Die Löwen warten - Medipolis SC Jena gastiert am Samstagabend bei den PS Karlsruhe Lions
Zugegebenermaßen, der Status als amtierenden ProA-Tabellenführer hat nach einem Eröffnungs-Spieltag ebenso viel Bedeutung, wie im Kindergarten die schönsten Locken zu haben und dennoch kann Medipolis SC Jena nach dem deutlichen Auftaktsieg ein Stück weit optimistisch nach Baden-Württemberg aufbrechen. Von knapp 50 Teilnehmern der ersten Fanfahrt in fremden Gefilden unterstützt, gastieren die Saalestädter am Samstagabend in der über 400 Kilometer entfernten Karlsruher Lina-Radke-Halle, um sich ab 19.30 Uhr mit den gastgebenden Lions zu duellieren.
Das Auswärtsspiel wird auch in dieser Saison, wie alle Begegnungen der BARMER 2. Basketball Bundesliga während des Spieljahres 2023/2024, live von Sportdeutschland TV übertragen.(Samstag, 07.Oktober, ab 19.10 Uhr)
„Karlsruhe gehört definitiv zu den besseren Mannschaften der Liga. Sie haben bereits zwei Pflichtspiele absolviert, im Pokal eine sehr gute Leistung gegen Würzburg gezeigt und ein sehr enges Spiel gegen Gießen gehabt. Die Lions spielen sehr intensiv, mit hohem Tempo und versuchen aggressiv zu verteidigen. Sie haben mit Zeeb den Dreh- und Angelpunkt ihrer Offense und mit Dibba einen Spieler, der sich letzte Saison mit Tübingen schon in die ProA hineingespielt hat. Das Team ist mit Jungs wie u.a. auch Melvin Jostmann gut und ausgeglichen zusammengestellt, verfügt über alle Komponenten, die einen starken Kader ausmachen“, sagt Jenas Headcoach Björn Harmsen vor der Abreise nach BaWü. „Die Karlsruher sind mit Sicherheit ein anderes Kaliber als Paderborn und das ist gegenüber unseres letzten Gegners gar nicht despektierlich gemeint. Paderborn wird noch ein wenig Zeit benötigen, bis sie auf ihrem Peak ankommen, im Grund genommen so wie unsere Mannschaft nach der Saisonvorbereitung auch. Blake hat jetzt eine ganze Woche trainiert. Amir muss sich weiter integrieren. Heute hat Rasheed gefehlt, Robin hat ein wenig gekränkelt. Nils ist ebenso wie Joshi noch nicht dabei. Es dauert einfach noch seine Zeit, bis wir in unseren Rhythmus kommen, aber es geht Schritt für Schritt vorwärts“, so Björn Harmsen.
Während sich die Mannschaft von Jenas Cheftrainer Björn Harmsen mit einem souveränen 85:61-Heimsieg gegen Paderborn den nötigen Rückenwind für die aktuelle Trainingswoche verschaffen konnte, verlief der Auftakt für die Hausherren nicht ganz so positiv. Die auch in diesem Spieljahr von Aleksandar Scepanovic gecoachten Fächerstädter unterlagen zum Auftakt der BARMER 2. Basketball Bundesliga, im ersten von drei aufeinanderfolgenden Heimspielen, gegen die JobStairs GIESSEN 46ers knapp mit 77:78.
Von diesen beiden Resultaten eine Rollenverteilung für dieses Spiel ableiten zu wollen, ist jedoch ebenso abwegig, wie den klaren Jenaer Heimsieg gegen die Ostwestfalen zu überhöhen. Nicht zuletzt aufgrund der von zahlreichen Verletzungen geprägten Saisonvorbereitung befindet sich das Harmsen-Team auch weiterhin im Findungsprozess. Zwar entspannte sich die personelle Situation im Kader noch vor dem Heimspiel gegen Paderborn leicht. Dennoch wird ausgerechnet der ehemalige Karlsruher Nils Schmitz (2020 – 2022) seinem Team am Samstag erneut fehlen. Der 22-jährige Reutlinger laboriert an einer hartnäckigen Oberschenkelprellung und wird die Reise nur privat antreten.
Als letztjähriger Tabellendritter für den BBL-Pokal 2023 qualifiziert, eröffneten die PS Karlsruhe Lions bereits am 23. September ihren Pflichtspiel-Kalender, unterlagen dem favorisierten Erstligisten aus Würzburg mit 81:93. In der statistischen Kombination aus Pokal und Liga haben sich mit dem aus Tübingen in die Barockstadt gewechselten Dänen Bakary Dibba (20,5 PpG, 7.5 RpG, 3.5 BpG) sowie dem BBL-erfahrenen Allrounder Garai Zeeb (14,5 PpG, 6.5 ApG, 5.0 RpG, 2.5 SpG - Trier, Braunschweig, Frankfurt) bereits zwei Leistungsträger gefunden. Während den Lions in beiden bisherigen Begegnungen mit dem Brasilianer Kayo Goncalves eine potenziell dritte wichtige Säule fehlte, wird es zudem ein Wiedersehen mit Melvin Jostmann geben. Der fleißige und kampfstarke Flügelspieler wechselte im Sommer vom ProA-Absteiger Leverkusen zu den Lions, lief zuvor zwischen 2018 bis 2021 im Jenaer Trikot auf.
„Ich habe mich sehr gut in Karlsruhe eingelebt, bin aber auch schon seit Mitte Juli hier, um mich noch vor dem Start in die Vorbereitung mit den Trainingsbedingungen vertraut zu machen und die Stadt kennenzulernen. Ich finde Karlsruhe sehr schön“, sagt Melvin Jostmann vor dem Duell. „Ich freue mich definitiv auf die Begegnung mit Jena. Es ist immer noch ein sehr, sehr besonderes Spiel und das wird es auch jederzeit bleiben. Ich hatte drei schöne und lehrreiche Jahre in Jena und kenne natürlich noch einen Großteil der Jungs. Ich freue mich sowohl auf die Spieler als auch auf Björn, unter dem ich ja selbst noch gespielt habe. Ich erwarte ein sehr ausgeglichenes Duell, nachdem wir gezeigt haben, dass wir uns vor niemandem verstecken müssen. Jena ist erfolgreich in die Saison gestartet, insofern dürfte das eine schöne Partie werden. Ich hoffe allerdings darauf, dass wir die Punkte am Ende hierbehalten können“, so Melvin Jostmann vorab.


