Chemnitzer 76:73-Sieg nach charakterstarken Jenaer Comeback – NINERS schlagen Science City im Ostderby mit der Schlusssirene
Derby-Dramatik bis zur Schlusssekunde erlebten am Samstag 4.911 Zuschauer beim geschichtsträchtigen Duell in Sachsen. Obwohl sich Science City Jena bei den NINERS durch einen Dreier von Corey Davis parallel zur Schlusssirene mit 76:73 geschlagen geben musste, können die Thüringer viel Positives aus dieser Niederlage mitnehmen. Von knapp 450 Jenaer Fans in die fast ausverkaufte Messe Chemnitz begleitet sowie lautstark unterstützt, lieferten sich beide Teams einen hart umkämpften Schlagabtausch, der erst mit dem letzten Wurf der Partie entschieden wurde.
Rodrigo Pastore (Headcoach NINERS Chemnitz): „Ich wünsche Mike Taylor und Jena ganz viel Glück für den Saisonendspurt. Man hat schon heute seinen positiven Einfluss auf das Team gesehen. Jena spielte befreit auf, setzte seine besten Spieler wie Wieskamp, Braxton oder Iroegbu stark in Szene. Wir hatten einen Fabelstart, bekamen dann aber von den Bank-Spielern nicht das, was wir noch Mittwoch gegen Ulm sahen. So kam Jena zurück und hatte seine Läufe. Gerade im dritten Viertel, wo uns offensiv wenig gelang. Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass wir ein Spiel gewinnen, in dem wir nur 34 Prozent aus dem Feld und 58 Prozent von der Freiwurflinie treffen, hätte ich es nicht geglaubt. Aber wir haben stark gereboundet, gut auf den Ball aufgepasst und am Ende traf Corey diesen entscheidenden Wurf. Das ist es, was große Spieler machen – und nach dem Heidelberg-Spiel war es schon das zweite Mal, dass uns Corey mit einem Dreier den Sieg bescherte.“
Mike Taylor (Headcoach Science City Jena): „Was für ein großartiges Ostderby. Fantastische Energie, herausragende Fans auf beiden Seiten. Wir wussten, dass Rodrigo Pastore seine Mannschaft sehr gut einstellen würde und zu Beginn haben uns die NINERS geradezu überrollt. Sie waren physischer, holten sich zahlreiche Offensiv-Rebounds, während uns zunächst nicht viel gelang. Aber ich bin stolz, wie wir zurückkamen. Im Kampf um den Klassenerhalt liegt viel Druck auf uns, dennoch spielte unser Team mit der Zeit immer befreiter auf, attackierte gemeinsam und konnte sich eine Führung erarbeiten. Respekt an Chemnitz, wie sie das Blatt im Schlussviertel noch einmal wendeten und natürlich an Corey Davis für seinen entscheidenden Wurf. Ich habe heute dennoch viel Gutes bei unseren Spielern gesehen, eine gute Basis, mit der wir arbeiten können und genau das werden wir nächste Woche machen.“
Obwohl Science City in der „Mutter aller Ostderbys“ einen klassischen Fehlstart erwischt hatte und bis zur 5. Minute mit 23:3 (5. Kevin Yebo) in Rückstand geriet, zeigten die Saalestädter in der Folge eine gleichermaßen beeindruckende wie charakterstarke Reaktion. Bis zur ersten Viertelpause hatte das Team von Headcoach Mike Taylor bereits auf 29:20 verkürzt und blieb bis zum 51:39-Halbzeitstand kontinuierlich in Schlagdistanz.
Zwar mussten die Thüringer zu Beginn kurz nach Start des dritten Abschnitts durch den verletzungsbedingten Ausfall von Kristofer Krause eine herben Ausfall kompensieren, präsentierten sich jedoch auch weiterhin charakterstark genug, um die Partie mit einem viertelübergreifenden 15:0-Lauf in ihre Richtung zu drehen. Zwischen Kostja Mushidis Dreier, der vor dem Kabinengang zur Chemnitzer 51:37-Führung traf (18.) und Jenas zwischenzeitlichem Comeback nach Keith Braxtons Layup zum 51:52 (23.) hatte Science City die Offensive der Gastgeber über fünf Minuten erfolgreich lahmgelegt und die erste Führung seit der Startminute erkämpft.
