Bamberg eine Nummer zu groß – Science City unterliegt fränkischem Ex-Serienmeister mit 81:102
Trotz schwarzer Auswärtstrikots präsentierten sich die BMA365 Bamberg Baskets im letzten Heimspiel von Science City Jena vor Heiligabend als stimmungskillender Weihnachts-Grinch. Die Oberfranken schlugen den personell erneut dezimierten BBL-Aufsteiger aus Thüringen in der zum vierten Mal in Folge mit 3.125 Zuschauern ausverkauften Sparkassen-Arena mit 102:81 und erwiesen sich am Vorabend des 4. Advent als mindestens eine Nummer zu groß. Nach einem bis zur Halbzeitpause beim Stand von 32:38 eng umkämpften Duell entschieden die Gäste das Spiel während des dritten Viertels vorzeitig zu ihren Gunsten.
Während das Team von Kapitän Eric Washington nach den Ausfällen von Great Osobor und Robin Christen weiter um Stabilität ringt, bestätigen die Regnitzstädter ihre positive Formkurve der letzten Wochen. Für Science City bleibt die easyCredit BBL ohne personelle Verstärkung im Frontcourt unterdessen ein gleichermaßen rutschiges wie schwieriges Terrain. Trotz einer individuell starken Vorstellung von Joe Wieskamp, der neben Bambergs Cobe Williams mit 24 Punkten zum Topscorer der Partie avancierte, zusätzlich 12 Rebounds für ein Double-Double sammeln konnte, nahm am Ende das Team von Anton Gavel den Auswärtssieg sowie beide Pluspunkte mit auf die Heimreise.
Anton Gavel (Headcoach BMA365 Bamberg Baskets): „Glückwunsch an unsere Spieler zu diesem Sieg. In Jena zu spielen und zu gewinnen ist nie einfach. Ich weiß, dass es ohne Osobor nicht einfach ist. Drei Viertel haben wir ordentlich gespielt, haben durch defensive Stopps einfach Punkte generiert. In den letzten zehn Minuten haben wir, wie schon im letzten Spiel, nachgelassen. "Insofern werden wir an unserer Konstanz über 40 Minuten arbeiten müssen.“
Björn Harmsen (Headcoach Science City Jena): „In der ersten Hälfte haben wir es geschafft, noch solide zu verteidigen. Im dritten Viertel sind wir dann aber ohne Intensität und Physis rausgekommen, während Bamberg schneller gespielt und den Ball wesentlich besser bewegt hat. Momentan haben wir einfach nicht genügend Leute, um in solchen Phasen dagegenzuhalten. So fehlen uns dann am Ende die Rotation einfach die Optionen, vor allem auf den großen Positionen.“
In einem von acht Führungswechseln und sieben ausgeglichenen Spielständen geprägten Auftaktviertel hatte sich zunächst ein eng umkämpftes Duell abgezeichnet. Während Science City die Hälfte seiner ersten 18 Punkte aus der Distanz erzielte, testete Bamberg die Körbe der Sparkassen-Arena immer wieder auf ihre Belastbarkeit. Speziell Demarcus Demonia stopfe mehrfach - u.a. mit einem Poster-Dunk in der 5. Minute zum kurzzeitigen 13:14. Obwohl die Hausherren in der 7. Minute durch Kapitän Eric Washington noch mit 18:16 in Front lagen, wollte im Anschluss kein Jenaer Korb mehr fallen. Die Gäste nutzten das Momentum dieser drei Minuten, um die Begegnung bis zur ersten Viertelpause auf 18:22 zu drehen.
Auch im Verlauf des zweiten Abschnitts hatten sich beide Kontrahenten einen offenen Schlagabtausch geliefert und obwohl das Team von Anton Gavel früh auf 18:24 vorlegen konnte (11., Ejiofor Onu) bewahrte Science City statistisch Blickkontakt. Zwischen der 12. Minute nach einem Korbleger von Joe Wieskamp zum 23:24 bis zum Score von 30:32 in der 18. Minute durch Eric Washingtons Freiwürfe war es den Thüringer gelungen, die Partie eng zu halten. Zwar schafften es die Franken mit vier aufeinanderfolgenden Punkten durch Cobe Williams unmittelbar vor der Sirene erneut, ihren Vorsprung auszubauen, Bambergs 32:38-Führung beim Kabinengang blieb jedoch alles andere als komfortabel.
Dies änderte sich nach dem Start in den dritten Abschnitt allerdings grundlegend. Innerhalb weniger Minuten konnte das Gavel-Team auf 35:50 (24., Cobe Williams) enteilen, hatte seinen Rhythmus trotz der ersten Auszeit von Björn Harmsen beim Stand von 32:43 (22., Ono) nicht brechen lassen und marschierte bis zum 37:57 (26., Williams) durch. Bis zum zweiten Jenaer Timeout dieses Viertels konnten sich die Gäste mit einem Zwischenspurt (5:19) vorentscheidend absetzen, bevor Daniel Keppeler mit seinem anschließenden Layup zum 37:59 (26.) die bis dahin höchste Führung der Partie erzielt. Science City kämpfte zwar weiterhin verbissen um eine Kurskorrektur, leistete sich in dieser Phase jedoch zu viele Fehlwürfe, um den Vorsprung der Gäste noch einmal nennenswert schrumpfen zu lassen. Ein erfolgreicher Dreier von Chris Carter zum 46:60 (27.) hatte zwar kurzzeitig noch einmal die Hoffnung auf ein Jenaer Comeback geweckt, doch Austin Crowley antwortete eiskalt, ebenfalls aus der Distanz, zum 46:63, bevor es beim Stand von 51:72 für die Regnitzstädter in den Schlussabschnitt ging.
Das letzte Viertel hielt für die Zuschauer dann zumindest aus der Rubrik „spektakuläre Körbe“ noch einige Highlights bereit. Während primär die 32. Minute mit drei aufeinanderfolgenden Dunks von Cobe Williams (60:82), Alex Herrera (62:82) sowie Daniel Keppeler (62:84) auf Bamberger und Jenaer Seite für mehr oder weniger Euphorie sorgte, spiegelte diese Verteilung letztendlich auch das Kräfteverhältnis des Abend wider. In den finalen Minuten des längst entschiedenen Duells ließen es dann zwar auch Joe Wieskamp (36., 71:89), Ibi Watson (38.,75:98) sowie erneut Alex Herrera (40., 80:100) noch einmal krachen. Viel Freude an diesen Punkten hatte jedoch nur noch die Bamberger Fan-Fraktion, die nach dem verdienten Auswärtssieg ihres Teams deutlich positiveren Weihnachtsfeiertagen entgegenblicken kann.
Punkteverteilung: Wieskamp 24 (12 Reb.), Carter 15, Washington 12, Bank 8, Braxton 7, Dunn-Martin 6, Herrera 5, Bohannon 4, Biel, Krause
Spielfilm: 1. Viertel 18:22 – 2. Viertel 32:38 – 3. Viertel 51:72 – 4. Viertel 81:102
Die Dyn-Highlights dieses Spiels


