Big Point im Kampf um den Klassenerhalt – Jena feiert gegen Oldenburg deutlichen Sieg zum Auftakt der Heimspielserie
Der Auftakt in die zweite Etappe des BBL-Jubiläums-Monats März kann sich sehen lassen, zumindest aus Jenaer Sicht. Der Aufsteiger aus Thüringen bezwang am Mittwochabend die EWE Baskets Oldenburg vor 2.209 Zuschauern in der Sparkassen-Arena letztendlich auch in dieser Höhe verdient mit 97:75 und konnte aufgrund dieses wertvollen Sieges einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Es war zudem der erste Heimsieg gegen die Niedersachsen in der gemeinsamen Erstliga-Historie.
Durch einen vor allem im Schlussviertel offensiv eskalierenden Joe Wieskamp mit 28 Punkten angeführt, Jenas Flügel schrammt zudem mit neun Rebounds nur haarscharf an einem Double-Double vorbei, und von Jack Pagenkopf mit zehn Assists dirigiert, gelang es dem Harmsen-Team erfolgreich in die Heimspielserie zu starten. Während dieser Auftakt für die anstehende Wohnzimmer-Wochen in Burgau gegen Weißenfels (21.03., 16.00 Uhr), Hamburg (26.03.) und Frankfurt (02.04.) viele Endorphine freisetzen sollte, richtet sich bereits am morgigen Donnerstag der Fokus auf Teil 2 der Englischen Woche am Samstag gegen den SYNTAINICS MBC.
Im Mittwochabendspiel hatten sich beide Konkurrenten zunächst ein eher defensiv geprägtes Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Nachdem Science City durch Joe Wieskamp in der 7. Minute beim zwischenzeitlichen 12:11 erstmalig in Front gegangen war, Uchenna Iroegbu und Alex Herrera per Dunk auf 17:12 nachlegten, ging es mit einem relativ punktearmen Score von 17:14 in die erste Pause. Offensiv treffsicherer präsentierten sich im zweiten Abschnitt zunächst die Oldenburger. Vom Trio Michale Kyser, Chris Clemons und Dakari Tucker initiiert, hatten die Gäste das Duell erneut zu ihren Gunsten gedreht, zeigten sich vor allem aus der Distanz enorm treffsicher und lagen in der 15. Minute mit 21:28 vorn. Diese kritischen Phase quittierte Jenas Headcoach Björn Harmsen mit einer taktischen Auszeit, bevor die Thüringer im Anschluss mit einem 8:0-Lauf zum 29:28 konterten. Währende es bis zum Gang in die Kabinen keinem Team gelang, sich deutlicher abzusetzen, ging die erste Hälfte mit 39:37 an die Gastgeber. Fünf wechselnde Vorsprünge sowie vier ausgeglichene Zwischenstände untermauerten den bis dato vorherrschenden Eindruck einer offenen Partie.
Analog der Schlussphase im zweiten Viertel neutralisierten sich Erstliga-Aufsteiger und Playoff-Anwärter zunächst auch nach dem Beginn des dritten Abschnitts. Allein bis zur 25. Minute hatte die Führung weitere sechsmal gewechselt, bevor Krissi Krause einen Clemons-Layup zum 47:48 per Dreier auf 50:48 korrigierte. Was zu diesem Zeitpunkt keiner der Zuschauer ahnen konnte, es war die letzte Kursänderung eines Spiels, das anschließend primär vom BBL-Aufsteiger bestimmt wurde. Nach Körben von Keith Braxton sowie Joe Wieskamp und dem zwischenzeitlichen 55:48 zum Timeout gezwungen, fand das Team von Lazar Spasic in der Folge immer weniger Antworten auf die kontinuierlich wachsende Treffsicherheit der Hausherren.
Aufgrund eines Dreiers von Lorenz Bank zur 63:53-Führung (28.) zum ersten Mal fast komfortabel, weil zweistellig enteilt, setzten die Thüringer konsequent nach und sorgten in den anschließenden Minuten für die Vorentscheidung. In der letzten Pause mit 68:55 in Front liegend, klärten die Saalestädter die Rollenverteilung dieser Partie mit einem starken 11:0-Run zu Beginn des Schlussabschnitts, in dessen Verlauf Jena primär Dreier regnen ließ. Nach erfolgreichen Schüssen von Lorenz Bank und Joe Wieskamp hatte sich Science City auf 79:55 (32.) abgesetzt und ließ anschließend keine Luft mehr an den Sieg. Obwohl die Oldenburger nachweislich in der Lage sind, auch deutlichere Rückstände aufzuholen, im Hinspiel Jenas 27-Punkte-Vorsprung beim 95:92-Auswärtssieg fast noch pulverisiert hätten, blieb das Harmsen-Team im Schlussviertel äußerst stabil, um diesen wertvollen Big Point im Kampf um den Klassenerhalt sprichwörtlich heimzubringen.
Lazar Spasic (Headcoach EWE Baskets Oldenburg): „Glückwunsch an die Jenaer zu einem sehr verdienten Sieg. Sie haben sicher eines ihrer besten Spiele in dieser Saison abgeliefert und uns heute deutlich in einem Spiel geschlagen, das wir eigentlich gewinnen wollten. Science City hat zuletzt gezeigt, dass sie sich in guter Form befinden. Wir haben, ohne dies als Ausrede gelten lassen zu wollen, einige Spieler auf unserer Verletztenliste. Am Ende waren wir als Team schlicht und ergreifend nicht gut genug und haben es nicht verdient, als Sieger vom Parkett zu gehen. "
Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „Ich fand, dass wir im letzten Duell in Ulm schon sehr gut gespielt haben, auch mit der Geschwindigkeit.Dessen ungeachtet haben wir auch viele Spiele in den Knochen.Trotzdem haben die Jungs heute richtig gekämpft, in der Verteidigung wichtige Stopps generiert und offensiv gut zusammengespielt. Das war heute Abend der entscheidende Faktor und sicher auch der Schlüssel zu unserem Sieg. Wir hatten den Vorteil, dass Oldenburg am Sonntag,einen Tag später, als wir noch in Frankfurt auflaufen mussten, nach Hause gefahren ist und anschließend zu uns gekommen ist. Sowas steckt dir einfach in den Knochen und dann hast du Nachteile, in Bezug auf Spritzigkeit und Geschwindigkeit. Zudem haben den Oldenburgern eben auch zwei wichtige Spieler gefehlt. Uns ist es gelungen, den Gegner in der Defense zu kontrollieren. Da hat auch Alex einen starken Job gemacht. Letztendlich war es wichtig, den Gegner als Mannschaft zu verteidigen und das haben wir heute gut hinbekommen."
Punkteverteilung: Wieskamp 28, Iroegbu 13, Braxton 12, McNair 10, Bank 9, Carter 7, Christen 5, Pagenkopf 4 (10 Ass.), Herrera 4, Krause 3, Franklin 2
Spielfilm: 1. Viertel 17:14 – 2. Viertel 39:37 – 3. Viertel 68:55 – 4. Viertel 97:75


