crunchtime zu ihren Gunsten. Nachdem Jenas Center Alex Herrera in der 35. Minute an der Freiwurflinie auf 75:71 vorlegen konnte, wollte den Hausherren in der verbleibenden Spielzeit nichts mehr gelingen. Die Barockstädter nutzten diesen Blackout, um das Schicksal der Partie mit einem 13:0-Lauf zu besiegeln.

 

Bis zum nächsten Auftritt am 07.02. um 20.00 Uhr in Bonn bleibt Science City Jena nun eine Woche Zeit, um diese Niederlage abzuhaken und aufzuarbeiten, bevor im nächsten Heimspiel die wohl größte Hürde des gesamten Spieljahres wartet. Am 15 Februar gastiert der FC Bayern München Basketball als amtierender Deutsche Meister mit dem Ex-Jenaer Johannes Voigtmann in der Sparkassen-Arena (15.02. um 16.30 Uhr – hier Tickets sichern).

 


Mikko Riipinen (Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg): „Das Spiel war ein einziges Auf und Ab – wie so viele Partien in der easyCredit BBL. Wir haben gelernt, dass wir dafür bereit sein müssen und wissen, dass ein komplettes Spiel, ohne dauerhafte gegnerische Akzentuierungen, höchst unwahrscheinlich ist. Hier in dieser Halle und gegen ein sehr gut agierendes und miteinander spielendes Jenaer Team zu spielen, war uns klar, dass es nicht einfach wird. Wir haben das zweite Mal in Folge das richtige Mindset gehabt: Sind drangeblieben, sind drin geblieben und haben weitergemacht. Wir waren heute schlampig und hatten eine Woche mit mehreren kranken Akteuren – Lenny Anigbata ist es immer noch. Dennoch sind wir mit den emotionalen Schwingungen gut umgegangen. Ich bin stolz, dass alle Elemente dieser Mannschaft heute ihren Anteil hatten: Die Veteranen [Jonas] Wohlfahrt-Bottermann und Yorman [Polas Bartolo] haben ihre Erfahrung gezeigt, die Kreativspieler haben übernommen, als wir sie brauchten und die Youngster sind schlicht begeisternd! Ich liebe sie, sie sind so gut! Unser ganzer Klub sollte stolz auf sie sein – mit jedem Menschen von der Jugend an, der ihnen in einer Trainingseinheit [und natürlich dauerhaft] geholfen hat. Ich möchte noch ergänzen, dass es heute nicht gut war. Wir haben in den letzten Wochen [auch] an der Mentalität gearbeitet und das ist es, worauf wir heute stolz sein können. Wir haben noch viel zu lernen, aber in der Fremde ist es nie einfach und wir sind stolz! Wie wir die Partie beendet haben, wie wir in einer schwierigen Situation resilient geblieben sind und weitergemacht haben, gab uns eine gute Gelegenheit, um die Partie mit einem starken [13:0-]Lauf zu beenden. Das war eine spezielle Situation für uns! In der Fremde in Rückstand zu liegen, die Partie zu drehen. Es ist so, so wichtig, das geschafft zu haben.“

 

Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Ich fand, dass wir in diesem Spiel streckenweise unsere beste Defense gezeigt, in wichtigen Phasen aber auch sehr schwach verteidigt haben, gerade zum Ende des Spiels. Wir hatten Spieler, die sehr lange auf dem Parkett standen, ohne ein Foul zu kassieren. Das ist aus meiner Sicht bei unserem Spielstil eigentlich nicht möglich. Wir müssen es schaffen, so ein Spiel als Einheit zu absolvieren, sowohl hinten als auch vorn. Das ist uns heute, gerade in der entscheidenden Phase, nicht gelungen. Offensiv haben wir gut exekutiert und den Ball bewegt, aber eben auch nicht bis zum Ende. Im letzten Viertel sind wir im Angriff zu statisch geworden und waren hinten zu soft. Wir haben uns durch die Physis der Ludwigsburger ein bisschen aus dem Konzept bringen lassen. Am Ende haben sie klüger gespielt als wir.“

 


 

Obwohl sich beide Kontrahent im Verlauf eines punktereichen Auftaktviertels ein Duell auf Augenhöhe geliefert hatten, konservierte Ludwigsburg einen knappen Vorsprung, um beim Score von 24:27 in die erste Pause zu gehen. Nachdem sich auch der zweite Abschnitt zunächst in eine identische Richtung entwickelt hatte, das Riipinen-Team beim zwischenzeitlichen 28:36 (14., Schilling) allerdings zu enteilen drohte, zog Björn Harmsen die taktische Notbremse einer Auszeit. Jenas Headcoach schien in diesem Timeout die richtigen Worte gefunden zu haben, denn innerhalb weniger Sequenzen konterte Science City mit einem kurzen dafür intensiven 7:0-Lauf, um nach einem Dreier von Krissi Krause zum 37:36 (16.) erstmalig in Front zu gehen. Ungeachtet der sich anschließenden Führungswechsel griffen sich die Thüringer bis zur Halbzeit das Momentum, um mit einer 44:40-Führung in die Kabine zu gehen.

