Entscheidung im Abstiegskampf vertagt – Science City Jena verliert in Rostock mit 89:79
Trotz eines überragenden Joe Wieskamp kehrte Science City Jena mit einer Niederlage aus Rostock zurück. Die Thüringer unterlagen vor 4.074 Zuschauern an der Ostsee mit 89:79 und verpassten es, für endgültige Klarheit im Kampf um den Klassenerhalt zu sorgen. Mit einem erhofften Auswärtssieg in der Hansestadt wäre das Team von Mike Taylor rechnerisch durch keinen der beiden Konkurrenten im Abstiegskampf einzuholen gewesen. Stattdessen verkürzte Braunschweig am Samstagabend mit einem Erfolg nach Verlängerung gegen Ludwigsburg zwei Spieltage vor Ultimo auf vier Punkte Rückstand. Das Tabellenschlusslicht aus Heidelberg – Jenas Gegner im letzten Heimsieg am 07. Mai – erwartet am morgigen Montag den SYNTAINICS MBC aus Weißenfels.
Wie schon im Heimsieg gegen Trier von einem bärenstarken Joe Wieskamp als Topscorer (32 Punkte) angeführt, blieben während des Abends in der Rostocker Stadthalle zu viele Akteure in der weiteren Rotation hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Przemyslaw Frasunkiewicz (Headcoach ROSTOCK SEAWOLVES): „Wir haben von Anfang bis zum Ende geführt. Wir haben sehr gut organisierte Verteidigung gespielt. Wir haben nicht viele Fehler begangen und haben einige schwere Würfe getroffen. Wir haben Widerstandsfähigkeit gezeigt und sind nicht auseinander gebrochen. Wir haben unsere Würfe auch in Drucksituationen getroffen, z.B. als Jena bis auf sechs Zähler dran war. Das hat mir sehr gefallen. Leider haben wir einige Spieler aufgrund von Verletzungen verloren. Da müssen wir abwarten, wie es sich entwickelt und ob sie für Vechta wieder gesund sind.“
Mike Taylor (Headcoach Science City Jena): „Gratulation und Respekt an Rostock. Sie haben sehr gut gespielt. Ihre physische Verteidigung hat uns früh vor Probleme gestellt. Bei uns hatten einige Spieler herausragende Leistungen, insbesondere Joe (Wieskamp) war ausgezeichnet heute. Keith (Braxton), Jack (Pagenkopf) haben heute sehr hart gekämpft. WIr brauchen jedoch mehr Produktivität von den anderen Spielern, um den letzten Schritt zu gehen. Mir hat der Einsatz meiner Mannschaft gefallen, mit dem sie um ihre Chance gekämpft hat. Wir haben im Laufe des Spiels gut reagiert und die richtigen Anpassungen vorgenommen. Heute hat es auswärts nicht gereicht. Aber wir bewegen uns in die richtige Richtung und ich bin stolz auf meine Spieler.“
Nachdem Science City zu Beginn der Partie einem Rückstand hinterherlaufen musste und sich in dieser frühen Phase offensiv zu unkonzentriert und zögerlich präsentierte, nutzten die Gastgeber das Startviertel um über 14:2 (4., Kolenda, 3er) und 18:8 (7., Schwartz, FTs) bis zur ersten Pause auf 23:13 vorzulegen. Auch im zweiten Abschnitt präsentierten sich die Rostocker als das spielbestimmende Team und fanden auf alle Jenaer Versuche, nennenswert zu verkürzen, immer wieder die passenden Antworten. Trotz eines medizinischen Notfalls im Publikum und der daraufhin einsetzenden Stille auf den Tribünen blieben die Seawolves konzentriert und erhöhten ihre Führung bis zur Halbzeit auf 46:33.
Erst nach der Rückkehr aus den Kabinen fand die Offensiv-Abteilung der Thüringer besser ins Spiel, ohne das Duell tatsächlich drehen zu können. Von einem wie entfesselt aufdrehenden Joe Wieskamp angeführt, war es Science City bis zur 26. Minute gelungen, auf 61:55 zu verkürzen. Allerdings fehlte Jenas Flügelspieler nicht nur in dieser Phase der notwendige Support weiterer Leistungsträger, die bis zum Schlussviertel eher blass blieben und die Erwartungen hinsichtlich der Bedeutung dieses Spiels nur bedingt erfüllen konnten. So gelang es den Hanseaten trotz eines Dreiers von Jack Pagenkopf zum zwischenzeitlichen 67:60-Anschluss (28.) bis zur letzten Viertelpause wieder auf 73:61 zu enteilen. Unterdessen blieben die Ostseestädter auch in den letzten zehn Minuten das spielbestimmende Team und ließen sich bis zur Schlusssirene nicht mehr überraschen.
Unabhängig vom Zustandekommen dieser ernüchternden Niederlage wird Jenas Team – Joe Wieskamp exklusive – im letzten Heimspiel der BBL-Saison am Donnerstagabend ein wesentlich kämpferische Gesicht zeigen müssen, wenn es möglicherweise zu einem entscheidenden Heimspiel gegen Heidelberg kommen sollte. Tickets für das potenzielle Endspiel im Kampf um den Klassenerhalt am 07. Mai um 20.00 Uhr gibt es sowohl hier online als auch in den bekannten Vorverkaufsstellen.
Für das Duell gegen die Baden-Württemberger gilt das identische Motto wie schon beim Heimsieg gegen Trier: Alle in weiß
Punkteverteilung: Wieskamp 32, Braxton 15, Pagenkopf 10, McNair 5, Bank 4, Christen 4, Iroegbu 3, Herrera 2, Carter 2, Franklin 2, Krause
Spielfilm: 1. Viertel 23:13 – 2. Viertel 46:33 – 3. Viertel 73:61 – 4. Viertel 89:79


