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Vernagelte Körbe, finstere Quoten – Medipolis SC Jena verliert in Düsseldorf mit 73:62

Die zuletzt acht Siege anhaltende Erfolgsserie von Medipolis SC Jena ist am Samstagabend gerissen. Das Team von Trainer Björn Harmsen unterlag im Auswärtsspiel bei den ART Giants Düsseldorf vor 624 Zuschauern mit 73:62 und muss den bisherigen Platz als ProA-Spitzenreiter an Trier abtreten. Somit starten die Jenaer am kommenden Heimspiel-Samstag um 19.30 Uhr als Verfolger in das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen gegen die Gladiatoren aus Rheinland-Pfalz, die ihr Gastspiel in Kirchheim mit 82:65 gewannen.

 

Während die Begegnung in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt von zahlreichen vergebenen Möglichkeiten sowie Unkonzentriertheiten geprägt war, die Thüringer im bisherigen Saisonverlauf ihre offensiv schwächste Vorstellung ablieferten, atmen die Giants nach dem überraschenden Heimsieg frische Luft im unteren Tabellendrittel. Speziell die verhältnismäßig finsteren Quoten aus der Distanz (3/22, 14 Prozent) und an der Freiwurflinie (15/25, 60 Prozent) waren am Ende dafür verantwortlich, dass Jenas Mannschaft mit leeren Händen an die Saale zurückkehren muss.

 

Ohne Vuk Radojicic (Rückenprobleme) sowie Nils Schmitz (Nasenbeinfraktur) auflaufend, erwischte Medipolis SC Jena zwar zunächst den besseren Start, konnte aus den sich bietenden Chancen des Auftaktviertels jedoch nicht wirklich Kapital schlagen. Die Hausherren blieben unterdessen über die gesamte Spielzeit in Schlagdistanz und entschieden das Duell ab der 35. Minute langsam aber kontinuierlich zu ihren Gunsten.

 


Andaç Yapicier (Headcoach ART Giants Düsseldorf): „Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft nach diesem Heimsieg. Hinter uns liegt eine schwierige Woche, in der wir immer wieder Ausfälle im Training hatten. Ich hatte eine Reaktion von meinem Team erwartet und das haben sie abgeliefert. Wir waren mental komplett zur Stelle und haben Jena mit unserem Spiel überrascht, vor allem durch unsere starke Defensive.“

 

Björn Harmsen (Headcoach Medipolis SC Jena): „Natürlich bin ich enttäuscht über das Ergebnis, speziell aber auch über die Art und Weise, wie wir gespielt haben. Mir fehlt die Konstanz, die Intensität und Konzentration schon seit einigen Spielen. Wir haben bereits während der letzten Begegnungen nicht über 40 Minuten auf höchstem Level gespielt und es dennoch geschafft, phasenweise guten Basketball zu zeigen. Das war gestern zu keinem Moment erkennbar. Uns ist es weder gelungen, die nötige Intensität aufs Parkett zu bringen, noch eine Lineup zu finden, mit der wir dieses Duell noch hätten herumreißen können. Wenn du keine Spannung hast, mental nicht einhundertprozentig anwesend bist, triffst du letztendlich auch deine Würfe nicht, machst Konzentrationsfehler und so mussten wir mit einer Niederlage heimfahren. Der Gegner hat deutlich mehr Energie investiert und letztendlich verdient gewonnen.“

 

Blake Francis (Topscorer Medipolis SC Jena): „Das ist eine nur schwer zu verdauende Niederlage, wenn man zuletzt acht Siegen in Folge eingefahren hat. Nach so einem Resultat, vor allem aber mit Blick auf das Zustandekommen, liegt eine intensive Trainingswoche vor uns. Jetzt gilt es, uns als Team gezielt auf das Heimspiel am kommenden Samstagabend gegen Trier vorzubereiten und die Trainingswoche zu nutzen, damit sich solche Fehler wie in Düsseldorf nicht noch einmal wiederholen.“

 


Während sich Medipolis SC Jena im Verlauf des Startabschnitts zunächst als das spielbestimmende Team erwies, sowohl bei den Rebounds als auch mit Blick auf das Scoring überzeugte, leuchtete zur ersten Viertelpause ein nur knapper 16:18-Vorsprung von der Anzeigetafel. Statt die sich bietenden Chancen konsequent zu nutzen, verpassten es die Thüringer, ihren Kontrahenten zu distanzieren. Diese letztendlich nur gefühlte Dominanz setzte sich nach dem zwischenzeitlichen Stand von 16:24 (12., Joshiko Saibou) bis zum Ende der ersten Halbzeit fort, bevor sich beide Kontrahenten mit einer hauchdünnen Jenaer 33:34-Führung in die Kabinen verabschiedeten. Bereits in zu dieser Phase hatten die Gäste genügend Gründe, um mit ihrer Dreierquote (2/13) sowie weiteren verpassten Gelegenheiten zu hadern.

 

Ebenso knapp und überwiegend ausgeglichen entwickelte sich auch der dritte Abschnitt im Düsseldorfer CASTELLO. Während sich die Rheinländer nicht abhängen ließen und zunehmend stärker an die Chance eines Heimsieges glaubten, blieb Medipolis SC Jena in dieser Phase nur individuell gefährlich. Nach Amir Hintons 49:49-Ausgleich (29.) nutzten die Hausherren die verbleibenden 60 Sekunden, um sich kurz vor der finalen Viertelpause einen 53:49-Vorsprung zu erarbeiten. Entgegen der zahlreichen engen Siege im Verlauf der erfolgreichen Vorwochen reichte Jenas Intensität an diesem Abend nicht aus, um den zwischenzeitlich auf 60:51 (32., Marshall 3er) angewachsenen Rückstand abermals zu matchen. Nach einer von Trainer Björn Harmsen umgehend genommenen Auszeit verkürzte Joshiko Saibou zwar aus der Distanz, mit Jenas erstem Dreier der zweiten Hälfte, noch einmal bis auf 60:54. Die zunehmend treffsicher abschließenden Giants konterten allerdings auch diesen Ansatz einer Aufholjagd mit viel Energie und brachten ihren am Ende verdienten siebten Saisonsieg über die Zeit.

 

Punkteverteilung: Francis 16, Saibou 13, Herrera 8, Moore 6, Haukohl 6, Lodders 4, Bank 4, Hinton 3, Frankenthal 2, Alberton

 

Spielfilm: 1. Viertel 16:18 – 2. Viertel 33:34 – 3. Viertel 53:49 – 4. Viertel 73:62

 

Kompletter Boxscore

 

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