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Der erste Hunderter der Saison – Science City nach 106:95-Sieg gegen Hamburg auf dem Weg zum Klassenerhalt

Zum ersten Hunderter der Saison „gezwungen“, wurde Science City Jena im Nachholspiel am Donnerstagabend vor 2.293 Zuschauern gegen die Veolia Towers aus Hamburg in der Sparkassen-Arena. Das Harmsen-Team bezwang die Hanseaten im Verlauf eines Duells, dass an die Western-Serie „Rauchende Colts“ erinnerte mit 106:95 und machte mit seinem zehnten Saisonsieg in der easyCredit BBL einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt.

 

Während die Thüringer einen ähnlich eindrucksvollen Start wie im Rückspiel am 10. März in Hamburg erwischten, früh auf 33:20 enteilt waren, legte man mit einer offensiv auffälligen 61:41-Halbzeitführung den Grundstein zum letztendlich verdienten Erfolg. Die Hamburger blieben nach der Pause allerdings gefährlich und starteten vereinzelte Comeback-Versuche, die durch das Harmsen-Team jedoch  widerstandsfähig gekontert wurden. Von den Towers letztendlich bis in die Schlussphase gefordert, war es Flügelspieler Joe Wieskamp, der mit seinem Korb zum 100:88 (37.) Jenas ersten Hunderter der Saison komplettierte und die Rollenverteilung dieser Partie klärte.

 

Mit den beiden wertvollen Pluspunkten vergrößert Science City (25 Spiele, 10/15 Siege, 20:30 Punkte) seinen Abstand auf die Abstiegsplätze der easyCredit BBL. Mit vier Siegen Vorsprung auf Heidelberg (25 Spiele, 6/19 Siege, 12:38 Punkte) sowie fünf Siegen auf das Tabellenschlusslicht aus Braunschweig (24 Spiele, 5/19 Siege, 10:38) fehlt nicht mehr viel, um die konkreten Planungen für ein weiteres Jahr in der Beletage in Angriff starten zu können.


Benka Barloschky (Headcoach Veolia Towers Hamburg): „Wir haben leider, wie schon im Hinspiel, einen miserablen Start hingelegt und uns zu Beginn selbst ein großes Loch gegraben. Das haben wir versucht, in der zweiten Halbzeit zu korrigieren, sind gut rausgekommen, konnten noch einmal auf einen einstelligen Rückstand verkürzen. Am Ende hat es für uns leider nicht gereicht. Man muss vor Jena den Hut ziehen. Sie haben es mit einer unglaublichen Trefferquote von der Dreierlinie immer wieder geschafft, ihren Vorsprung zu konservieren und auszubauen. Dagegen war von unserer Seite heute Abend wenig auszurichten. Wir haben es versucht, dann aber immer wieder zum falschen Zeitpunkt die Nackenschläge bekommen, die das Spiel entschieden haben. Unsere Jungs haben bis zum Schluss nicht aufgegeben und das ist wohl einer der positiven Aspekte, die wir aus dieser Niederlage mitnehmen können.“ 

 

Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Wir hatten heute die Physis und die Energie, die uns im letzten Heimspiel noch gefehlt hat. So macht sich der Abstand von einigen Tagen mehr zwischen den Spielen bemerkbar. Ich freue mich über unseren Sieg gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf und den Klassenerhalt. Unsere Jungs haben heute Abend viel investiert und am Ende verdient gewonnen. Wir haben jetzt die Gelegenheit, erst einmal zwei Tage freimachen zu können, bevor es am nächsten Donnerstag gegen die Skyliners geht. Wir werden weiterhin von Spiel zu Spiel denken und sind gut beraten, nicht auf die Tabelle zu schauen. Völlig unabhängig davon, wie viele Begegnungen wir noch gewinnen sollten oder müssen, geht es darum, uns weiter in eine positive Richtung zu entwickeln. Wir wollen weiterhin mannschaftsdienlich zusammenspielen, gut den Ball bewegen und unsere Fans mit möglichst vielen Heimsiegen unterhalten.“

 


 

Wie schon beim ersten Aufeinandertreffen in der Hamburger Inselpark Arena erwischte Science City einen Start nach Maß. Nach einem Dunk von Joe Wieskamp zur frühen Auszeit genötigt, verlängerte Will McNair den offensiven Jenaer Sturm trotz eines Timeouts von Towers-Coach Benka Barloschky zunächst auf 11:1 (3.). Obwohl die Gäste mit ihrem erstmalig nach Mittelhandbruch Anfang Februar wieder auflaufenden Zach Perrin anschließend besser zu ihrem Rhythmus fanden, blieb Hamburg meist nur die Zuschauerrolle. Zu stabil und treffsicher erwiesen sich die Jenaer im Startviertel, das beim Score von 33:20 in die erste Pause ging.