Fortan entwickelte sich ein zunehmend enger Nailbiter, in dem es keinem Teams gelang, auf mehr als vier Punkte zu enteilen. Während die Thüringer das dritte Viertel aller Widerstände zum Trotz mit 22:8 deutlich zu ihren Gunsten entschieden, ging es mit einer knappen 59:61-Vorsprung der Gäste in den Schlussabschnitt. In einer an die besten Zeiten aller bisherigen 32 Ostderbys erinnernden Dramaturgie hangelten sich beide Kontrahenten in die entscheidende Crunchtime.
Weiterhin von engen sowie ausgeglichenen Zwischenständen und knappen Führungswechseln geprägt, bog die Partie bei noch 81 Sekunden verbleibender Spielzeit nach einem 3-Punktspiel von Keith Braxton zum 68:70 auf die Zielgerade ein. NINERS-Flügel Yordan Minchev konterte 59 Sekunden vor Ultimo jedoch staubtrocken aus der Distanz zum 71:70, bevor Uchenna Iroegbu einen Korbleger verpasste. In der drittletzten Sequenz dieses Spiels fand der Eric Washington seinen unter dem Jenaer Korb alleingelassen Chemnitzer Big Man Kevin Yebo, der 12.7 Sekunden vor der Sirene auf 73:70 erhöhte – Timeout Jena. Die Ansprache von Mike Taylor war ebenso von Erfolg gekrönt, wie die Aufstellung, die Jenas neuer Coach anschließend auf das Parkett schickte. Der Ball landete in den Händen von Joe Wieskamp, welcher bei 8.4 Sekunden Restspielzeit unter dem Jubel des Jenaer Anhangs per Dreier auf 73:73 ausgleichen konnte und die Hoffnung auf einen wichtigen Big Point am Leben hielt. Prompt folgte die Auszeit der anderen Seite, Timeout durch Rodrigo Pastore und Chemnitz.
Während sich ein Großteil der Zuschauer auf die immer wahrscheinlicher werdende Verlängerung vorbereitete, blieb noch genügend Zeit für einen letzten und entscheidenden Buzzerbeater der Sachsen. Einwurf Seite im vorderen Halbfeld, Ball zu Corey Davis, der neunmal dribbelte, trotzt enger Defense am Mann durch Jack Pagenkopf zum Dreier hochstieg... und seinen Wurf versenkte. Während der überschäumende Jubel der Chemnitzer das Bild dominierte, wich die anfängliche Enttäuschung der Gäste im Verlauf des Abends der Erkenntnis, dass die charakterstarke sowie von großer Moral geprägte Vorstellung genug Rückenwind und Kraft für die verbleibenden vier Pflichtspiele geben sollte. Obwohl sich die NINERS in diesem Thriller als glücklicherer, jedoch keinesfalls unverdienter Sieger durchsetzen konnten, hatte Science City die erforderliche Widerstandsfähigkeit für den Saisonendspurt unter Beweis gestellt.
Von Joe Wieskamp im 33. Ostderby mit 22 Punkten (inkl. zehn Rebounds, neuntes Double-Double der Saison) als Topscorer angeführt, wird am kommenden Samstagabend gegen Trier eine ähnlich stabile Leistung notwendig sein, um im Kampf um den Klassenerhalt erfolgreich Fakten zu schaffen. Die Gladiators gastieren zum Duell der Aufsteiger am 25. April um 20.00 Uhr in der Sparkassen-Arena. Tickets für das wichtige vorletzte Heimspiel der BBL-Saison 2025/2026 bekommt ihr hier online.
Punkteverteilung: Wieskamp 22 (10 Reb.), Braxton 16, Iroegbu 11, McNair 5, Pagenkopf 5, Herrera 4, Christen 4, Franklin 2, Bank 2, Carter 2, Krause
Spielfilm: 1. Viertel 29:20 – 2. Viertel 51:39 – 3. Viertel 59:61 – 4. Viertel 76:73
Die Dyn-Highlights dieses Spiels