 

Auch nach dem Beginn der zweiten Hälfte weiterhin von knappen Zwischenständen geprägt, waren es nun die Gastgeber, die ihre Vorsprünge verteidigten, bevor Keith Braxton mit seinem Korb zum 60:53 (26.) für Jenas höchsten Vorsprung gesorgt hatte. Nach einem erfolgreichen Dreier von Ludwigsburgs Point Guard Stefan Smith kurz vor der Viertelsirene zum 63:60- Anschluss hatten die Gäste jedoch auch diese brenzlige Situation wieder entschärft. Was folgte, war ein Schlussviertel, das in seiner Entwicklung auf diese Art und Weise wohl nur selten zu erleben ist. Nachdem die Führung bis zur 33. Minute bereits viermal gewechselt war, schien sich Science City nach Chris Carters Dreier sowie einem Freiwurf von Joe Wieskamp beim Score von 73:68 (34.) die Tür in Richtung Heimsieg öffnen zu können. Zwar hatte Stefan Smith anschließend auf 73:71 verkürzt, doch ebenso sicher konterte Alex Herrera von der Linie auf 75:71. 

 

Vorweggenommen, es waren Jenas letzte Punkte des Abends, denn in den verbleibenden 323 Sekunden trafen nur noch die Gäste. Innerhalb der nächsten knapp zwei Minuten hatten Stefan Smith und Elijah Hughes das Duell zunächst auf 75:76 gedreht und die Bank der Thüringer zu einer taktischen Pause genötigt. Während Yorman Polas Boartolo und erneut Stefan Smith unmittelbar an das Jenaer Timeout auf 75:81 (38.) erhöhen konnten, lief für die Gastgeber nun endgültig nichts mehr zusammen. Die Schwaben nutzten ihr Momentum und verwiesen Science City mit ihrem finalen 13:0-Lauf in die Rolle des Gratulanten.

 


 

Keith Braxton (Topscorer): „Wir haben für dreieinhalb Viertel hart gekämpft, gehen am Ende als Verlierer vom Parkett und lassen unseren Sieg in der Schlussphase durch die Finger gleiten. Das ist natürlich bitter. Uns ist es am Ende nicht mehr gelungen, die Stopps zu generieren, die notwendig gewesen wären, um dieses Spiel heimzubringen. Ludwigsburg hat diese Phase clever genutzt. Aus dieser Erfahrung gilt es für uns zu lernen und es in den nächsten Wochen und Monaten besser zu machen. Wir haben dennoch ein großartiges Team, das dieses Resultat verarbeiten wird. Hinter uns liegt ein guter erster Monat, den wir zunächst bis zum FIBA-Break bestätigen wollen.“

 

 

Krissi Krause: „Wir haben in der ersten Hälfte extrem gut gespielt, waren im dritten Viertel auch noch gut dabei. Im letzten Viertel hat uns Ludwigsburg den Sieg entrissen. Wir haben die Offensiv-Rebounds nicht mehr so gut kontrolliert und wenn du nicht ausboxt, dem Gegner zweite oder dritte Versuche erlaubst, treffen sie ihre Würfe irgendwann. Grundsätzlich haben wir ein gutes Spiel gemacht und werden trotz der Niederlage die positiven Phasen mitnehmen. Die entscheidenden Situationen im Schlussviertel sind hingegen Erfahrungen, aus denen wir für die Zukunft lernen müssen.“

 


Punkteverteilung: Braxton 21, Iroegbu 12, Wieskamp 11, McNair 9 (11 Reb.), Krause 8, Carter 6, Herrera 4, Bohannon 4, Christen, Bank 

 

Spielfilm: 1. Viertel 24:27 – 2. Viertel 44:40 – 3. Viertel 63:60 – 4. Viertel 75:84 

 

Kompletter Boxscore

 

Die Dyn-Highlights des Spiels

 

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