 

Noch besser entwickelte sich der anschließende Spielabschnitt bis zur Halbzeit. Konstant mit einer an den Samstag erinnernden Quote des MBC unterwegs, rauschte ein Dreier nach dem anderen durch die Towers-Reuse. Joe Wieskamp, Jack Pagenkopf, UC Iroegbu und Robin Christen hatten jenseits des Perimeters erfolgreich abgedrückt und echte Wirkungstreffer gesetzt. Über ein gleichermaßen anspruchsvolles wie optisches Highlight von Lorenz Bank zum 54:35 (18.) war Jenas Vorsprung unmittelbar vor der Sirene erstmals auf über 20 Punkte geklettert. Kapitän Chris Carter hatte sich via Distanzwurf zum 59:38 (20.) in die Sniper-Staffel der Thüringer eingereiht, bevor es bei einem rekordverdächtigen Stand von 61:41 in die Halbzeit ging. Auch der Boxscore sprach eine klare Sprache. Science City hatte zehn seiner 16 Versuche jenseits der 6.75m-Umrandung versenkt (63 Prozent) und bereits 17 Assists auf dem Konto, während die Gäste mit zwei von neun Treffern (29 Prozent) auch hier deutlich zurückblieben.

 

Dieses Bild sollte sich nach dem Beginn der zweiten Hälfte zunehmend stärker ändern. Mit einem Ogbe-Dreier, einem Turudic-Dunk sowie einen Drei-Punkte-Spiel von Osaro Rich hatten sich die Towers mit einem 8:0-Lauf auf 61:49 (23.) entrundet und waren drauf und dran, die Partie wieder anzuspitzen. Was folgte war das fast zwangsläufige Timeout der Saalestädter und die Ansage durch Björn Harmsen sollte sich auszahlen. Nach einem Dreier von Robin Christen, der die ersten wichtigen Punkte dieses Viertels zum 64:49 (22.) erzielte, lief Jenas Motor wieder auf allen Zylindern. Obwohl die Hanseaten versuchten, ihren Rückstand zu verkürzen, fand Science City immer die passenden Antworten im richtigen Moment und umgedreht. Zwar hatte sich der Vorsprung kurz vor dem Ende des dritten Viertels auf 84:69 reduziert, dennoch las sich diese 15 Punkte-Differenz weiterhin komfortabel.

 

Für die Towers war dies ganz offensichtlich Ansporn genug, um ihre nächste Aufholjagd zu starten. Mit einem 11:0-Run hatten die Norddeutschen zwischenzeitlich bis auf 84:75 (32., Thorpe) verkürzt und bekamen nach einem Jenaer Turnover die Chance, auf ihrer Comeback-Welle zu reiten. Ein eminent wichtiger Defensiv-Rebound von Krissi Krause, der von Joe Wieskamp in der anschließenden Jenaer Offense zum 87:75 vergoldet wurde, beruhigte jedoch den Score und das Nervenkostüm der Zuschauer gleichermaßen. Ab diesem Zeitpunkt konservierte das Team von Björn Harmsen seinen Vorsprung im zweistelligen Bereich und begrub mit jedem weiteren Abschluss die Ambitionen der Gäste. Obwohl die finalen drei Körbe aus dem Spiel heraus den Entertainment-Koeffizienten um Faktor 12 erhöhten, dienten die Dunks von Keith Braxton sowie Zach Perrin doppelt, lediglich als Leitplanken eines entschiedenen Duells.

 


Punkteverteilung: Wieskamp 25, Pagenkopf 17, Braxton 15, Iroegbu 12, McNair 10, Krause 8, Christen 6, Bank 5, Herrera 5, Carter 3, Lang  

 

Spielfilm: 1. Viertel 33:20 – 2.Viertel 61:41 – 3. Viertel 84:69 – 4. Viertel 106:95

 

Kompletter Boxscore

 

Die Dyn-Highlights des Spiels

 

 

 

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